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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Jury erfreut über kleine Krabbler im Kies

30.08.2018

Colnrade /Dötlingen Joachim Wöhler hatte die kleinen Krabbler im Kies sofort entdeckt. „Bachflohkrebse“, erklärte er und zeigte den umstehenden Männern, was er gerade mit der rechten Hand aus dem Mündungsbereich des Beckstedter Bachs in die Hunte gefischt hatte. Das zeige, dass die Renaturierungsmaßnahmen am Beckstedter Bach „schnell angesprungen“ seien. Die Entdeckung könnte von Bedeutung sein. Denn: Wöhler ist Mitglied der siebenköpfigen Jury des niedersächsischen Gewässerwettbewerbs „Bach im Fluss“, die sich am Mittwoch ein Bild machte von zwei Wettbewerbsbeiträgen im Landkreis Oldenburg.

Aber von Anfang an. Um Punkt 11.30 Uhr hatte Nikolai Panckow von der Kommunalen Umwelt-Aktion in Dötlingen/Vossberg den Startschuss für die Vorstellung des ersten Beitrags gegeben – „Gewässerentwicklung und Umweltbildung am Altonaer Mühlbach“. Exakt eine Stunde hatten Ira Zylka, Gewässerkoordinatorin bei der Hunte-Wasseracht, und Ralf Siemer, Naturschutzbeauftragter des Fischereivereins Wildeshausen, jetzt Zeit, den Juroren vor Augen zu führen, was seit 2015 im und am Bach mit seiner bis dato monotonen Sohle passiert ist und erreicht wurde.

Dabei waren die strukturverbessernden Maßnahmen mit natürlichen Baumaterialien, vom Landkreis mit 29 000 Euro unterstützt, nur ein Aspekt. Ein anderer: Bei dem Projekt fand und findet Umweltbildung statt. Jugendliche der Hunteschule, der Realschule und der Hauptschule Wildeshausen sind in die Arbeiten eingebunden und führen, quasi als Erfolgskontrolle, auch biologische Untersuchungen durch. Die Gewässerschutz-AG sei „äußerst beliebt“, berichtete Ralf Siemer, Naturschutzbeauftragter des Fischereivereins Wildeshausen. Manch ein Teilnehmer habe sich bereits Vereinen angeschlossen, um auch in der Freizeit etwas für die und in der Natur zu unternehmen.

Um Punkt 14 Uhr kam dann das zweite Projekt an die Reihe: Jetzt stieg die Jury in Colnrade aus dem Bus, wieder gab Panckow den Startschuss. Das Thema hier: „Renaturierung des Beckstedter Bachs“.

Dieter Reineke, Vorsitzender des Fischereivereins Colnrade, schilderte, was schon sein verstorbener Amtsvorgänger Dieter Klirsch angeschoben hatte: Auf etwa 800 Metern Länge erhielt der Bach, bis dahin gerade wie ein Kanal und strukturarm, ein neues, mäandrierendes Bett, mit kleinräumigen Auenstrukturen. Parallel bekam das Gewässer einen direkten Anschluss an die Hunte. Drittens wurde der Sandeintrag in den Hunte-Altarm Glocks-kuhle entscheidend reduziert.

Inklusive der ehrenamtlichen Arbeitsleistung des Fischereivereins habe das durch mehrere Zuschussgeber geförderte Projekt ein Volumen von 53 410,49 Euro, berichtete Reineke. Möglich wurde es, weil der Landkreis durch Tausch und Kauf das benötigte Gelände erworben hatte. Hierfür wurden 86 000 Euro ausgegeben, ergänzte Gerrit Finke vom Amt für Bodenschutz und Abfallwirtschaft des Kreises.

Ein Ziel ist, naturraumtypische Bachstrukturen zu schaffen und den Beckstedter Bach wieder für Wanderfische erreichbar zu machen. Auf deren Speiseplan, so sagte Joachim Wöhler, stehe auch der Bachflohkrebs.
 Bei „Bach im Fluss“ werden die Projekte in zwei Kategorien unterschieden – Umsetzung überwiegend ehrenamtlich oder hauptamtlich. Der Sieger erhält die Bachperle, über die sich der Fischereiverein Colnrade bereits 2012 nach der Renaturierung des Holtorfer Bachs freuen konnte. Preisverleihung ist am 15. Oktober in Hannover.

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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