• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Oberschule Ganderkesee: Das Ankommen von Flüchtlingen

17.09.2019

Ganderkesee „Flucht und Migration, das sind aktuelle Themen“, sagte Alina Brunken am Montag. Die Lehrerin an der Oberschule Ganderkesee hat einen ganz persönlichen Bezug zu dem Thema: Ihre Großmutter Helga Brunken musste als Neunjährige mit ihrer Familie aus Ostpreußen fliehen. Bei der offiziellen Eröffnung der Ausstellung „geflohen, vertrieben – angekommen?!“, die diese Woche in der Oberschule zu sehen ist, gab es deshalb eine Lesung aus der Fluchtgeschichte von Helga Brunken, die auch persönlich vor Ort war.

Ein aktuelles Thema

Bürgermeisterin Alice Gerken begrüßte Gäste und Schüler des zehnten Jahrgangs zur Eröffnung in einer kurzen Ansprache. Sie erinnerte an die Situation der Gemeinde im Jahr 2015, als viele Flüchtlinge aus Syrien nach Ganderkesee kamen, weshalb das Thema heute genauso relevant sei wie in den 1940er Jahren. Zur heutigen Situation hatte Gerken auch konkrete Zahlen dabei: 70,8 Millionen Menschen seien weltweit auf der Flucht, 25 Menschen pro Minute.

Geflohen, Vertrieben – Angekommen?!

Die Ausstellung „geflohen, vertrieben – angekommen?!“ thematisiert nicht nur die Ursachen von Gewaltmigration im 20. und 21. Jahrhundert, sondern auch das Ankommen von Flüchtlingen in einer neuen Heimat.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge kooperiert mit der Ganderkeseer Oberschule für die Ausstellung, die zum ersten Mal in der Gemeinde gastiert.

Besucher können die Ausstellung von Dienstag, 17. September, bis Donnerstag, 19. September, jeweils von 14 bis 16 Uhr im Raum A4 in der Oberschule Ganderkesee anschauen.

Auf einer anschließenden Lesung gaben drei Schüler des zehnten Jahrgangs Einblicke in die Flucht von Helga Brunken (geborene Kallisch) während des Zweiten Weltkriegs, die diese vor Jahren niedergeschrieben hatte. Aus Großrosen in Masuren zog die Familie im Frühjahr 1945 zuerst nach Pommern – die Mutter fuhr noch mehrere Male mit der Bahn zurück, um den heimischen Landwirtschaftsbetrieb zu versorgen. Später dann ging es weiter gen Westen, bis nach Hude.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

In Hude den Krieg erlebt

Dort wurde Familie Kallisch herzlich aufgenommen, aber vom Krieg eingeholt: Deutsche und kanadische Soldaten kämpften auch in Hude. Für zwei Tage wurde das Gasthaus zur Front, bis deutsche Truppen dann die beiden Bahnübergänge im Ort sprengten. „Die Welt war in dem Moment schwarz“, wird Brunken später über das Erlebnis sagen.

Familie Kallisch lebt noch heute in Hude, Angehörige betreiben viele örtliche Geschäfte. „Das jetzt noch einmal von den Schülern zu hören geht nah,“ sagte Helga Brunken, die nach der Lesung sichtlich gerührt war. Erst im Jahr 2010 hatte sie erfahren, dass die sterblichen Überreste ihres Großvaters Friedrich Kallisch, den sie im Februar 1945 zum letzten Mal sah, im polnischen Zargorcyze gefunden worden waren.

Kriegsgräber betreuen

Dass es dazu kam, ist der Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge zu verdanken. „Bei uns geht es nicht nur um Soldaten“, erklärte Bildungsreferent Marco Wingert. Die Arbeit der Fürsorge umfasst auch Gräber von zivilen Opfern von Gewaltmigration. „Es geht um Leben, die anders hätten gelebt werden sollen.“

Der Bezug habe sich im Laufe der Zeit verändert, so Wingert. Während früher „Krieg“ für den Zweiten Weltkrieg stand, war es in den 90ern der Kosovo. Heute seien viele vom Krieg im Nahen Osten betroffen, weil sie von dort geflohen sind oder durch die Bundeswehr dort im Einsatz waren. Trotzdem seien regionale Bezüge, wie die Geschichte von Helga Brunken, für die Vermittlung in der Schule sehr wichtig.

Arne Haschen Redakteur / Redaktion Ostfriesland
Rufen Sie mich an:
04921 / 8900-420
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.