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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Weiterbildung: So wird in England getischlert

09.08.2017

Hude /Lintel „Ich bin gerade dabei mir meinen eigenen Kleiderschrank zu bauen“, sagt Marina Kuhlmann. „Es ist praktisch, dass ich sowas selber machen kann. So ist er auch genau nach meinen Vorstellungen.“

Die 21-Jährige aus Oberhausen ist im dritten Lehrjahr ihrer Tischlerausbildung, die sie beim Tischlereimeister Guido Einemann in Lintel absolviert. Nach ihrem Abitur an der Graf-Anton-Günther Schule in Oldenburg, wollte Marina gerne etwas Kreatives und Handwerkliches machen. „Bis jetzt habe ich nicht bereut, die Ausbildung begonnen zu haben“, sagt sie.

Praktikum in England

Jetzt war es ihr sogar möglich, ein vierwöchiges Praktikum in England zu absolvieren. Welcher Azubi kann das schon von sich behaupten?

„Mein Chef kam zu mir und erzählte, dass die Handwerkskammer so ein Programm anbietet. Das war eine tolle Chance, die ich gerne angenommen habe“, erzählt die Auszubildende. Weiterbildung sei ihr sehr wichtig, deshalb habe sie nicht lange gezögert. „Ich hätte das damals auch gerne gemacht. Marina für das Praktikum freizustellen, war gar kein Problem“, sagt Chef Guido Einemann.

Wenige wissen, dass das EU-Förderprogramm Erasmus nicht nur Studenten, sondern auch Auszubildenden einen Auslandsaufenthalt ermöglicht.

„Das sollte viel öfter erwähnt und genutzt werden. Ein dreiwöchiges Praktikum, fast komplett finanziert zu bekommen, ist immerhin eine große Sache, die bestimmt gerne mehr Auszubildende in Anspruch nehmen würden“, sagt die 21-Jährige.

Für Marina waren die vier Wochen in England mit dem einwöchigen Besuch einer Sprachschule verbunden. „Ehrlich gesagt habe ich aber mehr gelernt, wenn ich einfach von Engländern umgeben war“, sagt Marina.

Ihr eigenes Projekt

Gearbeitet hat sie in einem kleinen Betrieb im südenglischen Totnes, 40 Kilometer östlich von Plymouth. „Ich habe nur mit dem Chef zusammengearbeitet. Die anderen Tischler haben ihre eigenen Bereiche. Einer hat zum Beispiel Gitarren gebaut“, berichtet die Auszubildende.

Ihre Aufgabe war es, einen „coffee table“ zu bauen und dafür ein eigenes Design zu entwickeln. Die Tischbeine wurden mit Hilfe von Dampf gebogen – eine Technik, die der 21-Jährigen völlig neu war und die sie begeistert hat.

„Zu sehen wie Tischlerei in einem anderen Land funktioniert, war wirklich spannend.“ Den Beistelltisch aus Kastanie und Esche durfte sie nicht mit nach Deutschland nehmen. „Aber das ist okay. Allein der Transport wäre kompliziert gewesen“, sagt sie.

Untergebracht war Marina Kuhlmann in einer Gastfamilie, die sie herzlich aufgenommen hat. „Das war fast wie bei mir Zuhause. Die Gast-Geschwister sind genauso alt wie meine. Sie haben einen Hund und eine Katze, so wie meine Familie.“ Viel Heimweh sei deshalb nicht aufgekommen, denn in der Familie wurde oft zusammen gegessen und sich ausgetauscht.

Ausflüge mit den Schülern der Sprachschule und anderen Erasmus-Praktikanten waren für Marina eine schöne Abwechslung. So konnte sie England ein bisschen besser kennenlernen. „Wir waren Surfen und sind mit der Fähre nach Dartmouth gefahren. Nach dem Praktikum habe ich noch Urlaub in Irland gemacht“, erzählt sie.

Nicht nur Sprache gelernt

Vor ihrem Praktikum in England war Marina noch nie so lange von ihrer Familie getrennt. Es habe ihr jedoch nicht nur beruflich und sprachlich geholfen, auch sei sie selbstständiger geworden. „Mal auf sich alleine gestellt zu sein, ist zwar beängstigend, aber auch eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte“, sagt sie.

Nach ihrer Ausbildung kann sie sich vorstellen, in der Tischlerei in Lintel zu bleiben. Auch ein anschließendes Studium schließt Marina Kuhlmann nicht aus.

Chelsy Haß Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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