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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Für Eltern gibt’s Druck von der Rücksitzbank

29.08.2019

Ganderkesee Weniger Eltern als in den Vorjahren bringen ihren Nachwuchs mit dem Auto zur Schule. Das berichten örtliche Grundschulleitungen zu Beginn des neuen Schuljahres. Allerdings gibt es noch immer zu viele Autofahrer, die rücksichtslos Busspuren zuparken oder Kinder, die aus dem Wagen direkt auf die Straße springen, anstatt aufseiten des Fußwegs in Richtung Schule auszusteigen.

„Einige halten sich einfach nicht an die Regeln“, hat Dörte Lohrenz, Rektorin der Grundschule Dürerstraße, festgestellt.

Aggressive Fahrer

Lohrenz zufolge nehmen die von Lehrkräften ertappten und auf ihre Fehler beim Chauffeurdienst angesprochenen Eltern-Taxifahrer kein Blatt vor den Mund: „Die Eltern verhalten sich teils aggressiv, sie greifen Lehrkräfte verbal an“, bedauert sie.

Damit die schwer Belehrbaren auch in Bookholzberg weiter in der Minderheit blieben, erinnere die Schule immer wieder mit Aktionen und in ihren Elternbriefen an die Gebote, zudem sei auch der Schulelternrat mit eingebunden.

In Bookholzberg ist die Zahl der Elterntaxis laut Lohrenz in den ersten beiden Wochen des neuen Schuljahres gegenüber 2018 unverändert geblieben. Das soll sich aber bald ändern: Im September will die Schule anlässlich eines Mobilitätstages auf die Schulexpresshaltestellen hinweisen.

Prinzip Schulexpress

Das Prinzip dahinter: Treffpunkte zu schaffen, zu denen Eltern ihren Nachwuchs bringen, damit dieser von dort aus zusammen mit anderen Kindern zur Schule geht. „Einige Haltestellen liegen sogar direkt an Parkbuchten“, benennt die Schulleiterin das Entgegenkommen gegenüber den Eltern.

Rene Jonker, Rektor an der Grundschule Lange Straße, hat festgestellt, dass Ermahnungen weniger nützen, als der Druck motivierter Schüler auf ihre Eltern. 

Einsam auf dem Rücksitz

„Wenn die Kinder bemerken, dass das gemeinsame Zur-Schule-Gehen viel schöner ist, als allein auf der Rücksitzbank zu sitzen, dann haben wir unser Ziel erreicht“, sagt er. Denn es gehe ja nicht bloß um die Sicherheit. Auf dem Schulweg lernten die Kinder eben auch das Miteinander. Jonkers Eindruck: „Aus unserer Sicht nimmt der Trend, die Kinder mit dem Auto zu bringen, langsam ab. Man merkt, dass es weniger wird.“ Positiv sei auch, dass immer mehr ältere Grundschüler mit dem Fahrrad kämen. „Wir haben eine vierte Klasse, da radelt schon rund die Hälfte“, verrät er. Und selbst Eltern von Zweitklässlern würden schon anfragen, ob ihre Kinder auch mit dem Rad kommen dürften. „Hinter der positiven Entwicklung steckt jede Menge Arbeit“, lobt der Schulleiter die gemeinsamen Anstrengungen von Eltern und Lehrkräften, die in diesem Schuljahr, am 26. September, in einen Schulexpress-Aktionstag münden. „Dann holen Lehrkräfte die Schüler an den Haltestellen ab, um mit ihnen gemeinsam den Schulweg abzugehen, Warnwesten werden an Erstklässler verteilt, und der Förderverein ist auch mit dabei“, blickt er voraus.

Auch an die Dürerstraße verirren sich immer weniger Elterntaxis. Das hat nach Auffassung der kommissarischen Schulleiterin Anke Brunken-Krey mehrere Gründe: „Neben der Präventionsarbeit liegt es auch an der Präsenz der Polizei.“ Zum Schuljahresstart hätten die Beamten schon mehrfach Präsenz gezeigt und dabei Autofahrer höflich auf Fehler aufmerksam gemacht. Zudem trüge das gute Wetter dazu bei, dass sich besonders viele Mütter oder Väter zu Fuß mit ihren Kindern auf den Schulweg machten. Für den Beginn der dunklen Jahreszeit kündigt sie eine Warnwestenaktion an. Noch würden aber Sponsoren dazu gesucht.

Sorgenfreies Habbrügge

„Wir haben keine Problem mit Elterntaxis“, sagt Birgit Humberg, Rektorin in Habbrügge. Die Schulwege der 60 Kinder, 15 davon Erstklässler, seien einfach zu kurz, da der Schuleinzugsbereich unmittelbar um Falkenburg liege. Humberg: „Es gibt lediglich ein paar richtige Taxis, die einige Kinder aus pädagogisch begründeten Anlässen transportieren.“

„In Schierbrok sind es die vielen Busschüler und ein erstmals auf 7.45 Uhr vorgezogener Unterrichtsbeginn, der Elterntaxis in die Defensive drängt“, berichtet Schulleiterin Gaby Goetz.

Noch keinen Überblick konnte sich Nadine Gellfahrt, Konrektorin in Heide, verschaffen. „Die ersten beiden Wochen sind zum Ankommen da, Eltern begleiten ihre Kinder direkt in die Schule.“ Das Auto sei aber auch in Heide nicht die erste Wahl beim Schülertransport.

Thorsten Konkel Redakteur, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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