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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Bildung In Hude: Geschichte zum Anfassen macht Spaß

07.11.2019

Hude Draußen bricht gerade ein neuer Tag an. Im Saal des Klostermuseums flackern Kerzen, als die Dritt- und Viertklässler der katholischen Grundschule Hude eintreffen. Die Jungen und Mädchen wollen mehr erfahren über die Geschichte ihres Ortes. Und wo kann man das besser als im Museum der Huder Klosterfreunde.

Museumspädagogin Gesine Rademacher begrüßt die Kinder und erzählt mithilfe einer Powerpoint-Präsentation und kindgerechten Illustrationen, wie alles begann. „Vor 1000 Jahren gab es Hude nicht. Es gab nur Wildnis, Wälder, Gestrüpp und Moor“, erzählt Gesine Rademacher. Dann kamen die Mönche nach Hude. Die Zisterzienser. Unter dem Motto „Bete und arbeite!“ machten sie das Land urbar und bauten die imposante Klosterkirche auf dem Gelände, das ihnen Anfang des 13. Jahrhunderts vom Oldenburger Grafen übertragen wurde. Klöster waren damals nämlich als besondere Orte, die Himmel und Erde eng verbanden, bei den Menschen sehr geachtet, erfahren die Schülerinnen und Schüler. Die Mönche machten sich an die Arbeit, schufen Fischteiche und brannten Ziegel aus Ton, die sie nicht nur für die eigenen Bauten nutzten, sondern auch verkauften.

Im Sachunterricht haben die Schülerinnen und Schüler das Thema „Gemeinde“. „Wir waren auch schon im Rathaus“, erzählt Lehrerin Ulrike Wohlleben. Es habe sich angeboten, auch mal die Klosterruine als besondere Sehenswürdigkeit zu besuchen.

Schülerin Mia war das erste Mal hier. „Mir hat es gut gefallen“, sagte die Achtjährige. „Auch, dass wir ins Kloster durften.“ Klaus Rademacher, Vorsitzender der Klosterfreunde, machte mit den Kindern nämlich auch einen Gang über das Ruinengelände. Die Kinder durften den „Löwen“ suchen. Warum der damalige Künstler den Löwen im Klostergewölbe allerdings mit Dauerwelle verewigt hat? „Wahrscheinlich hatte der Künstler noch nie einen Löwen gesehen und ihn nur nach Erzählungen geschaffen“, wagte Rademacher dazu eine Erklärung.

„Ich hätte nicht gedacht, dass das hier schon so lange steht“, sagte Schülerin Mia. Nach dem einführenden Vortrag mit kindgerechten Bildern und der Ruinenbesichtigung hatten die Kinder die Möglichkeit, Dinge auszuprobieren. Wie zum Beispiel das Schreiben mit Feder und Tinte am sogenannten Skriptorium, so wie es die Mönche früher machten.

Besonders kunstvolle Initialen konnten zudem ausgemalt werden oder auch Fensterbilder. Und wer mochte, konnte sich von den Kindern auch mal eine Mönchskutte überstreifen. Die Klosterfreunde haben schon seit einiger Zeit Kutten in kleineren Größen vorrätig. Insgesamt waren es spannende zwei Stunden, bei denen es nicht langweilig wurde.

Die Freunde des Klosters Hude haben an ihrem Programm für Kinderführungen lange gefeilt, erzählt Gesine Rademacher. „Wir sind immer noch in der Erprobungsphase.“

Sie freut sich auf noch viele Schulklassen, die im Museum vorbeischauen um ein bisschen mehr zu erfahren über die spannende Geschichte des Klosters Hude und der dort einst lebenden Mönche. 50 Jahre hatten die Mönche damals gebraucht, um die riesige Klosterkirche aus den vor Ort selbst gebrannten Ziegelsteinen zu errichten. Heute stehen davon nur noch die Ruinen. Und diese haben viel zu erzählen.

Die Klosterfreunde versuchen, die Geschichte kindgerecht lebendig werden zu lassen. „Es sollte wieder selbstverständlich sein, dass mindestens jedes Grundschulkind der Gemeinde einmal in seiner Schulzeit in unserem Museum war“, so Vorsitzender Klaus Rademacher. Er sieht sich im Einklang mit einem aktuellen Runderlass des niedersächsischen Kultusministeriums vom 1. August 2019. Darin heißt es unter anderem: „Der Besuch von außerschulischen Lernorten, die geeignet sind, das Besondere einer Region zu verdeutlichen, ist Teil des Unterrichts und von der Schule bei der Erstellung schuleigener Arbeitspläne zu berücksichtigen“.

Gerne übernehmen die Klosterfreunde Führungen für Schulklassen aus der ganzen Region. Weitere Infos gibt es per Mail unter fuehrungen@klosterhude.de oder im Internet:


     www.klosterhude.de 
Klaus-Dieter Derke Hude / Redaktion Hude
Rufen Sie mich an:
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