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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Praktikum: Im neuen Karussell läuft es ziemlich rund

03.11.2017

Ahlhorn Der Neuntklässler des Hauptschulzweiges der Graf-von-Zeppelin-Schule Ahlhorn war hörbar aufgeregt. Er durfte als erster am Runden Tisch mit Schulleitung, Firmenvertretern und Mitschülern von seinen Erfahrungen im „Praktikumkarussell“ berichten. Es war eine tolle Botschaft, die Thien hatte. „Im Praktikum habe ich Feuer gefangen, weiter zur Schule zu gehen und zu lernen.“ Sein Hineinschnuppern in die Firma Gräper hat ihn derart begeistert, dass er zum Runden Tisch gleich seine Bewerbung für den Bereich Elektronik mitgebracht hatte. Ein großer Schritt, denn wie hatte der Junge eingangs eingestanden: „Vor dem Praktikum hatte ich keine Motivation zur Schule. Jeden Morgen ein weiterer Tag in der Schule und nichts zu tun.“

zehn betriebe machten bei der Aktion mit

Zehn Betriebe haben sich am ersten Praktikumskarussell der Graf-von-Zeppelin-Schule in Ahlhorn beteiligt.

Im Karussell A waren die Firmen Brüning (Mechatronik), Serafine (Kosmetik), SRP Elektronik (E-Technik), ev. Kindergarten Ahlhorn (Erzieher) und Gräper (Technik/Organisation/Entwicklung) vertreten.

Im Karussell B machten mit: Exxon Mobil (Mechatronik), Heidemark (Logistik/Lebensmitteltechnik/Mechatronik), Restaurant Altes Posthaus (Koch), Mastputenbrüterei Grotelüschen (Tierwirte/Büro) und Treppen Wintermann (Tischler). Die Firmen sind überwiegend in Ahlhorn ansässig – bis auf Serafine, Exxon Mobil und Treppen Wintermann, die in Großenkneten angesiedelt sind.

„Normales Praktikum kann jeder“, begrüßte Schulleiter Dirk Richter zur Auswertung des ersten Praktikumskarussells. Drei Wochen lang waren die Neuntklässler bei dem Prototypen je drei Tage in einem Betrieb, bevor sie wechselten. So bekamen sie Einblicke in fünf oft ganz verschiedene Arbeitsbereiche, denn auf die Mischung war bei der Zusammenstellung der beiden Karussells geachtet worden.

Idee von Ebbing

Schulsozialarbeiterin Barbara Christidis hatte das Projekt federführend organisiert. Dabei griff die Schule eine Idee von Bernd Ebbing, Ausbildungsleiter bei Exxon Mobil in Großenkneten, auf. „Schule und Wirtschaft sind wie zwei Kontinente, die durch einen riesigen Ozean getrennt sind“, sagte er. Es sei übereinander geschimpft, aber nicht miteinander geredet worden. Mit dem Runden Tisch „heimische Wirtschaft“ kam dann auch das Praktikumskarussell in Schwung. Beide Seiten hätten den Sprung ins kalte Wasser gewagt. Ansatz von Ebbing bei den Kontakten mit fünf Berufen: „Woher sollen die Schüler denn auch wissen, was ihnen Spaß macht.“

Genau diese Lücke wurde in den drei Wochen geschlossen, wie auch die zehn Mädchen und Jungen unisono bestätigten. Auch wenn es nicht gefallen habe, sei das ein Gewinn, meinte Ebbing. „Dann weiß man, dass es einem keinen Spaß macht.“

Christidis berichtete sowohl von Seiten der Schüler als auch der Firmen von sehr positiven Erfahrungen. Dass Mädchen plötzlich in „Männerberufen“ landeten, war für die Jugendlichen eine Herausforderung. „Sie haben gelernt, mit Ängsten zu leben und umzugehen“, so die Schulsozialarbeiterin.

Es waren viele neue Erkenntnisse für die Jugendlichen. „Manche Betriebe kannte ich gar nicht, obwohl ich in Ahlhorn wohne“, sagte Zozan. Vieles würde sie jetzt mit anderen Augen sehen.

Die Firmen und Einrichtungen zeigten sich von dem Konzept allesamt angetan. „Das war echt schön und hat Spaß gemacht“, meinte Christoph Leck vom „Alten Posthaus“ über einen hochmotivierten Praktikanten. Arne Koopmann vom Kindergarten gestand, dass seine anfängliche Skepsis sich nicht bestätigt habe. „Die Idee ist super klasse.“ Wo es allerdings immer wieder hakte: beim Abmelden im Krankheitsfall. „Ein großes Problem ist das Dasein und das Hallo-Sagen“, beobachtete Timo Stramann. Da fehle den Jugendlichen oft die Sicherheit. Hannes Engl, Ausbildungsleiter bei Brüning Ahlhorn, schrieb ihnen ins Stammbuch: „Wenn ich in die Erwachsenenwelt komme, muss ich bereit sein, mich unterzuordnen.“

Schulleiter Richter nahm den Ball auf. „Wir entlassen die Kinder in die Erwachsenenwelt, damit sie dort bestehen.“ Für ihn ist es eine erste Überlegung, den Business-Knigge im Unterricht bereits auf Klasse acht vorzuziehen. Weitere Denkansätze waren der Zeitpunkt des Karussells (vielleicht schon im achten Jahrgang) und die Länge (womöglich eine Woche statt nur drei Tage).

Wanderpokale verliehen

Zwei Jugendliche erhielten abschließend jeweils einen Wanderpokal als „Helden des Praktikums“. Zozan Shino und Muck Geroff freuten sich über die Auszeichnung. Aber auch die anderen acht Jugendlichen durften sich als Gewinner fühlen. Sie haben in fünf verschiedenen Betrieben Einblicke in eine mögliche berufliche Zukunft erhalten und damit erste Erfahrungen gemacht, die ihnen niemand mehr nehmen kann.

Ulrich Suttka Kanalmanagement / Redakteur
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