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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Mit einem Fuß im Arbeitsleben

22.06.2019

Ganderkesee „Wir wurden oft wie richtige Kollegen behandelt“, sagte Marius, als er am Freitag – für sich selbst und stellvertretend für seine Mitschüler aus dem zehnten Jahrgang der Schule Habbrügger Weg – das vergangene Schuljahr resümierte. Dieses haben die 16- bis 18-Jährigen nicht ausschließlich im Förderzentrum in Ganderkesee, sondern an zwei Tagen in der Woche in Betrieben der Region verbracht. Unter dem Motto „Kleben bleiben erwünscht“ haben sie Kontakte zu möglichen Arbeitgebern geknüpft und gleichzeitig, an nur drei Schultagen pro Woche, den kompletten Lernstoff für den Hauptschulabschluss durchgeackert.

„Freiwillige zehnte Klasse“ nennt sich ein Erfolgsprojekt, das 2011 an der Schule Habbrügger Weg initiiert und ein Jahr später in die Tat umgesetzt wurde. Dass Förderschüler ein zehntes Jahr anhängen und den Hauptschulabschluss erwerben, kommt auch anderswo vor – doch die enge Verknüpfung mit der Praxis ist eine Ganderkeseer Besonderheit. Eine Besonderheit, die dazu beitrage, Stigmata zu überwinden, ist Schulleiter Rainer Müller überzeugt.

„Viele Arbeitgeber sind überrascht, wenn sie unsere Schüler kennenlernen“, sagte Lehrer Arne Osolin, der das Projekt zusammen mit Maria Hackmann-Reuter betreut. Das bestätigte Torben Schachtschneider, der in seiner Staudengärtnerei in Neerstedt einen der Schülerpraktikanten beschäftigte. „Jannik hat bei uns ordentlich Beliebtheitspunkte gesammelt“, berichtete Schachtschneider. Im nächsten Durchgang stelle er gerne wieder einen Praktikumsplatz zur Verfügung.

Auch Florian Schulz vom Kreisverband Delmenhorst des Deutschen Roten Kreuzes räumte ein, positiv überrascht worden zu sein. Er wird seinen Praktikanten Marius schon bald wiedersehen: Im Sommer beginnt der Hauptschüler ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim DRK und parallel eine Ausbildung zum Rettungssanitäter. Dies wollte Schulz unbedingt ermöglichen, obwohl beim DRK eigentlich keine FSJler mehr ausgebildet würden.

Zehn der 17 Zehntklässler haben nun einen Ausbildungsvertrag in der Tasche. Aber das, so betonte Maria Hackmann-Reuter, sei nicht primäres Ziel des Projekts. Vielmehr gehe bei der freiwilligen zehnten Klasse darum, den Schülern Zeit zum „Nachreifen“ zu geben und Orientierung zu ermöglichen.

Dazu kann auch die Erkenntnis gehören, dass der Traumberuf letzten Endes gar keiner ist. Für einige Schüler geht es nach dem Abschluss an die Berufsbildende Schule oder auch in ein Berufsbildungswerk, das eine theoriereduzierte Ausbildung ermöglicht. Mehr als die Hälfte der 17 Schüler hat ihren Traumberuf in diesem Schuljahr jedoch gefunden.

Karoline Schulz Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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