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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Pflegenotstand betrifft auch letzte Phase

11.04.2019

Ganderkesee Der Pflegenotstand ist längst da: Ambulante Dienste nehmen keine Klienten mehr an, weil die Pflegesätze die Kosten nicht decken. Heime müssen Stationen schließen, weil Personal fehlt. Menschen, die dringend Unterstützung brauchen, bekommen sie nicht und sind gezwungen, notgedrungen sich selber zu helfen.

„Ich mache mir große Sorgen“, gesteht Linda Bahr, Koordinatorin des Hospizkreises Ganderkesee-Hude. Auch weil die Familienstrukturen sich verändert haben: Kinder wohnen oft weit weg, drei Generationen unter einem Dach, wie früher, gibt es kaum noch. Und weil zudem das soziale Umfeld fehlt: Nachbarn achten nicht mehr aufeinander, ältere Menschen leben zunehmend vereinsamt. „Die Individualisierung und Entsolidarisierung der Gesellschaft wird sich noch zu einer Katastrophe ausweiten“, sagte Linda Bahr am Montagabend bei einem Besuch der Ganderkeseer SPD-Ratsfraktion in den neuen Räumen des Hospizkreises in der Rathausstraße. Und das betreffe eben auch die letzte Phase der Pflege, wenn das Leben zu Ende geht.

„Viele Angehörige haben Angst vor dem, was auf sie zukommt“, weiß die Hospizkreis-Koordinatorin. Die Signale von Sterbenden richtig zu deuten, deren Bedürfnisse zu erkennen und zu wissen, „was gemacht werden muss, aber auch, was nicht“, so Bahr – diese Fähigkeiten in der letzten Phase der Pflege müssen Angehörige sich aneignen, wenn sie die Sterbenden zu Hause betreuen. Genau hier will der Hospizkreis Ganderkesee-Hude mit einem neuen Kursangebot ansetzen: „Letzte Hilfe am Lebensende“ heißt es. Das Konzept steht bereits, wann der Hospizkreis damit an den Start geht, ist aber noch unklar.

Die SPD-Fraktion war in erster Linie gekommen, um zu erfahren, wie sich der Hospizkreis nach dem Umzug seines Büros von der Lindenstraße in den neuen Räumen in der Rathausstraße eingerichtet hat. „Sehr gut“, sagte Linda Bahr, „hier haben wir den Platz, den wir brauchen.“ Im ersten Stock des früheren Kaufhauses von Seggern stehen dem Hospizkreis 130 Quadratmeter zur Verfügung, jede der drei Koordinatorinnen hat jetzt ein eigenes Büro, daneben gibt es einen großes Besprechungsraum und ein Beratungszimmer für das persönliche Gespräch mit neuen Klienten. Das großzügige Foyer mit dem Empfangsbereich sei auch noch vielseitig nutzbar, freute sich Bahr.

„Es bewegt uns, wie viel Vertrauen die Leute uns entgegenbringen“, sagte die Koordinatorin. Die neuen Räumlichkeiten trügen dazu bei, dieses Vertrauen noch auszubauen. Ein großer Vorteil sei zum Beispiel das abgeschlossene Beratungszimmer für den Erstkontakt.

Derzeit sind 63 Frauen und Männer ehrenamtlich als Sterbe- und Trauerbegleiter für den Hospizkreis Ganderkesee-Hude im Einsatz. In der Regel werde ein Fall stets von ein und derselben Person begleitet, damit die Familien einen vertrauen Ansprechpartner haben. Im Vordergrund, so erzählte Linda Bahr den Besuchern von der SPD, stünden immer die Todkranken mit ihren Wünschen und Bedürfnissen, die Angehörigen müssten gegebenenfalls dahinter zurückstehen.

Manchmal gelt es auch, für letzte Gespräche zwischen Angehörigen und Sterbenden zu vermitteln, schilderte Bahr. Das gelinge nicht immer und „manche Menschen sterben auch mit einem Fluch auf den Lippen“.

Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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