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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Hurra, wir gehen auf Klassenfahrt

12.06.2015

Wildeshausen Wenn Torsten Breßler an seine Schulzeit zurückdenkt, fallen ihm als erstes die Klassenfahrten ein. „Die waren das Schönste“, ist er sicher. Umso bedauerlicher fand er, dass seine Tochter Ann-Kathrin aufgrund des Klassenfahrtenboykotts der Wildeshauser Gymnasiallehrer später nicht solche Erinnerungen haben würde.

Langes Hin und Her um Klassenfahrten

Im Januar 2014 hatten die Lehrer am Wildeshauser Gymnasium sowie an vielen weiteren Gymnasien in Niedersachsen die Klassenfahrten für das Schuljahr 2014/2015 gestrichen, um so gegen die von der Landesregierung verordnete Mehrarbeit von einer Stunde pro Woche zu protestieren.

Im Zuge des Boykotts kam es zum Eklat zwischen Elternrat und Personalrat. Beide Seiten warfen sich mangelnde Kommunikationsfähigkeit vor.

Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg kassierte am 9. Juni die verordnete Mehrarbeit ein. „Nach einer endgültigen Umsetzung des Urteils freuen wir uns darauf, wieder Klassenfahrten durchführen zu können“, gab die Schule am Donnerstag bekannt.

Mehr Infos unter www.gymnasium-wildeshausen.de

Ähnlich ging es Hermann Petermann: „Die Enttäuschung bei meinem Sohn Frode war riesig, als der Boykott bekannt wurde“, erinnert er sich. Als Breßler und Petermann das Thema beim Elternabend Ende 2014 ansprachen, wurde schnell klar, dass alles getan werden musste, um die Abschlussfahrt der Klasse, die nach den Sommerferien nach Sprachen aufgeteilt wird, zu retten.

Also telefonierten die engagierten beiden Väter „ein bisschen herum“. Ergebnis: eine Klassenfahrt der 6c vom 26. bis 28. Juni nach Otterndorf. „Zusammen sind wir auf die Lösung gekommen, einen der Wandertage mit einem Wochenende zu kombinieren“, erläutert Klassenlehrer Markus Kötke. Das bedeutet, dass er mit der Klasse am 26. Juni mit dem Bus nach Otterndorf fährt und bis 16 Uhr bleibt. Anschließend reist er wieder nach Hause und die freiwillige Klassenfahrt beginnt.

Für die galt es, einige Fragen zu klären. „Wir haben eine Versicherung abgeschlossen, die sich auf fünf bis acht Euro pro Kind beläuft und ein Programm ausgearbeitet, das den Kindern bewusst viel Freiraum lässt“, sagt Breßler. Eine Wattwanderung sowie eine Strandolympiade sind aber fest geplant.

Dann musste die Frage der Übernachtung geklärt werden. Hier zeigte sich die vom Klassenfahrtenboykott gebeutelte Jugendherberge kompromissbereit. „Wir übernachten dort jetzt ohne Ausweis, hätten mithilfe der Schule aber auch einen bekommen können“, erläutert Petermann.

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Miteinander reden

Als Elternbegleiter fungieren neben Petermann und Breßler Anja Rohlfs und Anke Matten. „Wir haben kurz gecheckt, ob wir Urlaub nehmen können und dann gleich zugesagt“, erzählt Matten. Und weiter: „Unser Sohn war zwar erst nicht so begeistert, dass er mit Mama auf Klassenfahrt gehen muss, aber letztlich überwog doch die Freude.“

Das sehen Frode Petermann und Ann-Kathrin Breßler ähnlich. „Die Kinder waren völlig begeistert, auch wenn die Fahrt natürlich kürzer ist als sonst üblich“, berichten die beiden Väter übereinstimmend. Im Übrigen sei die Organisation „wirklich kein Hexenwerk“ gewesen und zum Nachmachen durchaus geeignet, falls sich die Aufhebung des Boykotts doch noch hinziehe.

Uta-Maria Kramer Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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