Wardenburg - Entschieden ist nichts, aber der Wardenburger Ausschuss für Planung und Entwicklung hat am Donnerstag zumindest den Weg geebnet: Die Politikerinnen und Politiker votierten dafür, das Mehrfamilienhausprojekt an der Litteler Straße 13 in Wardenburg in die Wege zu leiten. Wie berichtet, plant der Investor Klaus Meyer dort den Abriss eines Geschäftshauses. Stattdessen möchte er dort ein Mehrfamilienhaus errichten.
Einige Fragen
Bisher sind noch eine Medizintechnikfirma und ein Bestattungsunternehmen in dem früheren Getränkemarkt an der Litteler Straße untergebracht. Die Firmen haben ihre Kündigung vom Vermieter erhalten und müssen sich eine neue Bleibe suchen. Dass dort überhaupt Gewerbe ansässig sein konnte, liegt daran, dass es ein Mischgebiet ist. Und hier ist auch ein Problem für die Umsetzung des Wohnungsprojektes. Denn in Mischgebieten müssen eigentlich 50 Prozent Wohnungen und 50 Prozent Gewerbe angesiedelt sein. Die Firmen in der Litteler Straße sind die letzten Betriebe in diesem Mischgebiet, deshalb musste der Ausschuss auch über eine Änderung in ein sogenanntes reines Wohngebiet abstimmen.
Hier hatte vor allem Holger Lebèus von Bündnis 90/Die Grünen einige Fragen. „Wir wollen nicht verhindern, dass eine Wohnbebauung stattfindet. Aber grundsätzlich wollen wir fragen, ob es sinnvoll ist, Mischgebiete in Wohngebiete umzuwandeln“, sagte er. Er habe die Befürchtung, dass eine heutige Umwandlung in einigen Jahren nur schwer Rückgängig zu machen sei, wenn sich doch noch einmal Firmen in diesem Gebiet niederlassen wollen. Dabei sei ihm bewusst, dass in einem Wohngebiet auch nicht störendes Gewerbe zugelassen worden sei. „Das heißt, dass ein Arzt sich dort immer noch ansiedeln kann. Ein Ärztehaus wäre aber nicht mehr möglich“, so der Grünen-Politiker.
Deutliches Votum
Bauamtsleiter Frank Speckmann gab Lebèus dahingehend Recht, dass eine Rückwandlung vom Wohngebiet zu einem Mischgebiet praktisch schwer umsetzbar sein würde. Grundsätzlich gebe es die Tendenz, dass sich Betriebe aus Randgebieten zurückziehen. Eine mögliche Alternative zu der Änderung der Gebietsform sei, dass es einen Leerstand an der Litteler Straße 13 gebe. Am Ende folgte die Politik dem Vorschlag der Verwaltung, nur Lebèus enthielt sich. Damit ist es einen Schritt nähergekommen, dass das Gewerbe in der Litteler Straße bald Vergangenheit ist. Die endgültige Entscheidung trifft aber der Verwaltungsausschuss. Wie und in welcher Form das Mehrfamilienhaus dann entstehen könnte, müsste noch diskutiert werden.
Einen interessanten Vorschlag für die weitere Entwicklung der Litteler Straße machte Heinz Wellmann als Beisitzer im Ausschuss. Er machte deutlich, dass die Litteler Straße als große Straße mit breiten Fahrstreifen und Parkbuchten auf beiden Seiten angelegt sei. Für Gäste des Ortes Wardenburg die aus Richtung Garrel kämen, sei das der erste Eindruck – eine überdimensionierte Straße. Er schlug vor, dass man die Parkbuchten künftig als Grünflächen anzulegen. „Vielleicht kann sogar eine Allee aus der Litteler Straße gemacht werden“, sagte er. Ein Vorschlag, über den in Zukunft sicher noch einmal diskutiert werden wird.
