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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

„Ganderkeseer sind so freundlich“

11.02.2019

Ganderkesee Das wird noch ein hartes Stück Arbeit für den nächsten Plattdeutschbeauftragten: Zwar gingen am Sonntagvormittag beim Neubürger-Empfang im Ganderkeseer Rathaus immerhin zehn Hände in die Höhe, als Bürgermeisterin Alice Gerken fragte, wer denn Platt verstehe – nur eine Hand hob sich dann aber auf die nächste Frage, ob jemand von den Zugezogenen Platt auch sprechen könne.

Erste (Nach-)Hilfe leisteten sogleich die „Koppelkinner“ aus Hoyerswege: In zwei plattdeutschen Sketchen machten Mia-Hanne Wielewicki sowie Tobias und Fabian Struthoff recht pointiert die Unterschiede zwischen Stadt- und Landleben deutlich – einer davon sei, dass hier die Unterhosen bei der Genossenschaft gekauft werden.

Beifall für Koppelkinner

Dem Beifall und Gelächter nach zu urteilen, war offenbar doch ein Großteil des Publikums in der Lage, das Gehörte auch zu verstehen. Schließlich kommen die meisten Menschen, die sich in der Gemeinde Ganderkesee niederlassen, selbst aus dem norddeutschen Raum. Viele sogar direkt aus der Nachbarschaft, so wie Karol Menkens, der nach zehn Jahren in Delmenhorst in Heide ein Haus gekauft hat. Nun will er hierbleiben – und sich auch für seine Heimatgemeinde engagieren. Da seine Mutter Beata aus Polen stammt, beherrscht Karol Menkens die Sprache des östlichen Nachbarlandes und fand am Sonntag in Gemeindesprecher Hauke Gruhn, der ebenfalls familiäre Verbindungen nach Polen hat, sogleich einen kompetenten Gesprächspartner für den weiteren Ausbau der Städtefreundschaft mit Pultusk.

Rund 120 Neubürger folgten am Sonntag der Einladung der Gemeinde. 1800 Ganderkeseer, die sich seit dem Sommer 2017 allein, mit Partnern oder Familie in der Gemeinde niederließen, waren angeschrieben worden. Sie sahen zunächst einen Imagefilm, ehe anschließend Gästeführerin Karin Bellers noch tiefer gehende Impressionen und Informationen über die Gemeinde lieferte.

Wer noch mehr über die neue Heimat erfahren wollte, konnte das Gespräch mit Vertretern der Ratsfraktionen suchen – bis auf die Grünen waren alle vertreten. Rede und Antwort stand auch Jürgen Lüdtke, der Vorsitzende des Seniorenbeirates der Gemeinde: „Es sind ja auch viele Ältere zugezogen“, erklärte er. Denen wolle er nicht nur Rat bieten, sondern sie zugleich auch motivieren, sich im Seniorenbeirat oder in anderen Verbänden ehrenamtlich zu engagieren.

Südafrika verlassen

Angeregt unterhielt sich Lüdtke unter anderem mit Carel van der Merwe und seiner Frau Ingrid, die wohl den weitesten Weg nach Ganderkesee zurückgelegt haben: Sie kommen aus Südafrika, wo sie auf einer Wildfarm bei Rustenburg, gut 100 Kilometer westlich der Hauptstadt Pretoria, als Arzt und Lehrerin arbeiteten. „Aber es wurde dort immer gefährlicher“, erzählt das Ehepaar. Wegen der zunehmenden Überfälle entschieden sich die beiden für den Neuanfang in Deutschland – und bauten sich vor einem Jahr ein neues Heim in Ganderkesee, wo die Mutter von Ingrid van der Merwe im Wohnpark am Fuchsberg lebt.

„Wir sind hier sehr lieb empfangen worden, die Ganderkeseer sind alle so freundlich“, sagt die 64-Jährige, die auch schon wieder eine Beschäftigung als Lehrerin gefunden hat. Ihr Mann will es noch einmal als Arzt versuchen – einer von vielen Neuanfängen in Ganderkesee.

Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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