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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Männer in Ganderkeseer Kitas dringend gesucht

13.06.2019

Ganderkesee Laut einer Studie waren 2018 nur rund sechs Prozent der Fachkräfte in Kindertagesstätten männlich. Die Zahl der Erzieher steigt nur sehr langsam. Eine unvergütete Ausbildung, die niedrige Bezahlung und noch immer bestehende Vorurteile wurden von vielen Männern als Hürde für die Berufswahl genannt.

In den 17 kommunalen Kitas in Ganderkesee sind von 149 Fachkräften 13 männlich, woraus sich ein Schnitt von 8,7 Prozent ergibt. Damit liegt die Gemeinde über dem Bundesdurchschnitt. Matthias Groß leitet als einziger Mann eine kommunale Kindertagesstätte in der Gemeinde. Ursprünglich wollte Groß Koch werden, doch eine angefangene Ausbildung hat er schnell abgebrochen. „Das habe ich nicht lange ausgehalten.“ Der hohe Stressfaktor und die langen Arbeitstage waren nichts für den damals 15-Jährigen.

Vorurteile bestehen noch

Der Beruf des Erziehers sei jedoch nicht weniger anstrengend, betont Groß, der seit dem vergangenen Jahr für die neue Kita Bargup in Bookholzberg verantwortlich ist. Viel Konzentration und Aufmerksamkeit seien nötig, um den vielfältigen Ansprüchen der Kinder gerecht zu werden. Mit Vorurteilen sah sich Groß schon bei seiner Berufswahl konfrontiert: „Mein Vater war überhaupt nicht glücklich mit meiner Entscheidung.“ In der älteren Generation herrschten noch Stereotypen und falsche Annahmen vor, das ist Matthias Groß bewusst. Daher reagiert er auch empfindlich auf die Bezeichnung „Kindergärtner“. „Wir sind nicht im Garten, wir hüten auch nicht – wir fördern!“ Heute jedoch seien die junge Leute nicht mehr so voreingenommen und stünden dem Beruf des Erziehers aufgeschlossen gegenüber.

Kinder reagieren auf die verschiedenen Erzieherinnen und Erzieher sehr unterschiedlich. „Es wäre natürlich Klasse, wenn jede Gruppe von einer Frau und einem Mann betreut wird“, findet Groß. Kinder gingen zwar auf Männer anders zu als auf Frauen, der Kita-Leiter stellt dabei jedoch heraus, dass die Beziehung zwischen Kind und Fachkraft nicht nur vom Geschlecht abhängig ist. Besonders die Ehrlichkeit und Unbedarftheit der Kinder schätzt Groß an seinem Beruf.

Mit Blick auf den Fachkräftemangel sagt Sabine Schulz vom Fachdienst Kindertagesstätten im Rathaus: „Wir haben schon damit zu kämpfen“. Die Gemeinde ist für die Ausschreibung der Stellen verantwortlich.

Männer nicht bevorzugt

Gemeinsam mit dem Personalrat und der Kita-Leitung wird über die Einstellung der Fachkräfte entschieden. Männer würden bei der Auswahl nicht bevorzugt behandelt, stellt Schulz klar, es zähle die Qualifikation. Dennoch gebe es fast nur Bewerberinnen: „Wir würden uns über mehr männliche Bewerber sehr freuen – von Krippe bis Hort.“ Alle Erzieherinnen und Erzieher werden nach Tarif bezahlt und mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag ausgestattet.

Matthias Groß kam über Umwege zu seinem jetzigen Beruf. Nach der abgebrochenen Koch-Ausbildung orientierte er sich neu. Er holte seinen Realschulabschluss nach – eigentlich mit dem Ziel, Altenpfleger zu werden. Doch schnell wurde ihm klar, dass der Erzieherberuf zu ihm passte. Nach langer Selbstständigkeit mit der Erziehung von Pflegekindern wechselte er 2016 zur Gemeinde Ganderkesee und wurde zunächst als „Springer“ in verschiedenen Tagesstätten eingesetzt. „Das war dann noch mal mein Crashkurs in Kinderpädagogik“, sagte der heutige Kita-Leiter lächelnd.

Sabine Schulze spricht allen pädagogischen Kräften in der Gemeinde großes Lob aus – ob sie männlich oder weiblich sind: „Selbst bei Engpässen zeigen alle unheimlich viel Engagement und sind füreinander da.“ Die Zusammenarbeit laufe in allen Kitas hervorragend. Jetzt müssten sich nur noch mehr Männer bewerben.

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