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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Ein Arbeitstag im Wichernstift

12.09.2018

Elmeloh Es ist 8.15 Uhr. Jessica Wilk ist bereits seit zwei Stunden im Dienst. Die meisten Bewohner der Station drei im Elmeloher Wichernstift sitzen bereits am Frühstückstisch. Die Altenpflegeschülerin macht sich auf den Weg zu einer Bewohnerin. „Jetzt geht es raus aus dem Bett“, begrüßt die Dame Jessica Wilk mit einem Lächeln. Jessica Wilk lächelt zurück.

„Jetzt wollen wir uns ein bisschen bewegen“, motiviert Jessica Wilk die Bewohnerin, mit dem Gehwagen selbstständig bis zum Bad zu laufen. Anschließend hilft sie beim Anziehen und sucht gemeinsam mit der Frau, die eine beginnende Demenz hat, eine Kette aus. „Damit du flott aussiehst“, scherzt sie mit der Bewohnerin. Dann geht es im Rollstuhl zum Frühstücken.

Bewohnern helfen

„Es ist wichtig, dass unsere Bewohner so viel wie möglich noch alleine erledigen“, erzählt Jessica Wilk. Sie ist inzwischen in ihrem zweiten Ausbildungsjahr und übernimmt immer mehr Aufgaben. Dazu gehört auch, bei Bewohnern mit Diabetes den Blutzucker zu messen. „Dafür braucht man die richtige Anleitung durch die erfahrenen Pflegekräfte. Nur wenn ich weiß, welche Werte der Bewohner sonst hat, kann ich einschätzen, ob die aktuelle Messung für ihn normal ist.“

Immer in Bewegung

Während die Bewohner sich nach dem Frühstück in ihrem Zimmer oder auf dem großen Balkon aufhalten, sind Jessica Wilk und ihre Kollegin Lieselotte Schröder weiter in Bewegung. Der Frühstücksraum wird aufgeräumt, die Wagen mit den Materialien für die Pflege aufgefüllt, genauso wie die Getränke in den Zimmern. Die gemeinsame Pause wird immer wieder verschoben. Erst klingelt es, weil ein Bewohner Unterstützung beim Toilettengang braucht, dann muss ein anderer Bewohner, der derzeit das Bett nicht verlassen kann, neu gelagert werden.

Hygiene ist wichtig

Bevor sie das Zimmer verlässt, wird jeder Schritt in den ausliegenden Listen dokumentiert. Und immer wieder greift sie zur Desinfektionsflasche in ihrem Kittel. „Hygiene ist für uns ein sehr wichtiges Thema“, sagt die Altenpflegeschülerin.

Dann endlich ist Zeit für eine kurze Pause. Die verbringen Jessica Wilk und ihre Kollegin bei ein paar Bewohnern auf dem sonnigen Balkon. So haben beide Zeit zum Plaudern und können gleichzeitig darauf achten, dass die Menschen in ihrer Obhut genügend trinken. „Das zweite Jahr der Ausbildung ist anspruchsvoller“, erzählt Jessica Wilk in ihrer Pause. Das Wissen über Krankheiten und Medikamente komme hinzu. Und Schröder ergänzt: „Die Auszubildenden müssen auch lernen, wie sie die Pflegehelfer einsetzen. Denn nach der Ausbildung müssen sie auch diese Verantwortung übernehmen.“ Viel Zeit beanspruche aber auch die Absprache mit Ärzten, Ergotherapeuten und natürlich die Gespräche mit den Angehörigen.

Zeit für Gespräche

Beim Einsortieren der frisch gewaschenen Kleidung bleibt immer wieder Zeit für einen Scherz oder ein kurzes Gespräch mit den Bewohnern. Diese kurzen Gespräche sind besonders wichtig. So bekommen die Pflegekräfte mit, wie es den Bewohnern geht, und können Veränderungen frühzeitig bemerken und darauf reagieren. „Als Auszubildende habe ich noch etwas mehr Zeit für die Bewohner. Und das nutze ich auch“, sagt Jessica Wilk. Aber natürlich bekommt sie auch während ihrer Ausbildung mit, dass viel Zeit, die dann an anderer Stelle fehlt, für die Dokumentation verwendet wird.

Inzwischen ist es Zeit, alles für das Mittagessen vorzubereiten. Während Lieselotte Schröder die Bewohner im Essensraum versorgt, geht Jessica Wilk zu dem Herrn, der derzeit bettlägerig ist. Beim Essenanreichen ist ganz viel Geduld gefragt. Immer wieder bittet sie ganz freundlich, den Mund etwas zu öffnen. „Ich muss wenigstens erreichen, dass er seine Medikamente zu sich nimmt“, erklärt sie und hat schließlich Erfolg.

Vor der Übergabe an die nächste Schicht räumen Jessica Wilk und ihre Kollegin wieder alles auf und bringen die Bewohner zum Ausruhen in ihre Zimmer. „Du bist immer nett zu mir“, bekommt die Altenpflegeschülerin dabei wieder mit einem Lächeln gesagt. Wilk lächelt zurück. Es seien diese Momente, die ihr zeigen, dass die Ausbildung für sie genau das Richtige ist.

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