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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Hilfsprojekt: Gratis-Sprechstunde für Kinder in Afrika

16.02.2018

Ganderkesee /Nguti Wiebke Sperling hat ein klares Ziel vor Augen. Die 19-Jährige möchte erreichen, dass Kinder in einem Dorfkrankenhaus im afrikanischen Kamerun kostenlos behandelt werden können. Dafür setzt sie sich in Afrika ein: Dort arbeitet die junge Ganderkeseerin zurzeit als Freiwillige.

„Ich habe ein kleines Projekt aufgebaut, um Kindern kostenlose Behandlungen zu ermöglichen“, schreibt Wiebke Sperling in einem Bericht über ihr Vorhaben. „Go Check-up Kids“ heißt das Projekt, für das die junge Frau Paten und Sponsoren sucht. Das Dorf, in dem die 19-Jährige als „Volunteer“ arbeitet, liegt im Südwesten Kameruns. „Nguti ist ein recht abgelegener Ort“, so Wiebke Sperling. Der Nguti-Distrikt gehört zu den ärmsten Kommunen in dem zentralafrikanischen Staat: Es gebe keine Stromversorgung. Und auch die Gesundheitsversorgung sei schlecht, so dass die Raten der Mütter- und Kindersterblichkeit mit die höchsten im ganzen Land seien, heißt es in einem Informationsblatt über das General Hospital C.M.A. Nguti, in dem sie arbeitet. „Die Bevölkerung lebt zum größten Teil vom Kakao-Anbau und ist sehr arm“, schreibt die Helferin. Besonders die medizinische Versorgung sei für sie oft nicht bezahlbar.

Kostenlose Medikamente

Sprechstunde für Kinder

Seit Anfang November arbeitet Wiebke Sperling in dem kleinen Krankenhaus in Kamerun. 2016 hat sie am Gymnasium Ganderkesee Abitur gemacht, aber bereits davor und auch danach Freiwilligenarbeit in Indonesien, Tansania und Namibia geleistet. Bevor sie nach Kamerun aufbrach, absolvierte sie eine Ausbildung zur Rettungssanitäterin.

Ihre Ausbildung kommt ihr jetzt zugute: Da das Krankenhaus sehr klein sei und nur wenig Personal habe, sei sie zur assistierenden Krankenschwester ausgebildet worden, sagt Wiebke Sperling. Sie hilft bei Untersuchungen, kümmert sich um kleine Verletzungen und übernimmt eine Kindersprechstunde. „Die Arbeit mit Kindern macht mir viel Spaß.“ Wenn die 19-Jährige im Frühjahr wieder zuhause ist, möchte sie Medizin studieren. „Ich würde gerne in Richtung Kinderchirurgie gehen und für Ärzte ohne Grenzen arbeiten.“

Zusammen mit einer Freundin macht Wiebke Sperling auch Hausbesuche bei Familien. Dabei gehe es darum, wie Krankheiten vorgebeugt werden könne, etwa durch die Behandlung von Wasser, Händewaschen und die richtige Aufbewahrung von Lebensmitteln.

Im Krankenhaus arbeiten zwei Krankenschwestern und eine Apothekerin sowie ein Arzt, der in Notfällen erreichbar ist. Neben der Betreuung von schwangeren Frauen und der Versorgung von Wunden spielt die Behandlung von Malaria eine wichtige Rolle. Nach Angaben von Wiebke Sperling bieten Hilfsorganisationen wie Unicef in ihren Kampagnen kostenlose Anti-Malaria-Medikamente für Kleinkinder an. Teil des Problems sei aber die Zugangsmöglichkeit der Bevölkerung zu diesen Kampagnen: „Viele Familien können sich die zur Ausgabe der Medikamente nötigen Untersuchungen nicht leisten“, so Wiebke Sperling. Dabei würden die Untersuchungen umgerechnet zwischen ein und zwei Euro kosten. „Was das bedeutet, wird einem schlagartig bewusst, wenn man zum ersten Mal ein Kind wegen genau dieser ein bis zwei Euro wegschicken muss“, meint die Ganderkeseerin.

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Genau da setzt das Projekt an, das sie ins Leben gerufen hat: „Go Check-up Kids“ stehe für „German-Cameroonian Healthcare Cooperation for Underprivileged Kids“, erläutert sie. Praxen und Privatpersonen aus Ganderkesee und der Region sollen Patenschaften übernehmen, damit im Krankenhaus in Nguti dauerhaft eine kostenlose Kindersprechstunde angeboten werden kann. Minderjährige sollen dort nach Darstellung von Wiebke Sperling Zugang zu Untersuchungen und Blutanalysen haben. Auch gängige Erkrankungen wie Malaria, Pilzinfektionen und Typhusfieber sollen unentgeltlich behandelt werden. Außerdem soll jedes Kind routinemäßig auf HIV getestet werden. Ziel des Projekts sei es, die Gesundheitsversorgung für alle zugänglich zu machen und die hohe Rate der Kindersterblichkeit – vor allem durch Malaria – zu senken.

Paten gesucht

Dank größerer Einzelspenden konnten bis Anfang Februar bereits 41 Patienten von dem Projekt profitieren. Außerdem ist durch Patenschaften gesichert, dass die kostenlosen Behandlungen für ein paar Monate fortgeführt werden können. Doch die Helferin sucht weitere Vereine, Praxen und Privatpersonen, die ihr Vorhaben mit Spenden unterstützen oder eine Patenschaft für ein Behandlungsprogramm übernehmen. Auch eine Vereins- oder Projektmitgliedschaft sowie die Zahlung eines monatlichen Beitrags seien möglich. Alle Unterstützer würden Spendenquittungen erhalten. Auf Wunsch gebe es auch Auszüge aus den Dokumentationsregistern und regelmäßige Berichte. Wiebke Sperlings Projekt läuft über den Verein „Ke Nako to help”, den sie 2016 mit ihrer Mutter Petra Holzapfel-Sperling gegründet hat. Damals wurden zwei Projekte in Namibia unterstützt. Die Helferin ist unter der Mail-Adresse „sperling.wiebke@gmx.de“ erreichbar.

Antje Rickmeier Redakteurin / Redaktion Ganderkesee
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