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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Fairtrade-Schule In Ahlhorn: Billige T-Shirts kosten andere das Leben

12.12.2019

Ahlhorn Stolzer Tag für das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Ahlhorn: Es ist jetzt offiziell Fairtrade-Schule. Die ehrenamtliche Referentin des Vereins TransFair, Angelika Boden, hat am Mittwochmittag die Urkunde und die Plakette bei einer Feierstunde in der Mensa der Schule an Dr. Britta Hohlen und das Fairtrade-Schulteam überreicht. „Die Schule macht wirklich viel“, lobte sie die vielfältigen Aktivitäten am DBG zugunsten eines fairen Handels. Das Gymnasium ist nach dem Förderzentrum am Habbrüger Weg in Ganderkesee erst die zweite Schule im Landkreis, die diese Auszeichnung erhält. Bundesweit darf sich als das DBG als die 671. Schule über die Fairtrade-Urkunde freuen. In einer kleinen Feierstunde wurde das Engagement gewürdigt, umrahmt von Musik der Bläserklasse und von Linus Köppen.

Drei Jahre Arbeit

Im Oktober 2016 hatte sich die Schule auf den Weg gemacht, ein Zeichen zu setzen gegen Ausbeutung, illegale Kinderarbeit und Zwangsarbeit sowie für menschenwürdige Arbeitsbedingungen und garantierte Mindestlöhne in Afrika, Asien und Südamerika. Die Zustimmung war sehr groß, erinnerte Britta Hohlen an die Resonanz auf ihren Vorstoß, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Ein Jahr später unterschrieben Schulleiter Wolfgang Reich-Kornett und Hohlen den Fairtrade-Kompass, womit der Weg zu der Auszeichnung am Mittwoch vorgezeichnet war. „Auch am DBG haben wir erkannt, dass es so nicht weitergehen kann“, kritisierte der Schulleiter scharf die Ausbeutung in vielen Ländern, oft durch große Konzerne verursacht. „Würde Dietrich Bonhoeffer noch leben, wäre er mit Sicherheit ein Vertreter von Fairtrade“, nahm Reich-Kornett auch den Namensgeber der Schule in seine Rede auf.

Für die Schüler im Fairtradeteam ergriff Maja Schilberg das Wort. Anhand eines T-Shirts machte sie nachdrücklich klar, wie katastrophal die Bedingungen sind, unter denen Menschen in fernen Ländern die billigen T-Shirts für den westlichen Markt produzieren.

Vergiftetes Wasser, Millionen von Tote durch Pestizideinsatz im Baumwollanbau, hohe Krebsrate bei Kindern: „Das passiert alles nur, weil wir ein billiges T-Shirt haben wollen.“ Schilberg weiter: „Außerdem arbeiten Frauen zwischen 18 und 25 Jahren täglich unter menschenunwürdigen Bedingungen bis zu 16 Stunden. Sie erhalten umgerechnet 35 Euro pro Monat.“

Fair gehandelt

In Ahlhorn gibt es dagegen inzwischen einiges an fair gehandelten Waren. Beispiele sind Schulkleidung, Nikoläuse und Bälle. „Das habe ich noch nie gesehen: fair gehandelter Fußball“, so Hans-Hermann Büsselmann von der Eine-Welt-Gruppe Wardenburg. Hinzu kommen in Ahlhorn viele Projekte und Aufklärungsarbeit. „Sie leisten einen dauerhaften Beitrag zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von benachteiligten Bauern- und Produzentenfamilie in Afrika, Asien und Lateinamerika“, betonte Veronika  Hillen­stedt, stellvertretender Bürgermeisterin der Gemeinde Wardenburg, in ihrer Rede. Sie berichtete aus den Erfahrungen in ihrer Fairtrade-Gemeinde. Hillenstedt war die einzige politische Vertreterin am Mittwoch bei der Feierstunde. Der Schulträger, der Landkreis Oldenburg, war durch einen Mitarbeiter des Schulamtes zugegen.

Als ihre „Lieblingsaufgabe“ bezeichnete es Angelika Boden, Fairtrade-Schulen auszuzeichnen. „Da sehe ich in den Augen das Leuchten. Für mich immer ein wunderbares Geschenk“, sagte die Frau aus Leer. In Ahlhorn wurde sie reich beschenkt, denn bei allen Beteiligten war die Freude groß über die Auszeichnung.

Ulrich Suttka Kanalmanagement / Redakteur
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