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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Sprache als Schlüssel zum Pflege-Job

24.09.2019

Ganderkesee In der Seniorenresidenz Waldschlösschen sind sie längst angekommen: Pflegekräfte aus dem Ausland. Und die Erfahrungen sind überaus positiv, wie Geschäftsführer und Pflegedienstleiter Alexander Rohde berichtet. Neben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus verschiedenen europäischen Staaten beschäftigt die Stenumer Einrichtung jetzt im zweiten Jahr zwei angehende Pflegefachkräfte aus Vietnam. Am 1. Oktober wird zudem ein junger Brasilianer seine Ausbildung antreten.

Dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn aktuell in Mexiko um Fachkräfte wirbt und auch aus anderen Ländern Personal nach Deutschland holen möchte, um dem Pflegenotstand zu begegnen, leitet aus Rohdes Sicht das ein, was möglicherweise in Zukunft unumgänglich sein werde.

Eine entscheidende Bedingung gibt es aus seiner Sicht, damit die Zusammenarbeit gelingt: Sprachkompetenz. „Sie stellt eine Grundvoraussetzung dar, um – insbesondere bei Bewohnern mit Demenz – nicht noch mehr Unsicherheiten aufzubauen“, ist Rohde überzeugt.

Abwartende Haltung

In die gleiche Richtung argumentiert Friedrich Mohn, Heimleiter der Wichernstift Altenhilfe in Elmeloh. Er sieht den Vorstoß des Gesundheitsministers mit einiger Skepsis – beobachtet das Anwerben von Fachkräften aus dem Ausland und deren Qualifizierung aber durchaus aus der Distanz.

Auch für Mohn sind gute Sprachkenntnisse in der Pflege essenziell. „Wir arbeiten mit Menschen mit Demenzerkrankungen, die wir muttersprachlich erreichen müssen“, ist er überzeugt. Dies sei auch nicht durch die große Freundlichkeit zu kompensieren, die insbesondere Pflegekräften aus Asien nachgesagt werde.

Nicht nur im Umgang mit den zu Pflegenden stellen fehlende Sprachkenntnisse nach Ansicht Mohns eine Herausforderung dar: Auch die Kollegen, die mit der Einarbeitung betraut seien, würden stark belastet. Zumal sich die Inte­gration der ausländischen Kräfte nicht auf das berufliche Umfeld begrenzen lasse. „Es muss auch passender Wohnraum gefunden und ein soziales Umfeld geschaffen werden.“

Gleichwohl geht auch Mohn davon aus, dass die Pflege ohne die Unterstützung aus dem Ausland in der Zukunft wahrscheinlich nicht mehr auskommen werde. Für wichtiger, als Kräfte von weither anzuwerben, hält er allerdings, den Pflegeberuf für junge Menschen aus dem eigenen Sprach- und Kulturraum attraktiver zu gestalten.

Jeden Strohhalm ergreifen

Sehr positiv steht Maik Drieling, Geschäftsführer des Wohnparks Ellerbäke in Bookholzberg, dem Fachpersonal aus dem Ausland gegenüber – wenngleich er derzeit keinen Bedarf habe. „Man muss nach jedem Strohhalm greifen“, sagt er über die Personalnot in der Pflege. „Wenn Spahn in Mexiko Erfolg hat, ist das großartig! Die Mexikaner können hier bestimmt einen guten Job machen.“

Im Bookholzberger Pflegeheim sind derzeit schon einige Fachkräfte aus Südosteuropa beschäftigt. Drieling weiß, wie intensiv Nicht-Muttersprachler an ihren Deutschkenntnissen arbeiten müssen, um das in der Pflege geforderte Sprachniveau B 2 zu erreichen. Er wünscht sich, dass die sprachliche Hürde gesenkt würde. „Die Kommunikation mit den Bewohnern funktioniert auch mit Umgangssprache“, ist er überzeugt. Und für die Kommunikation über medizinische Belange sei vor allem Fachsprache gefordert – und die könne gezielt eingeübt werden.

Grundsätzlich legt Drieling bei Einstellungen das größte Gewicht auf die Persönlichkeit des Bewerbers und auf dessen Einstellung zu alten Menschen. Zeugnisnoten seien für ihn nachrangig, betont er. Wie sich der Pflegenotstand an der Ellerbäke eines Tages einmal auswirken wird, vermag der Geschäftsführer noch nicht zu überblicken. „Es kann sein, dass wir in Zukunft auf Kräfte aus Mexiko zurückgreifen werden.“

Bevor dieser Fall aber eintritt, ist auch Drieling daran gelegen, den Pflegeberuf grundsätzlich attraktiver zu machen. An der Ellerbäke ist man 2017 dazu übergegangen, Fachkräfte nach Tarif zu bezahlen.

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Karoline Schulz Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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