• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Jugendschutz: Den Gefahren nicht ins Netz gehen

18.04.2013

Hude Sich auf Facebook mit Freunden austauschen und online zu Computerspielen treffen: Das Internet macht es möglich. Problematisch wird es, wenn sich Nutzer in der virtuellen Realität verlieren. An der Peter-Ustinov-Schule (PUS) fand am Dienstag ein Infoabend zum Thema „Probleme im Umgang mit Medien bei Kindern und Jugendlichen“ statt.

Lösungssuche

Auf Anregung des Huder Kinderarztes Dr. Carsten Vocke wurde das Thema vom neu gegründeten Schulverband aufgegriffen. Rektor Nico Rettcher begrüßte die Kollegien der Grundschulen Jägerstraße, Hude-Süd und Wüsting, der katholischen Grundschule, der Förderschule und der PUS. Ziel sei es, die Pädagogen für Probleme zu sensibilisieren, die bei Kindern und Jugendlichen im Umgang mit Medien entstehen, und mögliche Lösungen zu finden, so Rettcher.

Zunächst ging Kim-Sören Huster von der Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Bremerhaven auf „Virtuelle Welten im Klassenzimmer“ ein. Er beleuchtete die Grundzüge der technischen Entwicklung.

In seinem wie ein Computerspiel aufgebauten Vortrag stellte Huster „Bewohner“, „Landschaft“ und „Auftrag“ des Internets vor. „Bewohner“ seien vor allem Jugendliche, Pädagogen und Eltern. Die „Landschaft“ entspreche Realität, Fantasie und virtueller Realität. „Die drei Wirklichkeiten müssen miteinander vernetzt werden, in keiner davon dürfen wir uns verlieren“, so Huster. Als „Auftrag“ nannte er die Problemfelder Cyberstalking und -bullying, Sexualisierung des Internets und „Militainment“ durch gewalthaltige Computerspiele. Zugleich gebe es „schier unendliche“ Möglichkeiten, sich auch im Netz über sicheres Surfen zu informieren, etwa auf www.klicksafe.de.

Der Oldenburger Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Holger Koppe und Dipl.-Psychologin Christina Hillebrandt-Wegner aus Hude erläuterten den Zusammenhang zwischen Bindung und Medienkonsum. „Es gibt nicht die Diagnose ,Internetsucht’“, stellten die Experten klar, „aber viele haben ein Problem mit Medienkonsum.“ Dabei gehe es auch immer um Emotionsregulation. „Eine sichere Bindung ist ein wesentlicher Schutz vor pathologischer Mediennutzung“, betonte Hillebrandt-Wegner.

Nicht verteufeln

Holger Koppe grenzte pathologische oder disfunktionale Mediennutzung vom funktionalen Medienkonsum ab. „Das Internet ist nicht per se schlecht“, so Koppe. Wenn es jedoch zu einer Vernachlässigung des Alltags komme, könne es sinnvoll sein, professionelle Hilfe zu suchen.

Auslöser ist oft Stress

Lehrer und Eltern sollten „offen sein, die Betroffenen ansprechen, ohne Vorwürfe zu machen, Interesse zeigen und einen Zugang finden“, empfehlen die Psychologen. Häufig seien Druck und Stress bei den Jugendlichen auch Auslöser für den Rückzug in die virtuelle Welten. „Betroffene müssen sich in der realen Welt wieder sicher und geborgen fühlen“, sagte Hillebrandt-Wegner.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.