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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Betreuer lassen die Puppen sprechen

04.07.2019

Hude Wenn Aljoscha Hirneiß und Nadine Zwickert Small Talk halten, reden sie nicht selbst. Sie lassen ihre Handpuppen sprechen. Dies zählte zu den Übungen, welche die Teilnehmer bei einer Fortbildung in der Huder Kita St. Marien zu bewältigen hatten. Handpuppenspieler Olaf Möller zeigte den 13 weiblichen und einem männlichen Kita-Betreuer, wie sie „mit großen Handpuppen Sprache ins Spiel bringen“. Kinder sollen „aus Versehen“ über spielerische Art und Weise zum Sprechen gebracht werden.

Dabei falle es Heranwachsenden oftmals leichter, mit einer Handpuppe zu reden als mit Erwachsenen. „Das Wichtigste ist, dass man die Puppe zum Leben erweckt. Dafür muss man selbst in den Hintergrund treten“, hat Nadine Zwickert von der Kita St. Marien an diesem Tag gelernt. Für Aljoscha Hirneiß sind die Erkenntnisse ideal im Berufsalltag anwendbar. „Für mich persönlich war es besonders interessant zu hören, wie man Kinder unter drei Jahren ans Sprechen heranführt“, sagt der Sozialassistent, der in der Krippe der Kleinen Villa Kunterbunt in Hude arbeitet.

Hintergrund der Fortbildung ist eine Gesetzesänderung, die Sprachfördermaßnahmen für Kinder neu ausrichtet. „Vorher lag die Sprachförderung bei den Grundschulen. Inzwischen ist es Aufgabe der Kitas – und da gehört sie auch hin“, sagte Rana Farschidi-Nik, die in der Landkreis-Koordinierungsstelle für Sprachförderung des Jugendamtes arbeitet. Zusammen mit Lisa Guenter von der regioVHS Ganderkesee-Hude hatte sie die Fortbildung organisiert. „Der Landkreis nimmt mit uns Kontakt auf, und wir kümmern uns dann um passende Referenten und die Durchführung“, so Guenter.

Dies sei nur einer der ersten Schritte, sagte Farschidi-Nik: „Wir planen, im neuen Berechtigungszeitraum nach dem Sommer noch viel mehr anzubieten.“ Dafür stünden dem Jugendamt Mittel aus der „Besonderen Finanzhilfe für Sprachbildung und Sprachförderung“ zur Verfügung. Ideengeberin des aktuellen Projektes ist Petra Ahrens, Leiterin der Kita St. Marien. „Olaf wurde mir empfohlen. Nachdem ich mir sein Material angesehen habe, dachte ich sofort, dass wäre das Richtige für unsere Einrichtung“, sagte Ahrens. Eine Wiederholung sei bereits in Planung.

In einer Mischung aus Auftritt und Vortrag veranschaulichte Möller den Erziehern und Sozialpädagogen mit seiner Handpuppe „Lotta“ die technische Handhabe, das überzeugende Spiel und Strategien, um Kinder an die Handpuppen zu gewöhnen. Der Referent ist Theaterpädagoge, Puppenspieler und Autor. Seit mehr als 20 Jahren leitet er Fortbildungen zum spielpädagogischen Einsatz großer Handpuppen.

Jeder der Teilnehmer bekam dabei eine Puppe zur Hand. „Um den Zauber der Handpuppe freizusetzen, muss die Synchronität stimmen. Die Puppe muss die Kinder mit einer lebendigen Körpersprache überzeugen – sie muss sich so bewegen wie der Mensch“, erklärt Möller. Bei seiner „Lotta“ fallen beispielsweise beim Seufzen die Schultern zusammen. Wichtig sei es zudem, die eigene Rolle zu verlassen. „Um ins Spiel zu kommen, muss man das Erwachsensein mal zurückstellen.“ Dazu gehörten auch Unsinn und Quatsch. Und was passiert, wenn ein Kind mal einwendet: „Das ist ja nur eine Puppe!“ Dann antwortet „Lotta“ eben: „Na klar, das sieht doch jeder“ – ohne dabei aus der Rolle zu fallen.

Arne Jürgens Volontär, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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