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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

So gelingt Start nach den Ferien

14.08.2019

Ganderkesee „Ich habe doch Ferien“, sagt der 13-Jährige, als ihn seine Mutter auffordert, das Computerspiel zu beenden und endlich ins Bett zu gehen. Der Junge hat noch ein weiteres Argument fürs Aufbleiben: Er könne ja am nächsten Morgen ausschlafen. Doch ab Donnerstag ziehen solche Sätze nicht mehr. Nach sechs langen Ferienwochen geht die Schule wieder los.

Ein bis zwei Tage Anlauf

Aus Sicht von Experten meistern die Kinder die Umstellung vom freien Leben auf den Schulalltag besser, als viele Mütter und Väter befürchten. Besonders bei Grundschulkindern mache der Schulbeginn eigentlich keine Probleme, sagt Dr. Erika Butzmann, Erziehungswissenschaftlerin aus Wildeshausen. „Sie sind gut in der Lage, sich darauf einzustellen. Viele freuen sich darauf, nach den Ferien ihre Freunde wiederzusehen.“ Kinder seien von ihrer Entwicklung her auf Veränderungen eingestellt, sagt Butzmann. „Sie brauchen ein bis zwei Tage Anlaufzeit, dann läuft es wieder normal.“

Drei Profi-Tipps

1. Rituale schaffen: Damit das Lernen nach den Ferien leicht fällt, sollten Eltern jüngeren Kindern helfen, es zu ritualisieren. „Es ist wichtig, dass sie nach dem Mittagessen als erstes ihre Hausaufgaben machen“, sagt Schulleiter Ingo Voss.

2. Druck rausnehmen: Eltern sollten nicht zu viel Druck ausüben, sagt Lehrerin und Mutter Dörthe Saathoff. „Ganz schlimm finde ich den Satz, dass jetzt der Ernst des Lebens anfängt.“

3. Kinder unterstützen: Wichtig ist laut Nachhilfe-Profi Moustafa Zein, dass Eltern fragen, was in der Schule los war und welche Hausaufgaben es gibt.

Viele Grundschulen ermöglichen den Kindern einen sanften Einstieg ins Schulleben. In den ersten Tagen stünden Proben für die Einschulung der Erstklässler an, sagt Dörthe Saathoff, Lehrerin in der Grundschule Habbrügge.

Lehrer haben Verständnis

Viel Raum nehmen auch die Ferienerlebnisse der Jungen und Mädchen ein: Die Lehrerin organisiert Erzählrunden in ihrer Klasse und lässt die Kinder ein Buch mit Bildern und Fotos gestalten. „Dann legt sich die Aufregung so langsam.“ In der Schule seien alle bemüht, dass sich die Kinder nach den Ferien wieder wohlfühlen. „Eltern können auf das Verständnis der Lehrer hoffen“, sagt die Pädagogin aus Falkenburg.

Als Mutter von zwei Kindern kennt Dörthe Saathoff die Situation der Eltern ebenfalls. Da es wegen der Sommerzeit abends lange hell bleibe, sei es schwierig, die Kinder früh ins Bett zu schicken, meint sie. „Es bringt nichts, zu sagen, jetzt musst du schlafen.“ Stattdessen setzt sie darauf, dass sich der gewohnte Rhythmus nach und nach wieder einstellt. Außerdem hält die Mutter und Grundschullehrerin nichts davon, wenn zu viel Druck auf Kinder ausgeübt wird. Eltern hätten oft hohe Erwartungen und seien bemüht, es der Schule recht zu machen. Dabei sei es wichtig, dass die Kinder mit Spaß lernen würden, damit ihr Gehirn die Informationen aufnehmen könne.

Bei Jungen und Mädchen in der Pubertät bringt es laut Erziehungswissenschaftlerin Erika Butzmann ohnehin nicht viel, sie zum frühen Schlafengehen aufzufordern. Durch eine veränderte Melatonin-Ausschüttung im Gehirn würden sie später einschlafen und bräuchten dafür morgens mehr Schlaf.

Akku ist aufgeladen

Dass Kinder und Jugendliche an den ersten Schultagen manchmal noch etwas müde sind, erlebt auch Ingo Voss, Leiter der Oberschule Ganderkesee. Doch er weiß, dass die langen Sommerferien den Schülern gutgetan haben. Die Ruhepause zwischendurch sei wichtig, sagt er. „Der Akku ist wieder voll.“ Seiner Erfahrung nach kommen die meisten Schüler gerne zur Schule zurück: „Sie freuen sich auf ihren Freundeskreis.“

Aus Sicht von Moustafa Zein, Inhaber von „Eazy Learning“-Nachhilfeschulen in Ganderkesee, Wildeshausen und anderen Orten, kann es trotzdem nicht schaden, die letzten Wochen der Ferien für einen Kurs zur Vorbereitung auf den Schulstart zu nutzen. Auf jeden Fall sollte man mit der Nachhilfe nicht warten, bis die ersten Arbeiten mit schlechten Noten zurückgekommen sind. Besser sei es, schon vor den Arbeiten mit der Nachhilfe zu beginnen. „Damit die Kinder gar nicht erst Angst haben und den Druck spüren.“

Antje Rickmeier Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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