• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Arabisch-Unterricht am Sonntag

04.10.2019

Ganderkesee „Meine Sprache“ ­– so heißt ein neues Projekt der Diakonie und des Arbeitskreises Flüchtlinge in der regioVHS in Ganderkesee. Das Projekt gibt es schon seit Januar, aber das erste Semester war zunächst ein Experiment. Wegen des Erfolgs ist Anfang September das zweite Semester angefangen.

„Meine Sprache“ richtet sich an Kinder, die mit ihren Familien aus Syrien, dem Irak, dem Libanon oder Nigeria nach Deutschland gekommen sind. Die 40 Teilnehmer wohnen in Ganderkesee, Bookholzberg, Hude und Delmenhorst. Alle besuchen die Schule und haben keine Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache. Anders sieht es mit ihrer Muttersprache aus: In drei Klassen mit zwei verschiedenen Niveaus sollen die Schüler die arabische Sprache erlernen. In der Klasse auf erstem Niveau beschäftigen sich die Kinder mit dem Alphabet und den arabischen Buchstaben. Auf dem zweiten Niveau lernen sie lesen, schreiben und ein bisschen Grammatik.

Sandra Baba, Flüchtlingsberaterin bei der Diakonie in Ganderkesee, hatte die Idee schon länger. Mit Unterstützung des Arbeitskreises Flüchtlinge begann das Projekt zunächst mit zwei Lehrerinnen und fast 20 Teilnehmern. Jetzt sind drei Lehrerinnen und fast 40 Kinder dabei. Sie treffen sich sonntags von 10 bis 13 Uhr zum Unterricht.

Muttersprache wichtig

Die Eltern unterstützen das Projekt und haben die Lehrbücher gekauft. „Die Muttersprache ist sehr wichtig. Mein Sohn spricht sehr gut Deutsch, aber Arabisch nicht. Er macht viele Grammatikfehler“, berichtet ein Vater. Er solle die Sprache lernen, damit er seine Kultur, Gesellschaft und Landesgeschichte verstehen könne. „Oder auch, um mit der Familie zu kommunizieren.“

Auch für die Lehrerinnen ist der Unterricht wichtig. Einas Mansour ist seit drei Jahren in Deutschland und hat in Syrien 20 Jahre lang als Facharabisch-Lehrerin gearbeitet. Sie hat an der Universität in Damaskus Arabistik studiert und ihre Zertifikate anerkennen lassen. Damit sie auch hier unterrichten kann, braucht sie Deutschkenntnisse auf C1-Niveau. Die Arbeit im Projekt „Meine Sprache“ bedeutet ihr viel: „Ich habe meine Seele jetzt wieder“, sagt sie. „In Syrien war ich schon 20 Jahre Lehrerin, und das hat mir hier gefehlt. Ich habe vermisst, vor der Tafel zu stehen, Schülern etwas beizubringen und wieder zu arbeiten.“

Eine andere Lehrerin heißt Hiba Allan. Sie hat fünf Jahre Erfahrung und arbeitet manchmal als Dolmetscherin beim Landkreis Oldenburg. Auch sie will gerne in Deutschland unterrichten. Salwa Shannar, die dritte Lehrerin, besitzt 15 Jahre Berufserfahrung und besucht momentan einen Deutschkurs.

Klare Regeln in Klassen

Obwohl es ein ehrenamtliches und freiwilliges Projekt ist, gibt es bei „Meine Sprache“ Regeln: Handys sind in der Klasse verboten. Wer zu spät kommt, darf nicht in den Raum kommen. Und wer dreimal ohne Entschuldigung nicht da gewesen ist, wird ausgeschlossen. „Anwesenheit ist das Wichtigste“, sagt Sandra Baba. Die Flüchtlingsberaterin macht deutlich, dass der Unterricht mit Unterstützung der regioVHS zustande gekommen sei. „Ich finde, es ist ein tolles Projekt für die Familien, die irgendwann in die Heimat zurückkehren wollen.“ Auch die, die hier bleiben wollten, hätten mehr Chancen, um zu arbeiten. Die Lehrerinnen wünschen sich, dass das Projekt weiter wächst. Und sie hoffen, bald arbeiten zu können.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.