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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Dieser Rektor war ein Hit für seine Schule

03.07.2019

Ahlhorn Was war jetzt am schönsten? Vielleicht morgens die tollen Vorführungen der knapp 340 Kinder der Grundschule Ahlhorn und der Moment, als der scheidende Rektor Ulrich Meiners und die Lehrkraft der Basisklassen, Sozialpädagogin Regina Schneider, gemeinsam im Tandem fahren durften? Oder war es dieser 19-minütige Videofilm mit den Statements von aktuellen und ehemaligen Mitstreitern über ihren „Ulli“? Oder doch das eigens getextete Lied „Unsere Schule ohne Ulli“, das die Lehrer auf die Melodie von „Mit einem Taxi nach Paris“ anstimmten? Schuldezernent Karl-Heinz Book fasste die zweistündige Verabschiedung am Dienstagnachmittag in drei Worten exakt zusammen: „Es war wunderbar.“ Er habe schon viele Verabschiedungen erlebt, aber diese sei eine gewesen, „die mich tief beeindruckt hat“, sagte er.

1953 in Oldenburg geboren, in Ahlhorn aufgewachsen, hier zur evangelischen Grundschule gegangen, am (kirchlichen) Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium 1971 das Abitur gemacht, nach zwei Semestern Volkswirtschaftslehre sowie Zivildienst das Lehramtsstudium für sich entdeckt und es nie bereut: So ist Ulrich Meiners zu seiner Berufung als Lehrer gekommen. Zunächst verschlug es ihn nach Hude, dann gar ins Ostfriesische, später nach Delmenhorst. 1988 schlug seine Stunde: Die Stelle des Konrektors an der Grundschule Ahlhorn wurde frei. Meiners bewarb sich und wurde Stellvertreter des damaligen Rektors Hein Rykena. Als Rykena 1998 in Ruhestand ging, rückte Meiners zum Rektor auf.

Faustball-Leidenschaft

„Normalweise fange ich mit ,liebe Faustballfreunde’ an“, scherzte der 66-Jährige bei der Begrüßung der Gäste. Zu ihnen gehörten neben Book auch Ex-Schulrat Uwe Klappenbach, das Kollegium und viele weitere Mitarbeiter der Grundschule, ehemalige Kollegen, alle Schulleiter in der Gemeinde und Benjamin Bak als Vertreter der Gemeinde. Ein halbes Jahr hatte Meiners noch seine Amtszeit verlängert. „Ich habe es genossen, wie die vielen Jahre zuvor“, so der scheidende Rektor. „Wir haben immer Ferien, weil Schule so viel Spaß macht“, flachste er und erzählte manche Anekdote aus der Ahlhorner Rektorzeit und den Besonderheiten einer Schule mit hohem Migrationsanteil. Er dankte allen, die die Grundschule unterstützten, von der Landesschulbehörde bis zur Gemeinde als Schulträger.

„Menschen bilden bedeutet nicht, ein Gefäß zu füllen, sondern ein Feuer zu entfachen“: Dieses Zitat von Aristophanes, einst von Rolf Beckemeyer gebracht, habe ihn beeindruckt. Dabei gehe alles nur im Team. Ein Klima der Zusammenarbeit sei dabei wichtig, um Lust auf Schule zu haben. Daher freue er sich, dass in Ahlhorn alles so gut funktioniert habe. „Denn als Schulleiter allein kann man nichts bewirken“, so Ulrich Meiners.

Mit 66 Jahren

„Danke Ulli“: Das war die große Überschrift der Präsente und Überraschungen des Kollegiums und der Mitarbeiter der Schule. Die künftige Rektorin Darja Kaper, 43 Jahre alt, bisher Konrektorin, führte mit Jan Drees durch diesen Part der Feier. Geduld, Wertschätzung Vertrauen, Optimismus, Familiensinn und Humor: Immer wieder fielen diese Begriffe über Meiners in den Reden und dem witzig gemachten Videofilm mit den Stimmen von vielen Wegbegleitern des Rektors.

Eine wichtige Kraft des Kollegiums ist zusammen mit Meiners verabschiedet worden: Regina Schneider, seit 1975 im Schuldienst. 2002 kam sie an die Grundschule Ahlhorn und übernahm die Basisklassen. „Alle Kinder lieben Frau Schneider“, sagte Meiners. Jedes Jahr habe sie neue Kinder an die erste Klasse herangeführt. Dazu sei ihr Einsatz für Theater, Gesang und Bücherei gekommen, hob Meiners hervor.

Schneider entgegnete mit einem Rap. Er endete mit dem Satz: „Der Ulli und ich: Wir bleiben jetzt Zuhause.“ Er wird sich weiter dem Faustball und seiner Familie widmen, sie dem Gesang, Tanz und Garten.

Am Ende stand Schneider, die demnächst 66 wird, mit Gesa Wichmann und Sonja Grotelüschen-Tschorr auf der Bühne und sang: „Mit 66 Jahren fängt das Leben an“ von Udo Jürgens. Dazu holte sie Meiners auf die Bühne und tanzte mit ihm. Es war der passende Schlusspunkt einer ebenso außergewöhnlichen wie bewegenden Verabschiedung.

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Ulrich Suttka Stv. Redaktionsleitung, Großenkneten/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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