• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Schüler planen Flug in Stratosphäre

14.02.2018

Bookholzberg /Ganderkesee Eine Schülerfirma, die nichts verkauft? Das klingt auf den ersten Blick sehr merkwürdig, „aber ich bin für meine verrückten Ideen schon bekannt“, sagt Björn Hoff (37), Lehrer an der „Schule an der Ellerbäke“, der Oberschule in Bookholzberg. Und so verkaufen seine Schüler nichts, sondern lassen einen Ballon steigen, einen Wetterballon.

Die Idee für das Projekt entstand aufgrund einer Mail, die Schulleiter Jan-Michael Braun an Hoff weiterleitete. Darin warb eine Firma für Wetterballon-Bausätze. „Das machen wir selbst“, beschloss Hoff daraufhin und konnte von dieser Idee auch die zwölf Schüler seiner Schülerfirma „Technik“ begeistern. Unter diesen Schülern sind auch Neo Dargel (14) und Jan Krumland (16) aus der 9. bzw. 10. Klasse.

Test mit Flugzeug

Am Dienstag trafen sich Hoff und die beiden Schüler am Flugplatz Ganderkesee, um die Technik für den Wetterballonflug zu testen. „Es geht vor allem um den Datenlogger“, erklärt Hoff. Dieses Gerät zeichnet Temperatur, die Position via GPS, die Steighöhe und -geschwindigkeit, den Luftdruck und so weiter auf. „Als ich von dem Projekt gehört hab, hab ich gleich angeboten, dass wir das mal im Flugzeug testen können“, sagt Marvin Pohl (20), selbst ehemaliger Schüler von Björn Hoff und im Besitz eines Flugscheins.

Der Flug ist dabei tatsächlich nur ein kleiner Test. „Das Ziel ist es, dass der Wetterballon eine Höhe von mindestens 30 000 Metern erreicht“, erklärt Hoff. Aber nicht nur der Ballon, auch seine Fracht soll diese Höhe erreichen: Neben dem Datenlogger gehören dazu ein zusätzliches GPS-Gerät und Kameras, die den ganzen Flug aufzeichnen sollen. Und den Absturz, denn eine sichere Landung ist bei Wetterballons ausgeschlossen. „Am Boden haben die Ballons einen Durchmesser von ungefähr zwei Metern“, so Hoff. Durch die Druckveränderungen dehnt sich der Ballon während des Flugs aber auf einen Durchmesser von ungefähr zwölf Metern aus und platzt irgendwann. „An der Kanzel ist ein Fallschirm befestigt“, erklärt Neo Dargel. Und Jan Krumland ergänzt: „Und die müssen wir dann nur wiederfinden. Dafür ist das GPS-Gerät da.“ Denn bei optimalen Flugbedingungen kommt die Ladung des Ballons in einem Umkreis von rund 150 Kilometern wieder runter. „Wir rechnen damit, die Kanzel am Rand des Harzes wiederzufinden“, so Hoff.

Ungefähr 1500 Euro kostet das gesamte Projekt, das Geld stellen Sponsoren zur Verfügung. Dazu gehören neben Privat- und Einzelpersonen auch die Firmen K-Nord und R. Bährs Landmaschinen sowie der Verein Ganter-Art.

Schüler recherchieren

„Zudem haben wir eine Kooperation mit der Uni Oldenburg“, so Björn Hoff, denn die Kanzel mit der teuren technischen Ladung wird von den Schülern selbst entworfen und hergestellt: im 3D-Druck-Verfahren.

Welche Geräte auf die Reise Richtung Stratosphäre geschickt werden, haben die Schüler selbst recherchiert. „Wir brauchen zum Beispiel spezielle Akkus, die auch bei 60 Grad unter Null noch durchhalten“, erklärt Neo Dargel. Die Arbeit im Vorfeld ist dabei klar aufgeteilt, jeder der Schüler ist Spezialist in einem Teilbereich des Projektes. Aber: „Jeder gibt sein Wissen an die Mitschüler weiter“, erläutert Björn Hoff. So kann am Ende theoretisch jeder Schüler überall eingesetzt werden.

Was genau mit den gewonnenen Daten passiert, ist noch nicht ganz klar. Aber sie werden auf jeden Fall so ausgewertet und aufbereitet, dass die anderen Schüler der Oberschule ebenfalls davon profitieren. Der Start des Ballons soll Ende April erfolgen.

Claus Arne Hock
Volontär, Agentur Schelling
Redaktion Ganderkesee
Tel:
04222 8077 2743

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.