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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Mamas und Papas haben dazugelernt

06.09.2019

Ganderkesee Autos, Busse und schwere Lastwagen wälzen sich am Donnerstagmorgen in Höhe der Grundschule über die Lange Straße. Kalt ist es gegen 7.30 Uhr und herbstlich trübe. Dennoch ist kurz vor Schulbeginn von Elterntaxis weit und breit nichts zu sehen. Auch auf dem gegenüberliegenden Lidl-Parkplatz, den Eltern wegen der Umbauarbeiten an der Schule sonst morgens mitnutzen, kommt keine Hektik auf.

Ein Getümmel herrscht dagegen an kleinen Fußgängern und Radlern vor dem Ampelübergang bei der Schule. Auf der engen Stellfläche zwischen Grundstückszaun und Bordsteinkante begrüßt Rektor René Jonker neben den Kindern die beiden Polizistinnen Esther Ahrens und Katja Stratmann.

Ziel: Sicherer Schulweg

Damit Eltern ihre Kinder unbesorgt zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule schicken können, haben die Beamtinnen an diesem Morgen die Schulwegsicherheit im Blick. Jonker hat sich die tägliche Präsenz vor Schulbeginn fest zu eigen gemacht: „Wir begrüßen uns hier an der Schule, das gehört zur Kultur der gegenseitigen Wertschätzung“, erläutert er.

Weniger Eltern als noch in den Vorjahren haben ihren Nachwuchs in den ersten Wochen des neuen Schuljahres mit dem Auto zur Schule gebracht. Vom Wirken ihrer Empfehlung, auf den Autotransport zu verzichten, haben die meisten Leiter und Leiterinnen der sechs Ganderkeseer Grundschulen berichtet. Auch die beiden Beamtinnen teilen diesen Eindruck am Donnerstagmorgen. Lediglich dem Fahrer eines Pritschenwagens raten sie, auf dem Lidl-Parkplatz doch besser in einer Parklücke zu halten, um sein Kind aussteigen zu lassen.

Der „Schulexpress“, die Aktion des organisierten gemeinsamen Zur-Schule-Gehens oder -Radelns, wird auch an der Langen Straße immer besser angenommen. Darum legen die Polizistinnen ihr Augenmerk in der nächsten halben Stunde mehr darauf, ob die Kinder die Straße korrekt überqueren.

„Hallo, möchtest du den Ampelknopf drücken?“, fragt Kommissarin Stratmann einen Jungen. Der presst seinen Finger fest auf den Knopf, wartet brav, bis das Ampelmännchen grün leuchtet. Den Blick nach links, dann nach rechts gerichtet – erst dann radelt oder spurtet die Kinderschar ruck-zuck über die Straße.

Sehr kurze Grünphase

Auch zwei Lehrerinnen setzen noch zum Sprint an – doch da springt die Ampel schon auf Rot. Abrupt stoppen die Frauen an der Bordsteinkante. „Wir sind ja schließlich Vorbilder“, sagt eine. Und neben den beiden Polizistinnen steht ja noch ihr Schulleiter. „Die Ampelphase ist hier mit etwa acht Sekunden recht kurz“, stellt Oberkommissarin Ahrens fest.

Das sieht auch Jonker so. „Das recht kurze Grünlicht ist für die Schüler ebenso störend wie morgens in den Rotphasen das Gedrängel zwischen Grundstückszaun und Bordsteinkante“, sagt er. Denn seit immer mehr Eltern auf den Schulexpress setzten, anstatt aufs Auto, werde der Platz vor der Ampel knapp. „Wir werden dazu das Gespräch mit der Verwaltung suchen“, kündigt Jonker an. Zunächst sollen Lehrkräfte aber am 26. September mit den Kindern die Schulexpresswege abgehen und ihnen zeigen, worauf in Sachen Verkehrssicherheit zu achten ist.

Ortswechsel an die Dürerstraße: Auch hier ist alles in bester Ordnung. Eltern bringen ihre Kinder zu Fuß zur Schule, niemand parkt den Bushalteplatz zu. Muttis, Vatis und ihre Kinder nutzen brav die Querungshilfe über die Dürerstraße.

Kurz vor Schulbeginn rollt dann doch noch das einzige Elterntaxi des Morgens an – und hält entgegengesetzt der Fahrtrichtung. Dies auch noch direkt im absoluten Halteverbot. Das könnte eigentlich geahndet werden.

Kindersitze in Ordnung

Doch: Glück gehabt; es bleibt für die einsichtige Mutter beim „verkehrserzieherischen Gespräch“. Das auch, weil alle ihre Kinderrückhaltesysteme den Regeln entsprechen. Das zeigt der Blick von Stratmann auf die Rückbank. Dort sitzt die kleine Schwester des Grundschülers in einem Kindersitz. Er selbst saß auf einer Sitzerhöhung.

Am Ende der Kontrollfahrt sieht es so aus, als hätten Mamas und Papas dazugelernt: Weniger Elterntaxis sind unterwegs, und wenn, dann ist der Nachwuchs gut angeschnallt.

Thorsten Konkel Redakteur, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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