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Aktualisiert vor 5 Minuten.

Zwischen Oldenburg Und Hatten
Verkehr nach Unfall auf A28 beeinträchtigt

NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Vom Glück, die Schule besuchen zu dürfen

06.07.2018

Gemeinde Hatten /Bhutan Eine Feuerstelle auf dem unbehandelten Steinboden, ein paar Metalltöpfe und ein an eine Wellblechwand gezimmertes Brett als Ablage: Die Schulküche in dem 35-Häuser-Dorf Chendebji ist zwar sauber, aber, mit den Augen eines westlichen Besuchers gesehen, erschreckend karg. Hier wird das Essen für die Schüler und ihre Lehrer gekocht. „Für viele ist das die einzige Mahlzeit am Tag“, erzählt Khenpo P. Yeshi. Kein Wunder, dass die schmächtig wirkenden Mädchen und Jungen sich mehrmals einen Nachschlag geben lassen. „Jeder darf so viel essen, wie er kann“, sagt Yeshi.

Der buddhistische Lehrer ist seit der Gründung in 2012 der 1. Vorsitzende des Fördervereins für das unabhängige Königreich Bhutan. Seitdem finanziert der Verein mit Sitz in der Gemeinde Hatten die täglichen warmen Mahlzeiten. 65 Cent pro Mahlzeit, soviel kostet es nur, eine vernünftige Ernährung für die Schüler sicher zu stellen.

44 Patenkinder

Doch das war nur der erste Schritt. In dem Himalaya-Land – nur etwa so groß wie die Schweiz – gibt es zwar reichlich unberührte Natur und beeindruckende Berge, aber bis heute kein Rentensystem oder sonstige Hilfe für Schwächere. Waisenkinder und Kinder alleinerziehender Mütter haben es besonders schwer, eine Lebensperspektive zu bekommen.

Seit 2013 hat der Förderverein begonnen, Patenschaften im ganzen Land zu vermitteln. Waren es vor fünf Jahren zwölf, sind es 2018 schon 44. Nur 25 Euro zahlen die Paten monatlich. Dafür ermöglichen sie den Kindern überhaupt erst einen Schulbesuch, so dass diese neben der Landessprache auch Englisch, Rechnen, Lesen und Schreiben lernen. „Es sollte möglichst eine grundsätzliche Entscheidung sein, zu helfen“, beschreibt 2. Vorsitzender Gerold Heidler aus Munderloh den Ansatz. Ziel sei es, die Kinder von der 1. bis zur 15. Klasse die Schule besuchen zu lassen – mitten drin im Stich zu lassen, komme nicht in Frage.

Die Gefahr, dass das passiert, ist nicht sonderlich groß. Denn der Verein ermöglicht seinen Mitgliedern und den Pateneltern etwas, das andere Organisationen so nicht leisten können – Reisen nach Bhutan und Treffen mit den Patenkindern. Mit Tshering Tshomo gibt es eine direkte Ansprechpartnerin aus der Tourismusbranche vor Ort.

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Im Kleinsein ganz groß

„Es sind immer sehr bewegende Momente“, sagt Carmen Kaiser, die beim jüngsten Besuch mit acht Paten und zwei Vorstandsmitgliedern nach Bhutan geflogen ist. Vor allem die Fröhlichkeit und Lebensbejahung der in einfachsten Verhältnissen lebenden Menschen hinterlassen bei den westlichen Besuchern immer wieder großen Eindruck. Da passt es trotz der wirtschaftlichen Probleme ins Bild, dass Bhutan das Glück sogar zum Staatsziel erklärt hat.

Bhutanische Partner

„Wir sind klein, aber sehr effektiv“, betont Khenpo P. Yeshi. Mit Hilfe des bhutanischen Partners, der Menjong Foundation, erreichen die Spenden aus Deutschland unmittelbar die Bedürftigen, verspricht er. Das zeigt sich an den Erfolgen. So hat der Verein u.a. für Chendebji eine zentrale Dorfküche bauen lassen und die hygienischen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Menschen Gemüse und Obst durch Einkochen für die Winterzeit haltbar machen können. Einkochtöpfe, Gläser und Know-how wurden dank großzügiger Zuschüsse der Bingo-Umweltlotterie vermittelt.

Als nächstes will der Verein zwei Dinge anpacken: die Schulküche und einen Vorratsraum modernisieren, damit es den Kindern körperlich noch besser geht. Außerdem wollen die Helfer etwas für die geistige Entwicklung ihrer Schützlinge tun. Erreicht werden soll das durch 14-tägige Besuche der Hauptstadt Thimphu – eine Bildungsreise, die ansonsten für den Großteil der Landbevölkerung völlig undenkbar wäre.

Der buddhistische Lehrer Khenpo P. Yeshi hat eine Vision: „Wir holen die Patenkinder aus dem ganzen Land ab und vermitteln ihnen einen Eindruck, was es außer dem Leben in ihren Dörfern noch für Möglichkeiten gibt“. Denn nur wer wirklich etwas von der Welt wisse, habe die Chance, sich selber Ziele zu setzen.


Mehr Infos unter   www.4bhutan.de 
Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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