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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Team passt aufs Klima auf

13.12.2018

Ganderkesee Sein Solar-Taschenrechner funktioniert auch an einem dunklen Septembertag ohne künstliche Lichtquelle, hat Maurice festgestellt. Überhaupt kommt der 16-Jährige im Unterricht gut mal ohne Strom und sogar eine Weile ohne Heizung aus. Diese Erfahrung haben er und seine Mitstreiter aus dem Energieteam des Förderzentrums am Habbrügger Weg gerade erst wieder gemacht, als im Rahmen des Aktiontags „Oldenburg dreht ab“ während der ersten beiden Unterrichtsstunden in der gesamten Schule der Strom abgeschaltet wurde.

Lernen im Kerzenschein

Auch wenn es bei der vom Regionalen Umweltzentrum Oldenburg initiierten Aktion vor allem um Bewusstseinsbildung geht: Der Erfolg der Maßnahme ist unmittelbar messbar. 22 Kilowattstunden hatte das Messgerät des Energieteams im Vergleichzeitraum angezeigt – zwei Kilowattstunden am Aktionstag. Während die Heizung aus technischen Gründen diesmal weiterlief, war die Elektrik im Schulgebäude annähernd stillgelegt. Der Unterricht fand im Kerzenschein statt, bei Bedarf kamen Solarleuchten zum Einsatz.

Der Schwerpunkt des Klimaschutz-Aktionstags lag diesmal auf der nachhaltigen Mobilität. Während sich ein Teil der Schüler mit dem Einfluss des Warentransports auf den Kohlenstoffdioxidausstoß beschäftigten, überlegten andere, wie sie ihren eigenen Schulweg klimafreundlicher gestalten könnten. „Wir haben uns angeguckt, wie die Schulwege in anderen Ländern aussehen“, erklärt Marc Andre. „Es gibt Schüler, die müssen besonders gefährliche und anstrengende Wege, zum Beispiel über wackelige Hängebrücken, zurücklegen.“ Der Unterschied zwischen ihnen und vielen Altersgenossen hierzulande: Die Schulwege sind klimaneutral, weil die Jugendlichen zu Fuß unterwegs sind.

Freiwillig im Einsatz für gute Sache

Vor vier Jahren wurde das Energieteam in der heutigen Form gegründet. Die aktuell acht Mitglieder unternehmen regelmäßig gemeinsame Ausflüge – zuletzt etwa zum Windrad-Hersteller Enercon in Aurich oder ins Bremerhavener Klimahaus.

Ihr Engagement geht über den Unterricht hinaus, häufig treffen sich die Elf- bis 16-Jährigen in ihrer Freizeit. Betreut wurde die Gruppe bislang von Lehrerin Maria Hackmann-Reuter, jetzt ist Sven Kontek Projektleiter.

Die Arbeit des Energieteams ist integriert in eine Reihe von Klimaschutz-Aktivitäten der Schule Habbrügger Weg. In der Mensa beispielsweise werden vorzugsweise regionale und saisonale Produkte verarbeitet. Die Schule strebt an, den Titel „Fairtrade-Schule“ zu erlangen. Über mehrere Jahre war sie bereits als „Klimaschutz-Schule“ zertifiziert.

Marc Andre hat im Nachgang des Aktionstages eine Entscheidung getroffen: Seinen Schulweg möchte er im kommenden Jahr weniger mit dem Bus, sondern auch bei Wind und Wetter häufiger mit dem Rad zurücklegen. Aktiv werden wollen die acht Mitglieder des Energieteams aber nicht nur im eigenen Handeln: Sie sehen ihre Aufgabe darin, in der Schule als Energiewächter zu fungieren und über energie- und ressourcensparendes Verhalten aufzuklären.

So stellen die Elf- bis 16-Jährigen ihre Ergebnisse nicht nur im Schülerforum vor, sondern bieten auch ganz konkrete Hilfen im Schulalltag. In sämtlichen Klassenräumen haben sie beispielsweise die Lichtschalter beschriftet und den entsprechenden Bereichen im Raum zugeordnet, damit nicht immer sämtliche Lichtquellen angeschaltet werden müssen. Dass das Licht beim Verlassen eines Raumes gelöscht wird, ist für sie ohnehin selbstverständlich. Und auch, dass die Heizung abgedreht wird, wenn der Raum (stoß-)gelüftet wird.

Plastik auf dem Kieker

Aufs Strom- und Energiesparen beschränkt sich die Arbeit des Energieteams keineswegs. „Ich habe im Urlaub an der Ostsee gesehen, wie viel Plastik im Meer angeschwemmt wurde“, berichtet Lukas (14) über den Anstoß für das nächste Projekt des Teams. Maurice schlug schließlich vor, auch das Thema Mikroplastik aufzugreifen.

Team-Kollege Marc Andre engagiert sich auch über die Schule hinaus in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit: Der 15-Jährige ist fester Mitarbeiter des Repair-Cafés, das an jedem zweiten Dienstag eines Monats von 17 bis 19 Uhr in der Schule Habbrügger Weg geöffnet ist (Kontakt unter Klimaschutz@oldenburg-kreis.de oder Telefon  04431/ 8 55 59). „Gestern habe ich das kaputte Radio von einem Kumpel wieder in Gang gebracht“, erzählt er.

Karoline Schulz Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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