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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Vorbild im Baltikum und Leuchtturm in Sandkrug

10.01.2019

Bookholzberg /Landkreis Wie es um die Digitalisierung hierzulande bestellt ist, erlebte Marion Vosteen gerade erst am vergangenen Sonntag: Vom FDP-Dreikönigstreffen in Stuttgart, das sie zuhause in Birkenheide auf ihrem Laptop verfolgen wollte, hatte sie mal ein Bild, mal den Ton – aber selten beides zusammen. Das war für Ganderkesees FDP-Vorsitzende genau die richtige Erfahrung, um zwei Tage später das Dreikönigstreffen ihres Ortsverbandes in Bookholzberg zu eröffnen – und mit den rund 40 Gästen im Gasthaus „Schwarzes Ross“ zunächst mal neidvoll gen Estland zu blicken.

Handeln statt reden

Wie weit voraus die Republik im nördlichen Baltikum den Deutschen bei Kommunikationstechnik und Datenverkehr ist, schilderte eindrucksvoll und unterhaltsam der Honorarkonsul Estlands in Bremen und Niedersachsen, Dr. Til Assmann. Der Bremer kam 1994 als Student erstmals in die Hauptstadt Tallin und verfolgte seitdem die rasante Entwicklung des Landes von der vernachlässigten Sowjetrepublik zum digitalen Vorzeigestaat in Europa. Ob es um staatliche und soziale Angelegenheiten geht, Leistungen im Gesundheits- und Verkehrswesen, Bankgeschäfte oder die tägliche Versorgung – nahezu alles wird in der Republik, die so groß ist wie Niedersachsen, aber nur gut 1,3 Millionen Einwohner hat, auf elektronischen Wegen abgewickelt. Ermöglicht wird dies laut Assmann durch die in den 90er-Jahren ganz neu aufgebaute Infrastruktur mit leistungsstarken Funknetzen und flächendeckender Breitbandversorgung. Dazu komme ein hohes Vertrauen zur Technik in Staat und Gesellschaft, das unter anderem auf gesetzlich verbrieften Rechten auf Internetzugang wie auch auf Datensicherheit basiere – und vor allem seit jeher ein Denken und Handeln nach der Devise: „Nicht lange reden, sondern machen!“

IT-Kompetenzen stärken

Nach diesem Motto ist aber auch Silke Müller unterwegs: Die Rektorin der Waldschule in Sandkrug saß am Dienstagabend bei der FDP-Veranstaltung neben Til Assmann und Alexander Malchus (EWE) auf dem Podium. Ihre Schule wurde vom FDP-Bundestagsabgeordneten Christian Dürr, der die Runde moderierte, als „Leuchtturm“ bezeichnet: 2008 bereits wurden in Sandkrug die ersten Laptop-Klassen eingerichtet und fünf Jahre später alle Schülerinnen und Schüler mit iPads ausgestattet – auf Kosten der Eltern, die das Konzept mittrugen.

„Wir können die Entwicklung ablehnen“, sagte Müller, „aber wir werden sie nicht verändern.“ Für die folgenden Generationen sei das Internet längst eine Selbstverständlichkeit. Aufgabe der Schule müsse es daher sein, das Verständnis der Kinder für die Technologie zu fördern und deren IT-Kompetenzen zu stärken.

Dass die Basis des digitalen Wandels eine funktionierende Infrastruktur sei, hob EWE-Referent Alexander Malchus hervor. Der Oldenburger Energie- und Telekommunikations-Dienstleister habe in der Region schon eine Milliarde Euro in die Datennetze investiert und werde weiter viel Geld dafür ausgeben, auch auf dem flachen Land die Leistungen und Möglichkeiten zu verbessern, sagte er – aber Bedingungen wie in Estland seien so schnell nicht zu erreichen. 

Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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