• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Freitags Klimaprotest statt Unterricht

16.03.2019

Ganderkesee „Wer ist die Zukunft? – Wir sind die Zukunft!“ erschallte es am Freitagmittag vor dem Ganderkeseer Rathaus. Rund 80 Jugendliche demonstrierten hier für den Klimaschutz. Die internationale Kampagne „Fridays for Future“ hat am Freitag auch Ganderkesee erreicht. Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Ganderkesee und der Oberschule Bookholzberg beteiligten sich an der Aktion.

Eltern unterstützen

Angemeldet und organisiert war der Protest von Sabine Donecker-Hoffmann, Mutter einer Gymnasiastin. „Ich mache das für meine Tochter“, sagte sie. Diese habe den initialen Anstoß gegeben, konnte krankheitsbedingt aber am Freitag nicht selber teilnehmen. Donecker-Hoffmann ist Mitglied von „Parents for Future“, eine Bewegung, die die Schüler von „Fridays for Future“ unterstützt. „Wir sind in Ganderkesee leider nur fünf Mitglieder bisher“, sagte sie. In Zukunft hofft sie, sich mit Eltern in Oldenburg zu organisieren.

Als sich die Protestwilligen um 11 Uhr auf dem Campus des Schulzentrums sammelten, war der Zulauf größer als erwartet: Während Donecker-Hoffmann zunächst mit rund 20 Schülern gerechnet hatte, fanden sich bis zum Abmarsch rund 80 junge Protestler ein. Einige volljährige Schüler ließen sich als Ordner rekrutieren, damit die Gruppe in Polizeibegleitung auf der Straße marschieren konnte. „Wir wären aber eh mitgekommen“, sagte der Zwölftklässler Niklas Kray, der als Ordner den Protestzug mit Megafon anführte. „Wir finden, das ist eine sehr wichtige Sache“, meinte David, der mit drei Freunden aus der 11. Klasse teilnahm.

Bürgermeisterin auf Termin

Es waren jedoch nicht nur Schüler anwesend: „Ich finde die Aktion wichtig, das sollte Thema im Unterricht sein“, findet Manfred Bestenbostel. Der Ganderkeseer war aus Solidarität zum Protest gekommen und übernahm gerne eine Rolle als Ordner. „Als Awo-Mitglied kann ich mich hier aktiv betätigen“, sagte er.

Vor dem Rathaus riefen die protestierenden Schüler Bürgermeistern Alice Gerken auf, herauszukommen – diese hatte jedoch einen auswärtigen Termin, wie Gemeindesprecher Hauke Gruhn mitteilte. Auch der Klimaschutzmanager Lars Gremlowksi war nicht vor Ort. Unterstützung gab es aber von Hanns-Peter Iber, Sprecher des Ganderkeseer Aktionsbündnisses „Prima Klima“, der kurzfristig an der Demonstration vor dem Rathaus teilnahm. „Ich wollte zur Demo nach Oldenburg und habe die Leute zufällig auf dem Weg gesehen“ sagte er gegenüber der NWZ. Iber findet die Aktion „Fridays for Future“ sehr wichtig, weil „die junge Generation unseren Mist ausbaden muss“. Er sprach vor den versammelten Schülern und lobte ihr Engagement.

Eine Schülerin verlas anschließend eine Rede, die eigentlich von Sabine Donecker-Hoffmanns Tochter gehalten werden sollte. Ein Kohleausstieg vor 2038 wurde darin gefordert, sowie eine Reduzierung von Plastikmüll. „Die junge Generation in Deutschland, nein, in der ganzen Welt steht auf und fordert: Handelt jetzt! Denn in ein paar Jahren kann alles zu spät sein“, hieß es.

Protest bedeutet Fehltag

Die Bürgermeisterin nahm immerhin schriftlich Stellung zu dem Protest. „Ich finde es toll, wenn sich junge Menschen für ein wichtiges Anliegen so engagieren“, teilte Gerken mit. Dass die protestierenden Schüler für die Aktion den Unterricht schwänzten, sei „eine bewusste Provokation. Andererseits: Sonst würde es nie so viel öffentliche Aufmerksamkeit geben“.

Auf der Homepage des Gymnasiums hatte Direktorin Dr. Renate Richter angekündigt, „mit einer Vernachlässigung der Schulpflicht gelassen und im Rahmen der skizzierten Regeln“ umzugehen. Sie sei „wenig glücklich mit der Verknüpfung von politischem Engagement und Schuleschwänzen“, doch könnten unentschuldigte Fehltage im Zeugnis auch als Zeichen für besonderes Engagement verstanden werden.

„Die Schüler sind dem Unterricht ferngeblieben und wissen, welche Konsequenzen das hat“, sagte Jan-Michael Braun, Leiter der Oberschule an der Ellerbäke in Bookholzberg. Dafür müsse ihnen ein Fehltag angerechnet werden. Braun findet es aber bemerkenswert, dass die Schüler dies in Kauf nahmen, um für ihre Zukunft zu demonstrieren: „Wir fordern doch immer politische Verantwortung von der jungen Generation.“


Ein Spezial zum Thema finden Sie unter:   https://www.nwzonline.de/fridays-for-future 
Video

Arne Haschen Volontär, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
Rufen Sie mich an:
04222 8077 2743
Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
Rufen Sie mich an:
04222 8077 2741
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.