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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Firmen buhlen stärker um Nachwuchs

31.08.2019

Bookholzberg Das Handwerk sucht sie händeringend, auch in Handel, Dienstleistungsgewerbe und Industrie machen sich Auszubildende zunehmend rar. Immer weniger Schulabgänger und der Trend, wenn möglich, erst zu studieren, drängen Arbeitgeber bei der Nachwuchsgewinnung in die Offensive. Ein „Speed-Dating“ hat am Freitag Schulabgänger und Betriebe in der Schule an der Ellerbäke zusammengebracht.

Claudia Eberhard, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit, erklärt, warum Personalverantwortliche ungewohnte Wege gehen: „Der Ausbildungsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Bewerbermarkt entwickelt.“

Viele Lehrstellen frei

Kurz nach Beginn des neuen Ausbildungsjahres sind rund um die Gemeinde Ganderkesee noch viele Lehrstellen unbesetzt. Allein die Mitgliedsbetriebe der Kreishandwerkerschaft Delmenhorst/Oldenburg-Land melden auf ihrer Internetseite für das Ausbildungsjahr 2019/20 derzeit 78 freie Lehrstellen.

„Unsere Schüler haben die unterschiedlichsten Hintergründe und Vorstellungen, wie es nach der Schule weitergeht“, sagte Schulleiter Jan-Michael Braun. Neben Neunt- und Zehntklässlern von der Ellerbäke waren unter den Interessenten auch Ganderkeseer Oberschüler sowie Teilnehmer vom Bildungswerk der niedersächsischen Wirtschaft aus Delmenhorst dabei.

15 Unternehmen, vom örtlichen Garten- und Landschaftsbauer bis zur weltweit tätigen Firma, nutzten ­die Gelegenheit, die 40 Schülerinnen und Schüler für sich zu begeistern.

Ziel: Vertragsabschluss

Ideal sei natürlich der spätere Abschluss eines Ausbildungsvertrags, so Jan-Michael Braun. Doch das klappe nicht immer auf Anhieb. Ein gutes Praktikum könne aber bereits zum Türöffner werden, weckte Claudia Eberhard Hoffnung bei nicht so guten Schülern. Der Grund: „Um ihre Ausbildungsplätze zu besetzen, schrauben die Unternehmen jetzt ihre Ansprüche zurück“, sagte die Berufsberaterin. „Auch schwächere Schüler werden eingestellt, wir unterstützen das mit berufsbegleitenden Hilfen.“

Das zehnminütige Vorstellungsgespräch, bei dem Arbeitgeber und Bewerber sich kennenlernen, helfe, Chancen auszuloten, betonte Organisatorin Claudia Hannah Engelien, Schulsozialarbeiterin an der Bookholzberger Oberschule.

Bei den Schülern kam die Idee gut an:  „Meine Schwester war im letzten Jahr schon beim Azubi-Speed-Dating, das ist eine informative Sache“, lobte die Neuntklässlerin Jemana die Möglichkeit, Betriebe gezielt ansprechen zu können. Am Tisch der Hoykenkamper Palfinger-Niederlassung interessierte sie sich für Beruf der Industriekauffrau.

„Wir nehmen zum vierten Mal an einer solchen Aktion teil“, verriet Palfinger-Personalerin Annika Vosteen. Auch sie spricht von einem Wandel der Bewerber. 

So finden Schulabgänger den richtigen Job

Berufe entdecken mit dem Spiel „Identifind“ können Schüler bei der Zukunftswerkstatt Ausbildungsplatzinitiative Ganderkesee (Zwaig). Die Idee dahinter ist, auf spielerische Art zu erreichen, dass Jugendliche über sich, ihre Interessen und Fähigkeiten nachdenken. Schulen mit Interesse an dieser besonderen Form der Berufsorientierung können sich an Zwaig unter Telefon   04222/44 407 oder per Mail an zwaig@ganderkesee.de wenden.

Die Ausbildungsmesse job4u findet am Freitag, 13. September, von 9 bis 16 Uhr und am Samstag, 14. September, von 10 bis 16 Uhr in den Oldenburger Weser-Ems-Hallen statt. Nach Angaben der veranstaltenden Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK) werden 162 Aussteller, darunter Ausbildungsbetriebe, Hochschulen und Institutionen aus der Region, Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten präsentieren. Rund 10 000 Besucher werden erwartet, vor allem Schülern, aber auch Eltern und Lehrer.

    www.ihk-oldenburg.de/job4u

Mehr Studienabbrecher

Vor Jahren habe es noch sehr viele Bewerbungen direkt von Schulabgängern gegeben. „Heute melden sich zusehens Studienabbrecher“, nannte die Personalerin einen Grund dafür, gezielt um Oberstufenschüler zu werben. Vor allem im Berufsfeld Industriemechaniker werde die Nachwuchsgewinnung schwieriger.

Auch für Ingo Borchers und Michael Mackenthun vom Huder Mess- und Regeltechnikspezialisten Labom mit seinen 180 Mitarbeitern gehören die kurzen Vorstellungsgespräche neben Tagen der offenen Tür im Unternehmen zum festen Bestandteil der Rekrutierung. „Man muss sich heute schon rühren“, beteuerte Borchers.

Hilfe bei der Berufswahl

Wer gar nicht wusste, was er werden soll, dem halfen Norbert Klüh und Reinhard Bröker von der Zukunftswerkstatt Ausbil­dungsplatzini­tiative Ganderkesee (Zwaig) mit dem Spiel „Identifind“.

Den Druck bei der Nachwuchssuche sieht auch die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer (IHK):  „Für viele Firmen im Oldenburger Land ist der Fachkräfte-Nachwuchs nach wie vor das Thema“, so Stefan Bünting, Leiter im Bereich Aus- und Weiterbildung bei der IHK.

Thorsten Konkel Redakteur, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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