• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Geheimnisvolle Großsteingräber

18.01.2018

Großenkneten Es ist sofort zu spüren, als Dirk Faß zu reden beginnt. Da schwingt eine Begeisterung in der Stimme des Autors aus Sage mit, die besonders ist. Dieses Thema ist ihm eine Herzensangelegenheit. Immer wieder hat er es in den vergangenen 20 Jahren zwischendurch angepackt und wieder weggelegt. Umso größer ist die Freude des Großenkneter Gemeindearchivars, fleißigen Autoren und Hobby-Archäologen, an diesem Mittwochnachmittag im Kneter Rathaus endlich sein Buch „Geheimnisvolle Großsteingräber. Die Faszination unserer Frühgeschichte“ präsentieren zu können. Es sind 108 Seiten, erschienen im Isensee-Verlag, broschiert, mit zahlreichen Abbildungen, die ab sofort für 12,90 Euro im Handel zu haben sind.

Wildeshauser Geest

Großenknetens Bürgermeister Thorsten Schmidtke zeigt sich stolz, einen Bürger in seinen Reihen zu haben, der seine Freizeit damit verbringt, zu dokumentieren, „was sich in der Gemeinde getan hat“. Faß habe sein ganzes Haus zum Archiv gemacht und verfüge über ein gutes Netzwerk. Die Großsteingräber seien von überregionaler Bedeutung, das Thema sei interessant aufbereitet worden, meint Schmidtke.

Natürlich spielen die frühgeschichtlichen Schätze in der Gemeinde eine Rolle, doch der Kreis ist größer geschlagen. Die Wildeshauser Geest hat sich Faß vorgenommen, besonders Wildeshausen mit den Hünengräbern in Kleinenkneten, aber auch Dötlingen und Harpstedt. „Die klassische Quadratmeile der Vor- und Frühgeschichte“, wie sie schon seit Jahrzehnten bezeichnet wird.

„Es hat lange gedauert, bis wir zu diesem Buch gekommen sind“, gesteht Verleger Florian Isensee, seit langem Wegbegleiter von Vielschreiber Faß. Aber die 20 Jahre hätten dem Buch gut getan, ist sich der Oldenburger sicher. Faß greife jetzt auf sehr breitgefächerte Unterlagen zurück. Dass der Verlag zwischendurch mehrere wissenschaftliche Bücher zum Thema und den Reiseführer zur Megalithroute veröffentlicht hat, lässt Isensee nicht unerwähnt.

Faß-Bücher

Schlag auf Schlag geht es derzeit bei den Veröffentlichungen von Dirk Faß im Oldenburger Isensee-Verlag zu. Erst kurz vor Weihnachten erschien seine „Chronik der Sager Volks- und Grundschule“. Auf den broschierten 168 Seiten befinden sich zahlreiche Schwarzweiß-Abbildungen. Das Buch kostet 9,90 Euro. Für Februar kündigt Isensee das Erscheinen eines Faß-Buchs mit alten und neuen Bildern aus der Gemeinde Großenkneten an.

Indirekt geht Dirk Faß darauf ein. „Die Großsteingräber werden immer sehr nüchtern betrachtet“, sagt er und macht deutlich, dass sein Ansatz durchaus ein anderer ist. Neben den Zitaten aus alten und neueren Publikationen – teilweise seitenlang – lässt Faß auch andere Stimmen zu Wort kommen, um sich der Mystik dieser jahrtausendalten Riesen zu widmen. „Ein ganzer Teil Mutungen und Vermutungen ist dabei“, bekennt der Autor. Denn die Großsteingräber seien Kultstätten gewesen. „Hier wurden Rituale abgehalten. Die Leute hätten in grauer Vorzeit Ahnungen von Energie und Kraft der Natur gehabt – „über die Energie der Steine, der Orte, des Universums“. Wie sonst wären die enormen Bewegungen der Findlinge zu erklären, fragt sich Faß.

Den vielen Geheimnissen um die Steinsetzungen geht der Autor nach, denn sie faszinieren ihn. Vom Totenkult über die Ahnenverehrung, den Kraftplätzen bis hin zu den Apostelsteinen, astronomischem Wissen und heiligen Linien.

Dafür hat Faß auch mit Menschen gesprochen, die diesen Gedanken aufgeschlossen gegenüberstehen. So ist am Mittwoch beim Gespräch Antonius Bösterling aus Cloppenburg dabei. Er hat den Aufsatz „Ort mit Gedächtnis – Kraftorte spüren“ in dem Buch beigesteuert. Da geht es unter anderem um den Einsatz von Wünschelruten, energetische Belastungen und „erdgebundene Seelen“.

Große Ausgrabung

Sehr ausführlich widmet sich Faß den Ausgrabungen in den dreißiger Jahren bei den Großsteingräbern in Kleinenkneten. Damals tobte ein Streit um die Deutung dieser gewaltigen Anlage in der Wildeshauser Landgemeinde. Schließlich gab es eine groß angelegte Grabungsaktion in der NS-Zeit, die die These von „Germanischen Gotteshäusern“ letztlich widerlegte. „Das war die Mondlandung“ so Faß über dieses Grabungsereignis. Es sei erstmals eine Hünenanlage komplett ausein­andergenommen worden. „Das musste Tag und Nacht bewacht werden.“

Die Faszination der Frühgeschichte: Sie gilt auch durch die Jahrhunderte für die Auseinandersetzung mit den Riesen aus grauer Vorzeit. Auch das zeigt das Buch von Faß.

Ulrich Suttka
Stv. Redaktionsleitung, Großenkneten/Dötlingen
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2702

Weitere Nachrichten:

Isensee-Verlag

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.