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Angeblich fast 40.000 Euro gewonnen Betrugsversuch vereitelt: Wie ein Paar aus Wildeshausen von der Gewinnerliste fliegt

Ein Wildeshauser erhielt einen Anruf: Angeblich habe er fast 40.000 Euro gewonnen (Symbolbild).

Ein Wildeshauser erhielt einen Anruf: Angeblich habe er fast 40.000 Euro gewonnen (Symbolbild).

dpa

Wildeshausen - 39.950 Euro in der Lotterie Euromillions gewonnen – das hörte sich zunächst einmal gut an, als der Mann von Susanne Heger am Freitag den Anruf entgegennahm. „Und er spielt tatsächlich Euromillions“, ergänzt die Wildeshauserin. Die Anrufer kannten Name und Anschrift von ihrem Mann – das schaffe natürlich zunächst Vertrauen. Allerdings könne das Geld nur in bar ausgezahlt werden, hieß es. Da wurde das Paar zum ersten Mal stutzig.

Auf dem Lottoschein habe er angekreuzt, dass er nur Gewinne in bar haben wolle. „Bei so etwas denkt man ja zunächst: Ja, mag sein“, sagt Susanne Heger. Eine solch große Summe könne aber nicht von einem Paketboten übergeben werden, erklärte man ihm. Deshalb werde das Geld von einem Sicherheitsdienst geliefert.

900 Euro zahlen

„Das klang gar nicht so unstimmig“, gibt Heger zu. Die Lieferung in Höhe von 900 Euro müsse der Gewinner zahlen. Am Montag zwischen 9 und 11 Uhr habe der Dienst nach Wildeshausen kommen wollen, man würde sich aber vorab bei ihm melden. Und der Anruf kam tatsächlich: „Ich habe das Gespräch aufgenommen“, berichtet Susanne Heger. Der Geräuschkulisse nach zu urteilen befand sich die Frau am Telefon in einem Callcenter: Sie stellte sich als Martina Babel von der Firma Safe Security vor. „Sie sprach perfekt Deutsch, aber mit einem osteuropäischen Akzent.“

Der Geldtransporter würde losgeschickt – sobald Hegers Mann für 900 Euro eine sogenannte Google-Play-Karte besorgt und die darauf freigerubbelten Zahlen nach einem weiteren Telefonat durchgegeben hätte. Eine Barzahlung sei nicht möglich. Die Anruferin habe am Telefon Druck gemacht, habe wissen wollen, bis wann er die Karte besorgen könne.

Polizei verständigt

Susanne Heger setzte sich mit der Polizei in Wildeshausen in Verbindung, die wiederum im Betrugsdezernat nachfragte. Der Trick: Sobald die Google-Play-Karten-Nummer durchgegeben ist, haben die Betrüger Zugriff auf die 900 Euro.

Nachdem Heger das Erlebnis mit Wildeshausern auf der Internetplattform Facebook geteilt hatte, folgten zwei Kommentare: „Das hatten wir auch, die Polizei war hier und hat die Anzeige aufgenommen. Leider können die auch nichts machen“ und „Bei mir auch und Polizei ist machtlos. War vor einem halben Jahr.“

Am Montag meldete sich die Frau der Sicherheitsfirma im Übrigen noch ein weiteres Mal, ergänzt Susanne Heger. Ihr Mann stellte klar, dass die Polizei eingeschaltet sei. Antwort der Mitarbeiterin: „Sie sind ja ein Trottel – jetzt streich’ ich Sie von der Gewinnerliste.“

Verena Sieling
Verena Sieling Redaktion Wildeshausen
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