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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

„Ich werde keinen Kursus mehr geben“

26.02.2009

WILDESHAUSER „Der wahre Beruf für den Menschen ist nur, zu sich selbst zu kommen“, formulierte einst Dichter Hermann Hesse. Das Zitat hätte auf Bernhard Hoyng zugeschrieben sein können. Im Alter von 77 Jahren wird der langjährige Leiter der Volkshochschule (VHS) Wildeshausen am Freitag, 6. März, feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Er habe es „nie bereut“, über die Altersgrenze von 65 Jahren hinaus für die VHS tätig gewesen zu sein.

Der gebürtige Lohner verweist auf sein bewährtes Team und auf den Rückhalt durch den VHS-Trägerverein. „Ich konnte hier frei arbeiten und entscheiden“, erzählt Hoyng. Diese Stärke sollte sich die VHS bewahren.

Unterricht in Schulräumen

Hoyng lernte zunächst Bäcker, machte dann Abitur am Kölner Abendgymnasium und studierte in der Domstadt Wirtschaft und Sozialwissenschaften. Im Jahr 1960 wechselte der Diplom-Handelslehrer zur Berufsschule nach Bremen. Dort wollte er gemeinsam mit Ehefrau Maria eigentlich ein Eigenheim bauen. Doch es kam anders: Als Hoyng seinen Schwiegervater um eine Bürgschaft bitten wollte, traf er dort einen ehemaligen Studienkollegen aus Kölner Zeiten. Der machte ihn auf eine freie Stelle an der Berufsschule in Wildeshausen aufmerksam.

„Am 11. Mai 1966 trat ich meinen Dienst in Wildeshausen an“, berichtet Hoyng. Er war bis 1996 Leiter des Berufsfelds I (Wirtschaft und Verwaltung). Der damalige Schulleiter Wilfried Bonke gehörte zu den Initiatoren der VHS. Die Seminare fanden in den Räumen der Berufsschule statt. „1966 gab ich meinen ersten Kursus – in Buchführung“, erinnert sich Hoyng genau. Sogar über „dialektischen Materialismus“ habe er einmal referiert.

Erstes Büro in Burgstraße

Die Leitung der VHS übernahm Hoyng im Juni 1978. Die VHS bezog ein eigenes Büro in der Burgstraße, das täglich zwischen 16 und 18 Uhr geöffnet war. Tagsüber liefen alle Telefongespräche für die VHS in Hoyngs Privatwohnung auf. „Wenn ich um 16 Uhr zur Burgstraße ging, legte meine Frau den Schalter beim Telefon um.“ Die Finanzierung der VHS war damals aus Hoyngs Sicht einfach: Jeweils ein Drittel zahlten Kreis und Stadt; der Rest kam über die Gebühren. „Da hatten wir den Himmel auf Erden. Heute müssten wir 75 Prozent selbst erwirtschaften.“ Betrug damals der Gesamtetat 20 000 DM, liege er heute bei rund 550 000 Euro.

„Kunde ist König“

Rasant gewachsen sei auch die Zahl der Unterrichtsstunden: Von 750 im Jahr 1977 auf derzeit über 12 000. Getreu dem Motto „Der Kunde ist König“ war das VHS-Programm stets auf der Höhe der Zeit: ob Schulabschluss- oder Rhetorik-Kurse während der „Aufbaujahre“ oder Gesundheits- und Computerkurse heute. Mittlerweile sei das Spektrum riesig. Als Höhepunkt während seines 31-jährigen Wirkens als VHS-Leiter bezeichnet Hoyng den Einzug in die frühere Zigarrenfabrik im Jahr 1994. „Wir wussten immer: Wenn die VHS auch in den Morgenstunden über eigene Räume verfügen kann, geht die Post ab.“ Nach dem großen Umbau im Jahr 2001 seien für die VHS an der Wittekindstraße die Arbeitsmöglichkeiten ideal.

„Ich werde keinen Kursus mehr geben“, betont Hoyng. Den Schlüssel fürs VHS-Gebäude gibt er endgültig ab. Der 77-Jährige will sich stärker seinen Hobbys, darunter Lesen, widmen. Und dann warteten auf ihn noch einige kleine „Baustellen“ im eigenen Haus und Hof.

Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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