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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Digitalisierung In Ganderkeseer Schulen: Was nach dem Ende der Kreidezeit kommt

22.11.2019

Ganderkesee „Die Frage ist nicht, ob, sondern wie“: Dörte Lohrenz, Leiterin der Grundschule Bookholzberg, nahm Kritikern digitaler Lehr- und Lernmethoden direkt den Wind aus den Segeln. „Ein kritischer und mündiger Umgang mit den neuen Medien ist die Voraussetzung für die Teilhabe an der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts“, ist sie überzeugt.

Als Vertreterin des Ganderkeseer Schulverbundes berichtete Lohrenz am Mittwochabend im Ausschuss für Schulen, Jugend und Sport über den aktuellen Stand der Digitalisierung an den Ganderkeseer Grund- und Oberschulen. Alle gemeinsam hatten bereits lange vor dem Beschluss des „Digitalpakts Schulen“ ein Medienkonzept entwickelt, das die Grundlage für die schrittweise Ausstattung der Schulstandorte bildet.

Was ist in puncto Digitalisierung bislang passiert?

Die Gemeinde Ganderkesee kann im Rahmen des „Digitalpakts Schule“ bis zum 31. Dezember 2024 beim Land Niedersachsen 873 105 Euro abrufen. Voraussetzung für die Förderung ist, dass der Schulträger die Infrastruktur für die Nutzung der Endgeräte geschaffen hat.

In Ganderkesee sind (oder werden im Zuge aktuell laufender Baumaßnahmen) alle Schulen mit WLAN, dem Schulserver ISERV und den erforderlichen Access­points ausgestattet. „Der Gleichschritt, mit dem wir vorgehen, ist etwas sehr Besonderes“, betonte Dörte Lohrenz.

Im nächsten Schritt sollen alle Schulen mit fünf interaktiven Tafeln ( die Grundschule Habbrügge mit zwei Tafeln), sogenannten Activboards, ausgestattet werden. Zu einem späteren Zeitpunkt ist die Anschaffung von Klassensätzen mit Tablet-Computern – nach derzeitigen Erkenntnissen werden iPads von Apple bevorzugt – vorgesehen. Der Unterricht an den Oberschulen soll zudem durch 3D-Drucker und VR-Brillen ergänzt werden.

Enge Abstimmung bei der Abschaffung

Laut Sieglinde Jahn, Fachdienstleiterin Schulen, erfolgt die Ausschreibung für die Anschaffung der Tafeln in enger Abstimmung mit den Schulleitungen. Auch wenn ein Leasing-Modell möglich sei, habe man sich verwaltungsintern für einen Kauf der Hardware entschieden.

In den Sprachheilklassen der Grundschule Bookholzberg ist schon seit einiger Zeit eine digitale Tafel im Einsatz, die der Landkreis Oldenburg als Schulträger bereits vor Monaten angeschafft hatte. Über die ersten Erfahrungen mit dem Gerät berichtete Dörte Lohrenz jetzt den Ausschussmitgliedern.

Was kann die digitale Schultafel?

Als großen Vorteil für die Unterrichtsgestaltung beschrieb Lohrenz die Schnittstellen zu den von den Schülern genutzten Tablets. So könne beispielsweise das Ergebnis von Gruppenarbeiten über das Board der Klasse präsentiert werden. Die Tafel funktioniere wie ein Computer, sowohl auf der Windows- als auch auf der Android-Ebene. Sie kann Musik und Filme wiedergeben, mit Lernprogrammen bestückt werden und – wie eine herkömmliche Tafel – mit einem Stift beschrieben werden. Zudem ist es möglich, begonnene Projekte zu speichern und etwa am Folgetag fortzuführen.

Werden analoge Lehr- und Lernmethoden überflüssig?

„Die digitale Tafel ist ein Medium, nicht das Medium“, betonte Lohrenz. So würden Schüler auch künftig noch zu Stift und Schere greifen und handlungsorientierten Unterricht erleben. „Es geht nicht ums Ersetzen, sondern ums Ergänzen, um an die Lebenswirklichkeit der Schüler anzuknüpfen“, sagte die Schulleiterin.

Aus ihrer Sicht führt am Einzug der neuen Medien in Schulen kein Weg vorbei: „Digitale Medien bestimmen die Welt der Schülerinnen und Schüler. Wenn Schule das ignoriert, wird sie irgendwann bedeutungslos.“

Wie ist es um die Barrierefreiheit bestellt?

UWG-Ratsherr Carsten Jesußek mahnte in der Ausschusssitzung, bei der Ausschreibung darauf zu achten, dass die Tafeln höhenverstellbar sind. Allein dieses Kriterium in puncto Barrierefreiheit anzulegen, sei aber längst nicht ausreichend, kommentierte Susanne Steffgen (Linke): „Was ist mit Schwerhörigen und Menschen mit Seheinschränkungen?“

Eine sogenannte FM-Anlage, die Menschen mit Hörbeeinträchtigungen unterstützt, ist laut Dörte Lohrenz integriert. Auch sei eine Höhenverstellung der Tafel sei möglich. Einzig auf Erfahrungen mit sehbehinderten Schülern kann Lohrenz bislang nicht zurückgreifen.

Offene Fragen in Sachen Datenschutz

Für ihre plastischen Ausführungen erntete Dörte Lohrenz in der Ausschusssitzung viel Zuspruch. Michael Sorg (Grüne) erinnerte daran, auch Sicherheitsmechanismen für die neuen Systeme einzuplanen. Er sprach sich für eine Art „schnelle Eingreiftruppe bei Hackerangriffen“ aus. In eine ähnliche Richtung zielte die Nachfrage eines Bürgers während der Einwohnerfragestunde, der sich um den Datenschutz sorgte.

Karoline Schulz Redakteurin / Redaktion Ganderkesee
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