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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Bildung: Erst                        später in die Schule?

05.04.2018

Ganderkesee Manchen Schüler würde es sicher freuen, auch Schlafforscher raten dazu und tatsächlich wäre es seitens des Niedersächsischen Kultusministeriums auch möglich: ein späterer Schulbeginn. Doch was in der Theorie, gerade so kurz nach den Ferien, gut klingen mag, ist in der Praxis nicht einfach umzusetzen, wie das Stimmungsbild in der Gemeinde Ganderkesee zeigt.

Flexibler Schulbeginn

„Viele Eltern empfinden es als Rückschritt, wenn ihre Kinder aus dem flexibleren Kindergartensystem in die starreren Zeiten der Schule wechseln müssen“, weiß Frank von der Aa, Schulleiter der Grundschule Dürerstraße. Deswegen habe man an seiner Schule schon länger, zumindest in den ersten beiden Klassen, ein flexibleres System eingeführt. „Die Kinder aus den ersten beiden Klassenstufen beginnen ihren Unterricht um 8.20 Uhr“, so von der Aa. Eine Betreuung sei aber schon um 8 Uhr gewährleistet. Erst die 3. und 4. Klassen beginnen regulär um 7.45 Uhr.

Man versuche damit, den Spagat zwischen Pädagogik und Lebensrealität der Familien zu schaffen. Denn auf der einen Seite stünden die Ergebnisse von Schlafstudien und Lernuntersuchungen, die zeigen, dass Schülerinnen und Schüler später am Vormittag besser lernen als am frühen Morgen. Auf der anderen Seite seien aber immer häufiger beide Elternteile berufstätig und müssten gegen 8 Uhr an ihrer Arbeitsstätte sein. Gerade bei Grundschulen sei dies zu bedenken. Diese Einschätzung teilt auch Martin Zuliani, Vorsitzender des Gemeindeelternrates.

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Auf der Agenda der Grundschule Heide steht eine Änderung der Anfangszeiten nicht, wie Schulleiterin Ulla Dunker betont. „Wir beginnen um 8 Uhr und bisher hat sich auch noch nie Widerstand dagegen gerührt.“ Nur noch früher, der Erlass des Kultusministeriums erlaubt einen Schulbeginn ab 7.30 Uhr, das wolle man nicht.

Problem der Beförderung

Hinzu komme das Problem der Schülerbeförderung, die gerade im Linienbussystem auf einen Schulstart gegen 8 Uhr eingerichtet sei, wie René Jonker, Schulleiter der Grundschule Lange Straße, betont. „Es wäre also gar nicht so einfach, das umzustellen oder gar unterschiedlich an verschiedenen Schulen zu handhaben“, so der Pädagoge.

Statt am Schulbeginn zu rütteln, sei man an der Langen Straße eher bemüht, den Tagesverlauf zu optimieren. Durch die Steuerung von Pausen- und Lernzeiten wolle man so ein möglichst optimales Lernumfeld für die Kinder schaffen. „Wir arbeiten regelmäßig an der Rhythmisierung des Stundenplans“, so Jonker.

Weiterführende Schulen

Auch die weiterführenden Schulen sehen zwar das Problem, dass gerade pubertierende Jugendliche „morgens, mittags und nachmittags weniger leistungsfähig sind“, so Dr. Renate Richter, Leiterin des Gymnasiums Ganderkesee. Aber: „Wir sind hier im ländlichen Raum und auf Busse angewiesen.“ Ein Problem, welches auch Jan-Michael Braun, Leiter der Oberschule in Bookholzberg, als vorrangig ansieht. „Wir liegen morgens am Anfang der Busstrecke“, erklärt er gegenüber der NWZ. „Wenn wir unsere Zeiten ändern, hat das Auswirkungen auf die ganze Linie.“ Auch zwischen Schulbeginn und -ende sieht Braun wenig Spielraum. „Wir müssen unsere Stundenkontingente ja unterbringen.“ Entsprechend sei auch beispielsweise eine „Ankunftsphase“ am Morgen nicht möglich.

Auf das Problem der Schülerbeförderung weist auch der zuständige Sachbearbeiter beim Landkreis Oldenburg, Oliver Zilski, hin. „Wenn es bereits eine Anfahrt zur zweiten Stunde gibt, ist das Problem nicht ganz so groß“, erklärt er. Überall da, wo es diese zusätzliche Anfahrt nicht gibt, müsste man das ganze Schülerbeförderungssystem anfassen. „Und das ist natürlich mit entsprechenden Kosten verbunden.“ Daher sei es für Schulen auch nicht möglich, „einfach so“ die Start- und Endzeiten zu ändern. Vor allem, da die Schülerbeförderung nicht separat läuft, sondern Teil des normalen Liniennetzes ist. „Da hängt also ziemlich viel dran.“

Dringendere Baustellen

Andrea Terbrack, die bis Anfang des Jahres als Erzieherin und Begabtenpädagogin in der Gemeinde Ganderkesee arbeitete, sieht eine Veränderung der Anfangszeiten von Schule ebenfalls nicht als dringendste Baustelle. „Ich denke schon, dass Schüler damit gut klarkommen, wie es jetzt ist.“ Zumal die Kinder in der Regel eh zusammen mit den (berufstätigen) Eltern aufstehen würden.

Aus ihrer Sicht seien mehr Personal und eine bessere Förderung begabterer Schüler notwendiger. „Man achtet aktuell viel auf die schwächeren Schüler, aber wenig auf die begabteren oder hochbegabteren. Diese Gruppen kommen häufig zu kurz“, so die Expertin.

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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