Neerstedt - Mit Personalknappheit und Fachkräftemangel in der Kinderbetreuung hat auch die Gemeinde Dötlingen zu kämpfen. Diesbezüglich hat die Verwaltung dieser Tage aber etwas Positives mitzuteilen: Die Kindertagesstätte Schatzkiste in Neerstedt hat neben einer neuen Leiterin auch eine weitere neue Mitarbeiterin.
Gesetzliche Vorgaben
Bürgermeisterin Antje Oltmanns begrüßte Alia Knobloch sowie Melanie Morscheck. Morscheck ist seit 1. Februar 2019 beschäftigt und war bis zu ihrer Elternzeit in der Kita Dötlinger Strolche eingesetzt. Nach ihrer Rückkehr aus der Elternzeit nimmt sie nun die Leitungsfunktion in der „Schatzkiste“ wahr.
Um Personalknappheit ging es auch während der Sitzung des Verwaltungsausschusses (VA): Ein Antrag der CDU-Fraktion vom Juli wurde behandelt, in dem die Fraktion die Erstellung eines Notfallkonzeptes für die Aufrechterhaltung der Kinderbetreuung fordert. Die Verwaltung handle bei Personalausfällen bereits nach einem Notfallkonzept, ist der Unterlage des VA zu entnehmen. Neun „Eskalationsstufen“ sind darin aufgelistet: Sie reichen von Mehrarbeit des Personals und Anpassung des Arbeitsvertrages bis hin zur Schließung der Gruppe beziehungsweise Einrichtung. „Um die Situation für alle Beteiligten zukünftig verbessern zu können, ist es dringend anzuraten, ab Kindergartenjahr 2023/2024 sogenannte Schließzeiten für alle Einrichtungen einzuführen“, hieß es dazu im VA.
Häufig käme der Vorschlag, weitere Personen – zum Beispiel Eltern – einzusetzen. „Gesetzlich ist dies nicht ohne Einschränkungen möglich“, stellt der VA klar. Laut Gesetz sei der Einsatz „anderer geeigneter Personen“ für höchstens drei Tage je Kalendermonat und Gruppe möglich, wenn zeitgleich ein Erzieher beziehungsweise eine Erzieherin in der Gruppe tätig sei. Zudem gelte dies nur für mehrgruppige Einrichtungen.
„Situation nicht tragbar“
Vor allem würden aber eingruppige Einrichtungen vermehrt an ihre Grenzen geraten, da sie auf Personal aus anderen Einrichtungen oder von Personalgestellungsfirmen angewiesen seien. Auf die Firma greift die Gemeinde ebenfalls bereits zurück. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten mehrmals Urlaub verschieben oder darauf verzichten müssen. „Diese Situation ist langfristig nicht mehr tragbar“, so der VA.
Die Gemeinde sucht weiter Personal, so zum Beispiel bei den „Dötlinger Strolchen“ und für den Waldkindergarten.
