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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Fünffache Mutter ohne Kind

11.07.2019

Ganderkesee-Rethorn Am Anfang hat sich Vanessa May viele Gedanken gemacht. Ob sich die Kinder bei ihr wohlfühlen? Ob sie ihren Mittagsschlaf halten, das Essen mögen und auch die Zusammenarbeit mit den Eltern klappt? Diese und andere Fragen gingen der 26-Jährigen durch den Kopf, als sie Ende vergangenen Jahres mit der Arbeit als Tagesmutter begann. „Ich habe viel gegrübelt“, meint sie.

Untypische Tagesmutter

Neue Qualifizierung

Ein neuer Kursus für Tagespflegepersonen beginnt am Donnerstag, 29. August. Die regioVHS Ganderkesee-Hude bietet die Qualifizierung in Kooperation mit dem Jugendamt des Landkreises im Alten Rathaus an. Sie umfasst 160 Stunden und läuft mittwochs von 18 bis 21.30 Uhr sowie an ein bis zwei Samstagen im Monat. Das Konzept komme vom Deutschen Jugendinstitut, erläutert Hermann Konermann von der regioVHS.

Mitmachen können Frauen und Männer, die 18 Jahre alt sind und einen Schulabschluss haben. „Vor der Teilnahme wird ein Bewerbergespräch geführt“, sagt Hildegard Schmitz-Neumann vom Familien- und Kinderservicebüro im Jugendamt. Auch die Räume, in denen die Kinder betreut werden sollen, werden angeschaut.

Tagesmütter und -väter werden trotz des Krippenausbaus gebraucht. Schmitz-Neumann verweist auf die größere Flexibilität: Eltern könnten ihr Kind nur drei Tage zur Tagespflege geben und müssten auch nur für diese Zeit zahlen. „Das geht im Kindergarten nicht.“ Auch für die Betreuung am frühen Morgen oder späten Nachmittag bieten Tagesmütter häufig flexible Lösungen an. Informationen zur Qualifizierung unter Telefon  04222/4 44 23 und Telefon  04431/8 52 62.

Denn die junge Frau aus Rethorn ist keine typische „Tagespflegeperson“, wie es im Amtsdeutsch heißt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Tagesmüttern in der Gemeinde Ganderkesee hat sie keine eigenen Kinder. Deshalb betreute sie anfangs nur ein Kind und wartete mehrere Monate ab, bis sie weitere dazu nahm. „Als Frau, die noch keine eigenen Kinder hat, wollte ich den Einstieg gemütlich machen.“

Inzwischen weiß Vanessa May, dass sie sich umsonst gesorgt hat. In ihrem Haus in einem Neubaugebiet in Rethorn betreut sie mittlerweile fünf ein und zwei Jahre alte Kinder. „Es klappt wunderbar“, sagt sie. Zwischen sieben und 16 Uhr sind die Tageskinder bei ihr. Im großen Wohnzimmer wird gespielt. Es gibt Frühstück und Mittagessen, das Vanessa May jeden Tag frisch zubereitet. Auch Räume, in denen die Kleinen ihren Mittagsschlaf halten, sind vorhanden. Das Schlafen, das viele junge Eltern vor Probleme stellt, klappt reibungslos. „Ich habe eine Fünfer-Gruppe, die perfekt schläft“, sagt Vanessa May. Feste Abläufe und Rituale helfen dabei. Außerdem ist die Tagesmutter mit den Kleinen häufig draußen. In einem Vierer-Buggy, der auch noch einen Stehplatz bietet, fährt sie zu Spielplätzen oder in den nahegelegenen Wald.

Frau mit vielen Kindern

Die junge Frau mit den vielen Kindern erregt Aufsehen in Rethorn. „Die Leute sind sehr interessiert, wie es zustande kommt, dass ich mit vier oder fünf Kindern unterwegs bin“, meint sie. Man komme häufig ins Gespräch. Eigentlich ist Vanessa May Mediengestalterin. Doch bei ihrer Schwiegermutter, die schon seit Jahren Tagesmutter ist, spielte sie oft mit den Kindern. „Sie hat gefragt, ob das nicht etwas für mich wäre.“ Die 26-Jährige überlegte und informierte sich. In einem Telefongespräch erfuhr sie, dass eine Woche später ein Informationsabend zu einem Qualifizierungskursus für Tagespflegepersonen stattfinden sollte. „Es hat sich ein bisschen wie Schicksal angefühlt“, meint sie heute.

In der Qualifizierung bei Dozentin Petra Czerner lernte Vanessa May nicht nur andere angehende Tagesmütter kennen. Sie erfuhr auch viel über die Abläufe in der Kinder-Tagespflege. In den Kursen geht Petra Czerner auch stets ausführlich auf die Arbeitsbedingungen ein. Denn bei der Tagespflege handelt es sich um eine selbstständige Tätigkeit. Allerdings gibt es vom Landkreis Oldenburg Zuschüsse für die Unfallversicherung sowie zur Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung. Von den Eltern erhalten Tagesmütter und -väter zwischen fünf und 6,50 Euro pro Kind und Stunde. Wenn man 30 Stunden pro Woche arbeite und fünf Kinder betreue, könne man davon leben, erläutert Petra Czerner. „Es ist eine vernünftige Einkommensgrundlage, mit der man sich das Leben finanzieren kann.“

Arbeitstag zu Hause

Für Vanessa May war es anfangs ungewohnt, den Arbeitstag zu Hause und ohne ihre Kollegen zu verbringen. An ihre Stelle sind andere Tagesmütter getreten, mit denen sie sich regelmäßig auf dem Spielplatz trifft und austauscht. Allerdings musste sie lernen, bei der Betreuung der fünf kleinen Kinder auch an sich zu denken. Beim ersten Ausflug mit dem Vierer-Buggy packte sie Windeln, Getränke, Essen und Spielzeug für die Kleinen ein. „Aber mein eigenes Trinken habe ich vergessen.“

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Antje Rickmeier Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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