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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Integration gelingt ganztags besser

04.01.2020
Frage: Herr Lübke, ab 2025 sollen Eltern einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für ihre Kinder in der Grundschule erhalten. Welches sind die Vorteile?
Lübke: Schon heute werden 70 Prozent aller Schulen in Niedersachsen als Ganztagsschulen geführt. Es ist belegt, dass die Zahl der Schulabbrecher deutlich sinkt. Außerdem gibt es weniger Wiederholer. Nicht unbedingt belegt ist, dass die fachlichen Leistungen rasant steigen. Aber die Ganztagsschule trägt dazu bei, dass soziale Kompetenzen wie Hilfsbereitschaft, Respekt oder der Teamgedanke besser entwickelt werden. Integration und Inklusion gelingen besser in der Ganztagsschule als soziale Gemeinschaft.
Frage: Auch die Integration von Migranten?
Lübke: Ja, in jedem Fall. In Wildeshausen verzeichneten die Schulen allein im Zeitraum vom 1. Februar bis zum Jahresende 2019 mehr als 70 Zugänge nicht-deutscher Herkunft, davon die deutliche Mehrheit bulgarische Kinder. In der Ganztagsschule gelingt es deutlich besser, sozial benachteiligte Kinder und Kinder mit Migrationshintergrund zu integrieren. Es steht mehr Zeit für die individuelle Unterstützung und Sprachförderung zur Verfügung.
Frage: Schon heute haben wir in Wildeshausen zwei Horte, in der Grundschulkinder nachmittags betreut werden. Was bedeutet denn genau „Ganztagsbetreuung“?
Lübke: Genau das lässt der Gesetzgeber bislang offen. Es gibt die Möglichkeit, im Hort zu betreuen oder nachmittags in der Grundschule selbst, wo dann Pädagogen im Ganztagsbereich tätig sind. Ich plädiere für eine sogenannte „teilgebundene Ganztagsschule“. Das heißt: Unterricht und außerunterrichtliche Angebote werden auf der Grundlage eines pädagogischen Konzeptes miteinander verzahnt. Die klare Trennung von Vormittagsunterricht und lediglich ergänzenden Angeboten am Nachmittag durch Förderunterricht, Sport oder Arbeitsgemeinschaften muss überwunden werden. Lehrkräfte, Sozialarbeiter und pädagogische Mitarbeiter arbeiten dabei zusammen an der Entwicklung eines entsprechenden Programms.
Frage: Und das Personal?
Lübke: Pädagogische Fachkräfte müsste das Land stellen. Handelt es sich aber um Sport- oder Freizeitaktivitäten, könnten diese von Sportvereinen, der Volkshochschule oder der Musikschule angeboten werden. Hier müsste die Stadt Partner in der Region finden.
Frage: Müsste die Grundschule auch baulich verändert werden?
Lübke: Ich denke schon. Sollten wir uns in Wildeshausen für eine „teilgebundene Ganztagsschule“ entscheiden, benötigen wir eine Mensa, aber auch Rückzugs- und Ruhebereiche für Schüler oder Arbeitsgruppen.
Frage: Wer soll das bezahlen? Die Stadt?
Lübke: Die Bundesregierung hat für Investitionen in Räumlichkeiten und Gebäuden in einem ersten Schritt ein Sondervermögen in Höhe von zwei Milliarden Euro zur Realisierung des geplanten Rechtsanspruchs beschlossen. Der Betreuungsanspruch soll zum einen die Erwerbsfähigkeit von Eltern unterstützen. Erklärtes Ziel ist die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Übrigens: Alle Sekundarschulen im Stadtgebiet (Haupt-, Real-, Förderschule, Gymnasium) sind Ganztagsschulen. Die Ganztagsbetreuung in den Kindertagesstätten wird zunehmend ausgebaut. Allein im Grundschulbereich müssen die Eltern zurzeit allein auf ein kostenpflichtiges Hortangebot zurückgreifen.
Frage: Wie geht es nun weiter?
Lübke: Bereits im Jahre 2012 haben die Fraktionen von CDU und SPD im Rat die Einrichtung der in Trägerschaft der Stadt Wildeshausen befindlichen Grundschulen als Ganztagsschulen beantragt. Die Verwaltung wurde seinerzeit aufgefordert, mit den Schulleitungen, Schulvorständen und Schulelternräten die erforderlichen Gespräche zu führen. Zudem sollten die sächlichen und räumlichen Voraussetzungen eruiert werden. Das ist bis heute leider nicht geschehen. Nun kommt der Rechtsanspruch. Darum fordert die CDU-Fraktion die Verwaltung auf, ein Konzept zur Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung dem Schulausschuss und dem Rat zur Beratung und Beschlussfassung spätestens im ersten Halbjahr 2021 vorzulegen. Gerade um Fördergelder zu beantragen, sollen entsprechende Planungen rechtzeitig in der Schublade liegen.
Frage: An welcher der drei Wildeshauser Grundschulen soll denn eine Ganztagsschule eingerichtet werden?
Lübke: Ich will der Diskussion nicht vorgreifen. Aber nach meinem Verständnis sollten alle Grundschulen Angebote im Ganztagsbereich machen. In den Kindergärten gibt es ja auch wahlweise Vormittags- und Nachmittagsbetreuung.
Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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