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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Abbrechen heißt nicht Scheitern

06.04.2018

Ganderkesee Antonio Veronese ist einer der jungen Leute, die ihre Ausbildung in der Gastronomie abgebrochen haben. Ein Grund seien die unregelmäßigen Arbeitszeiten gewesen, berichtet der 26-Jährige. Doch sein Werdegang zeigt, dass eine abgebrochene Ausbildung auch eine Erfolgsgeschichte sein kann: Wenige Jahre nach dem Abbruch nutzte er in dem Betrieb, den er verlassen hatte, eine zweite Chance: Im Juni beendet Veronese im Hotel Backenköhler in Stenum seine Ausbildung zum Hotelfachmann.

Während der Kohlfahrt-Saison wollte der gebürtige Bremer als Aushilfe in Stenum arbeiten. Da sei die Idee aufgekommen, ob er die Ausbildung nicht zu Ende machen wolle, berichtet der angehende Hotelfachmann. „Der Beruf ist schön“, meint er. Der Kontakt mit den Gästen und die abwechslungsreiche Arbeit gefallen ihm. Doch Antonio Veronese kennt auch die Nachteile: „Man muss sich darauf einlassen, dass man andere Arbeitszeiten hat als viele der Freunde.“

Viele Stellen für Lehre im Einzelhandel

608 Ausbildungsplätze hatten Unternehmen aus dem Landkreis Oldenburg bis Ende März bei der Arbeitsagentur gemeldet.

Die meisten Stellen, nämlich 34, gab es für angehende Kaufleute im Einzelhandel. Für künftige Elektroniker in der Energie- und Gebäudetechnik gab es Ende März 26 Lehrstellen.

Gesucht werden auch Berufskraftfahrer (24) und Kaufleute für Büromanagement (24).

Besonders hoch ist die Quote der Jugendlichen, die ihre Ausbildung nicht zu Ende machen, bei den Köchen. Nach Angaben der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer lag die Zahl 2017 bei 59,3 Prozent. Bei den Restaurantfachleuten schmissen sogar 67,8 Prozent der Azubis die Lehre. Hohe Abbrecherquoten, die laut einer Studie einen neuen Höchststand erreicht haben, gibt es zudem bei Friseuren und im Wach- und Sicherheitsdienst.

Auch Mirko Scheffler, Vertreter der Geschäftsführung des Hotels Backenköhler, weiß um die Probleme in seiner Branche. Doch in dem Stenumer Gastronomiebetrieb bietet sich ein anderes Bild: „In den letzten zwei bis drei Jahren hatten wir das Problem nicht“, sagt Scheffler über Ausbildungsabbrüche. Das liegt seiner Auskunft nach daran, dass im Betrieb auf ein gutes Klima und die Einhaltung der Arbeitszeiten geachtet wird. Hinzu komme, dass das Team recht jung sei. „Viele finden Freunde hier.“ Beim Thema Abbrecherquoten sieht Mirko Scheffler auch die Betriebe in der Verantwortung – etwa, wenn es darum geht, Jugendlichen eine Chance zu geben, die aus schwierigen Familienverhältnissen kommen. „Man muss deren Geschichte sehen und sich der Verantwortung stellen.“ Die Strategie bei Backenköhler sei langfristig ausgelegt: „Denn die Auszubildenden von heute sind die Gesellen von morgen.“

Hohe Anforderungen können ein weiterer Grund für den Abbruch einer Ausbildung sein – etwa bei Fachkräften für Schutz und Sicherheit. Nach Angaben einer Ganderkeseer Sicherheitsfirma stellt besonders die Theorie Auszubildende mit weniger qualifizierten Schulabschlüssen vor große Herausforderungen.

Offenbar ist die Abbrecherquote ohnehin mit Vorsicht zu betrachten: „Abbrüche haben nicht per se etwas mit Scheitern zutun“, so die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer (IHK). Denn in der Statistik werden auch Ausbildungsverträge erfasst, die bereits vor Antritt der Lehre aufgelöst wurden. Das geschieht, wenn sich Bewerber doch für ein Studium oder einen anderen Ausbildungsplatz entscheiden. Viele Abbrecher sind laut IHK auch Berufswechsler, die Betrieb oder Lehrberuf verlassen.

Weil dies nicht erfasst wird, tut sich auch die Kreishandwerkerschaft Delmenhorst-Oldenburg-Land schwer mit Angaben zum Abbruch von Ausbildungen. Allerdings hat Mitarbeiterin Andrea Schölzel festgestellt, dass vermehrt Flüchtlinge die Lehre nicht beenden. Häufig seien Sprachprobleme ein Grund. Auch bei der IHK in Oldenburg wird das bestätigt: Oft sei die Theorie in der Berufsschule ein Problem, hieß es.

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Antje Rickmeier Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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