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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Erzieher Im Kindergarten: Wo Mann noch immer ein Exot ist

20.03.2015

Wildeshausen Eigentlich fühlte sich Joschka Bultmeier ganz wohl in seiner Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann. Doch dann war da plötzlich der Gedanke, diesen Beruf Tag für Tag in den nächsten Jahrzehnten ausüben zu müssen, und der fühlte sich nicht gut an. „Also ging ich auf die Suche und machte Praktika in allen möglichen Bereichen: im Handwerk, in der Fotografie und zum Schluss auch im Kindergarten, und da passte es endlich“, erinnert sich der 25-jährige Wildeshauser, der dieses Vorgehen allen unschlüssigen jungen Menschen ans Herz legen möchte.

Vier Jahre Ausbildung

Auf das Praktikum folgte die vierjährige Ausbildung: erst zwei Jahre als Sozialassistent in Wildeshausen und dann zwei Jahre als Erzieher in Vechta. Anschließend arbeitete Bultmeier zunächst als Vertretung und dann als festangestellte Kraft mit 32 Wochenstunden im evangelischen Kindergarten Schatzinsel in Wildeshausen. Dort ist er in der Integrationsgruppe tätig. Das war eine ganz bewusste Entscheidung. „Wir haben hier sehr viele Möglichkeiten, gehen mit den Kindern zum Reiten, zur Wassergewöhnung und vieles mehr“, schwärmt der 25-Jährige.

Bereut hat er seine Berufswahl bislang nicht. „Da gehe ich hin, weil ich es möchte, und nicht, weil ich Geld verdienen muss“, sagt er. Das Geld ist ohnehin ein heikles Thema: Die schlechte Entlohnung und die geringe Anzahl an Stellen mit ausreichend Wochenstunden sind es schließlich, die viele Männer nach wie vor davon abhalten, als Erzieher zu arbeiten.

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Während der vierjährigen Ausbildung gibt es gar kein Geld, anschließend wird je nach Träger unterschiedlich entlohnt. „Am meisten verdient man mit Schichtarbeit in Kinderheimen, weshalb viele Erzieher auch dahin wechseln“, weiß Bultmeier. Durchschnittlich verdient ein Erzieher mit einer vollen Stelle in Niedersachsen 2222 €Euro brutto pro Monat.

Doch das muss keine Endstation sein. „Gerade als Erzieher gibt es viele Weiterbildungsmöglichkeiten“, sagt der Wildeshauser. Er selbst tritt im Sommer eine berufsbegleitende Weiterbildung zum Heilpädagogen in Vechta an. „Dafür muss man eigentlich studieren, aber Erzieher können auch so einsteigen“, freut sich der Wildeshauser, der sich auf Dauer sogar vorstellen kann, sich mit einer heilpädagogischen Praxis selbstständig zu machen.

Verstärkung

Im Kindergarten malt, bastelt und singt Bultmeier übrigens genauso mit den Kindern wie seine Kolleginnen. „Aber wenn die Jungs ein Auto bauen oder etwas reparieren wollen, kommen sie doch meistens zu mir“, schmunzelt der „Hahn im Korb“, der sich gar nicht als solcher fühlt.

Außerdem hat er ja Verstärkung, denn Till Hanau macht derzeit ein Praktikum in der „Schatzinsel“. Der 18-jährige Neerstedter hat zunächst in der Alten- und Behindertenpflege gearbeitet, bevor er sich nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr am Kindergarten Habbrügger Weg in Ganderkesee für eine Ausbildung als Erzieher entschieden hat. Familie und Freunde haben ihn dabei unterstützt, auch wenn es anfangs schon manchmal komische Blicke gab. Das ließ aber schnell nach.

„Derzeit werden 50 Schüler in zwei Klassen zum Sozialassistenten in Wildeshausen ausgebildet, und immerhin neun davon sind Männern“, berichtet Hanau. „Da tut sich was“, hat auch Bultmeier beobachtet, auch wenn der Beruf des Erziehers sicherlich nicht für jeden der richtige sei.

Er selbst käme zum Beispiel in der Krippe an seine Grenzen. „Die eher mütterliche Arbeit mit den ganz Kleinen ist so gar nicht meins“, hat er erkennen müssen. Ansonsten sollten künftige Erzieher emphatisch sein, natürlich gerne mit Kindern arbeiten und einfach auf ihre ganz individuellen Fähigkeiten setzen, wirbt Bultmeier für seinen Traumberuf.

Uta-Maria Kramer Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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