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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

,Das ist wirklich kein Thema für Spielchen’

08.12.2012

Wildeshausen Als Otto Uthgenannt am 7. November im Wildeshauser Rathaussaal vor rund 70 Zehntklässlern von seiner fünfjährigen Leidenszeit im KZ Buchenwald erzählt, ist es mucksmäuschenstill. Gebannt lauschen Schüler und Lehrer den Berichten von Hunger, Gewalt und Terror. Uthgenannts Präsenz als Holocaust-Überlebender hat schon der Kranzniederlegung am 27. Januar auf dem jüdischen Friedhof eine ganz besondere, beklemmende Aura verliehen.

Inzwischen ist klar, dass Otto Uthgenannt niemals im KZ Buchenwald war (die NWZ  berichtete). „Lehrer und Schüler haben diese bizarre Wendung heute umgehend im Unterricht erörtert“, berichtet am Freitag Ralf Schirakowski, Leiter des Wildeshauser Gymnasiums. Man habe seinerzeit die Begegnung mit Uthgenannt als einzigartige Chance begriffen, eine Geschichte, die millionenfach so passiert sei, aus dem Munde eines der letzten Zeitzeugen zu hören. „Nun bewegt uns die Frage, warum dieser Mensch gelogen hat, zumal er beim Spiel mit verschiedenen Biografien ständig Gefahr lief, enttarnt zu werden“, so Schirakowski.

Die Gefahr, dass durch das Auffliegen des Hochstaplers antisemitische Tendenzen bei den Schülern aufleben könnten, sieht der Pädagoge nicht. Die in erster Linie betroffenen Zehntklässler seien aufgeklärte, geschichtsbewusste Menschen und müssten nun ihren persönlichen Weg finden, mit der Geschichte umzugehen.

„Überrascht und maßlos enttäuscht“ angesichts der aktuellen Enthüllungen ist Bürgermeister Dr. Kian Shahidi. Es sei sehr schlimm, wie hier mit den Gefühlen anderer Menschen umgegangen werde. „Mir fehlen die Worte“, so Shahidi, der Uthgenannt bei der Kranzniederlegung auf dem Friedhof erlebt hat.

Völlig konsterniert zeigen sich auch Ingeborg Jacoby und Imke Schmidt vom Präventionsrat. „Man geht einfach nicht davon aus, dass jemand mit so einem sensiblen Thema Schindluder treibt“, empört sich Schmidt. Auch Jacoby stellt klar, dass sie nie auf die Idee gekommen wäre, Uthgenannts Geschichte in Frage zu stellen. „Das ist absolut unfassbar“, sagt sie und erinnert an die Glaubwürdigkeit seines Auftritts im Rathaus.

Fassungslosigkeit auch bei Roni Moklaschi vom Jugendzentrum, der Uthgenannt ebenfalls als sehr packenden Referenten erlebt hat. „Das ist wirklich kein Thema für Spielchen“, kritisiert er.

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