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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Oberschule: Grüne wollen Tempo entschleunigen

19.02.2011

HUDE Das Tempo bei der Einführung der Oberschule „entschleunigen“ und die Option für eine Integrierte Gesamtschule offen halten – mit dieser Marschroute gehen die Grünen am kommenden Montag, 21. Februar, in die Sitzung des Huder Schulausschusses, in der es um die Umwandlung von Haupt- und Realschule in eine Oberschule geht. Bestärkt in dieser Haltung wurden die beiden Ratsmitglieder der Grünen, Birte Wachtendorf und Michael Grashorn, am Donnerstagabend durch die 30 Teilnehmer einer Informationsveranstaltung zum Thema „Oberschule oder IGS“.

Unterstützung kam vom Oldenburger Erziehungswissenschaftler Bernd Siegel: „Tragt den Kommunalpolitikern im Ausschuss am Montag Eure Fragen und Bedenken vor – tut es für Eure Kinder!“, forderte er die Gäste auf. Siegel kritisierte, dass bisher keine inhaltliche Diskussion über die Oberschule stattgefunden hat. Dass in der Sitzungsvorlage verschwiegen wird, dass der Gemeindeelternrat seine Zustimmung nur vorbehaltlich der noch ausstehenden Abstimmungen in den Grundschulelternräten gegeben hat, fand er sehr bedenklich: „So wird keine Demokratie praktiziert.“

Grünen-Ratsherr Michael Grashorn monierte, dass das Votum über die Umwandlung der Peter-Ustinov-Schule zur Oberschule mit gymnasialem Zweig bislang nur eine Bauchentscheidung sein könne: „Wir machen hier einen bildungspolitischen Blindflug.“ Seine Fraktionskollegin Birte Wachtendorf stellte am Freitag einen Antrag auf Vertagung des Beschlusses zur Einführung der Oberschule. „Es kann nicht sein, dass wir anstelle einer umfassenden Information und Diskussion über die geplanten Inhalte der Oberschule vorpreschen und ohne Wissen um die Ausgestaltung der neuen Schulform Tatsachen durch einen frühzeitigen Beschluss schaffen.“

Auch Stefan Bredehöft (Dötlingen), Vorsitzender des Kreiselternrates, kritisierte den „Wettlauf um die Erstbeantragung von Oberschulen“. Diese Eile sei nicht nachvollziehbar. Bredehöft wies darauf hin, dass es Unwägbarkeiten gebe. So hätten Rechtsexperten die Frage aufgeworfen, inwieweit die unterschiedlichen Gründungsvoraussetzungen von Gesamtschulen und Oberschulen verfassungswidrig sind. Während bei einer IGS die Vorgabe von mindestens fünf Parallelklassen pro Jahrgang für viele Schulträger eine unüberwindbare Hürde ist, reicht für die Schaffung von Oberschulen eine Zweizügigkeit. „Die schwarz-gelbe Landesregierung will Gesamtschulen verhindern. Das ist Ideologie pur“, schimpfte Bernd Siegel.

Er warf der Landesregierung vor, das „ständische Schulwesen“ zementieren zu wollen: „Der Schulabschluss entscheidet über Zweitwagen oder Zweitjob.“ Die Gesamtschule hingegen sorge für Chancengleichheit – als ein Beispiel nannte Siegel die IGS Göttingen: Dort habe jeder zweite Schüler mit Hauptschulempfehlung Abitur gemacht. Trotzdem sei dieser Schule im Schnitt ein besseres Zentralabitur als 97 Prozent aller Gymnasien in Niedersachsen gelungen.

„Erschrocken“ zeigte sich Siegel über Pläne von SPD und Grünen, im Falle eines Sieges bei der Landtagswahl 2013 Oberschulen in Gesamtschulen umwandeln zu wollen: „Dann wird die Gesamtschule zur Restschule für alle, die nicht zum Gymnasium können.“

Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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