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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Exkursion Weckt Erinnerungen: Schullandheim Bissel heute so beliebt wie früher

10.07.2018

Bissel Holger Meyer kann sich noch genau erinnern: „Da hinten haben wir in den Bunkern gespielt“, sagt der 64-jährige Oldenburger und zeigt mit der Hand ins Weite. Den Schlaftrakt im „Dachsbau“ hat er deutlich größer in Erinnerung. Vor allem war das Gelände nicht so dicht bewaldet. Es glich eher einer Dünenlandschaft wie auf Wangerooge. Als Kind war Meyer mehrfach im Schullandheim Bissel. Seine Mutter Wilma bekochte dort die Kinder. Er besuchte die Schule Krusenbusch. Nun führte ihn eine Exkursion der Großenkneter Gästeführung zurück in die eigene Kindheit.

Meyer ist nicht der einzige „Ehemalige“, der am Samstag der Einladung von Gästeführerin Christa Thöle zum Landschulheim gefolgt war. Viele der mehr als 30 Teilnehmer brachten eigene Erfahrungen mit.

Das Schullandheim wurde 1949 auf Initiative von Eltern und Lehrern der beiden Schulen Röwekamp und Heiligengeisttor, heute beides Grundschulen, der Stadt Oldenburg gegründet. Betrieben wird die Einrichtung auf rein ehrenamtlicher Basis von der „Stiftung Röwekamp-Heiligengeisttor“, wie Stiftungsvorstand Heiko Pannemann vor Ort erklärte.

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500.000 Euro investiert

„Das Heim arbeitet kostendeckend“, so Pannemann. Die Kosten für den laufenden Betrieb tragen sich aus den Einnahmen der Belegungen. Für die Sanierung und Instandhaltung seien in den vergangenen 15 Jahren rund 500.000 Euro investiert worden – alles auf der Basis von Spenden und Fördermitteln. Die Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Ensembles war eine Herausforderung. Die Gebäude mit ihren gewölbten Blechdächern mussten in ihrer Grundform erhalten bleiben und gleichzeitig energetisch auf den neuesten Stand gebracht werden.

Nach wie vor erfreue sich das Schullandheim großer Beliebtheit. Bis zu einem Jahr im Voraus sind die 78 Betten ausgebucht, sagt Pannemann. Rund die Hälfte der Gruppen kommt aus der Stadt Oldenburg, der Rest aus dem gesamten Nordwesten.

Die Entstehung: Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden sehr viele Flüchtlinge und Vertriebene in der Stadt Oldenburg eine neue Heimat. Die Schulen waren total überfüllt. Es wurde im Drei-Schicht-System unterrichtet; samstags sogar bis 18 Uhr. Karl Peters, Rektor der Röwekampschule, kam auf die Idee, den Unterricht wochenweise auszulagern und sprach deshalb mit der britische Militärverwaltung. Diese unterstützte mit der Lieferung der sogenannten „Nissenhütten“ – Gebäude mit halbrunden Wellblechprofilen und gemauerten Stirnseiten – die Einrichtung des Heims. Der Name „Nissen“ geht auf den Erfinder, den kanadischen Offizier Norman Nissen zurück. Ein Gebäude aus den 1950er-Jahren ist noch original, es wird heute als Schuppen genutzt.

Spannende Erinnerungen

Der Austausch unter den Teilnehmern der Führung war intensiv. Helmut Wilkens (68), einst Schüler der Röwekampschule, erzählte von Märschen zum Sager Meer oder den Ahlhorner Teichen oder wie er als Junge in den überfluteten alten Bunkern Steine ins Wasser geworfen habe. Andere erinnern sich daran, wie es bei Regen auf den Blechdächern „geklötert“ habe. Um Spenden fürs Heim zu akquirieren, gab es damals sogar Wohltätigkeitsbälle. Das Motto: „Ein bisserl für Bissel“. Annemarie Dahms aus Ahlhorn war seit vielen Jahren wieder auf dem Areal: „Eine klasse Führung“, fand sie.


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Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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