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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Fachkräftemangel In Ganderkesee: Mit großem Schild auf Mitarbeitersuche

06.03.2019

Ganderkesee „Tischler gesucht“ steht auf dem großformatigen Schild, das auf dem Firmengelände der Tischlerei Warrelmann hängt. „Wir suchen einen Mitarbeiter“, begründet Holger Lintelmann, Inhaber des Ganderkeseer Handwerksbetriebs, die ungewöhnliche Stellenausschreibung. Es sei schwierig, Fachkräfte zu finden.

Viele Stellen offen

In der Stellenbörse der Kreishandwerkerschaft Delmenhorst/Oldenburg-Land finden sich zurzeit 114 freie Arbeitsplätze, 71 Ausbildungsplätze und 42 Angebote für Praktika. Die Zahlen seien konstant hoch, sagt Carsten Bleckwenn, seit rund einem Jahr Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. „Die Betriebe suchen händeringend.“ Das betreffe alle Gewerke.

Originelle Ideen wie die der Tischlerei Warrelmann können bei der Suche helfen. „Die Betriebe müssen sich schick machen“, sagt Carsten Bleckwenn. Einige würden beispielsweise einen Firmenwagen anbieten. Andere würden versuchen, bei der Suche neue Wege zu gehen – etwa durch einen digitalen Firmenauftritt.

Eine gute Homepage, auf der sich auch Videos über den Berufsalltag in unterschiedlichen Berufen finden, kann aus Sicht von Bleckwenn bei der Suche nach Auszubildenden helfen. „Wir müssen sichtbarer werden“, meint er.

In einigen Berufen, etwa bei Maurern und Dachdeckern, sei es besonders schwer, Auszubildende zu finden. Dabei gebe es in der Region viele Firmen, die gut dabei seien. Auch die Ausbildungsvergütung sei in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Bleckwenn weist zudem auf Karrieremöglichkeiten hin, zum Beispiel in der Unternehmensnachfolge.

Schon einmal hatte der Tischlermeister mit dieser Art der Suche Erfolg. Das Schild an der Ecke von Westtangente und Dehlthuner Straße werde wahrgenommen, meint er. „Wir haben unseren Meister durch das Schild bekommen.“ Der 58-Jährige kennt viele Betriebe, die ebenfalls mit Hinweisen auf dem Grundstück oder im Firmenfahrzeug um Mitarbeiter werben. „Man fragt sich, wo die Reise hingeht.“

Dabei könnte man sagen, dass Holger Lintelmann alles richtig macht. Er stellt jedes Jahr einen Auszubildenden ein. In dem Betrieb, der auf den Bau von Fenstern, Türen, Treppen und Einbauschränken spezialisiert ist, arbeiten drei Azubis, fünf Gesellen und ein Tischlermeister. Doch der angehende Geselle, der seine Ausbildung in diesem Sommer beendet, wird wohl nicht bleiben, sondern voraussichtlich weiter zur Schule gehen. Demnach nutzen viele junge Tischler die Ausbildung als Sprungbrett für neue berufliche Ziele, andere bleiben in ihren Betrieben. Etwa die Hälfte der 28 Betriebe in der Tischler-Innung Delmenhorst/Oldenburg-Land sei auf der Suche nach Mitarbeitern, erläutert Lintelmann. Aber er fragt sich auch, warum nicht alle Betriebe ausbilden: Schließlich hätten alle das Problem, dass sie keine Fachleute finden.

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Allerdings gestaltet sich auch die Suche nach Auszubildenden schwierig. Die Tischlerei Warrelmann bietet deshalb Praktikumsplätze für Schüler an. Zudem beteiligt sich der Betrieb am Zukunftstag und ist auch bei Veranstaltungen zur Berufsorientierung vertreten. Doch Holger Lintelmann würde sich wünschen, dass die Jugendlichen nicht von allen Schulen zur selben Zeit ins Praktikum geschickt werden. Momentan beschäftigt er einen Schüler, der mit Erlaubnis der Schule mitten im Schuljahr ein freiwilliges Praktikum absolviert.

Auch Eltern sieht der Tischlerei-Inhaber in der Pflicht: Viele Jugendliche seien unselbstständig, meint er und führt das darauf zurück, dass die Erziehung an Kindergarten und Schule abgegeben werde. Würden Kinder nicht ganztags dort betreut, sondern zu Hause, würden Eltern eher deren Stärken kennen und ihnen auch kleine Pflichten übertragen, ist er überzeugt.

Hinzu kommt, dass sich weniger Schüler für einen Handwerksberuf entscheiden. Dabei könne man Geld verdienen, da Fachkräfte gesucht würden. Für den Beruf des Tischlers spricht aus Sicht von Holger Lintelmann, dass man „vom rohen Holz bis zur fertigen Sache“ alles mache. „Es ist ein schönes Gefühl, wenn der erste Mann eine Treppe hochlaufen kann, an der ich mitgearbeitet habe.“ Der Tischlermeister, der seinen Betrieb 1996 von Manfred Warrelmann übernahm, setzt auch auf ein gutes Betriebsklima, um Mitarbeiter zu halten und zu gewinnen. Noch entscheidender als Geld sei, dass die Leute zufrieden seien, meint er. „Das Wir-Gefühl ist wichtig. Wir brauchen uns alle zusammen.“

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Antje Rickmeier Redakteurin / Redaktion Ganderkesee
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