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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Immer im Einsatz

22.07.2017

Erich Kurzawski ist 70 Jahre jung. Und von dieser Zeit hat er sich viele Jahre um Menschen gekümmert, die nicht unbedingt auf der Sonnenseite des Lebens stehen. „Ein Blick für die Schwächeren“ – dieser Leitsatz steht für seine Arbeit. In den vergangenen Jahren wurden Erich und seine Ehefrau Monika mehrfach ausgezeichnet, zum Beispiel 2015 für ihr Engagement in der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe als Ganderkesees Menschen des Jahres.

Aufgewachsen ist Erich Kurzawski in Bremen-Blumenthal. Nach dem Schulabschluss begann er eine Ausbildung als Starkstromelektriker bei der Bremer Wollkämmerei. Obwohl er an dieser Ausbildung sehr viel Freude hatte, wollte er doch einen anderen beruflichen Weg gehen, denn seine Konfirmandenzeit hatte ihn geprägt: Ihm gefiel die Zusammenarbeit mit anderen Jugendlichen. Auch die verantwortlichen Pastoren und Diakone hatten einen bleibenden Eindruck bei ihm hinterlassen, also wollte Erich eine Ausbildung zum Diakon machen.

Seine Eltern waren davon alles andere als begeistert: „Du könntest jetzt als Geselle Geld verdienen und jetzt so etwas!“ Von der Großstadt Bremen zog er ins kleine Falkenburg zum Lutherstift. Während seiner Ausbildung arbeitete er unter anderem auch in Rotenburg mit Menschen mit geistiger Behinderung. „Diese vier Jahre meiner Ausbildung zum Diakon waren für meinen weiteren Lebensweg sehr wichtig. Mich für schwächere Menschen einzusetzen, das war genau, was ich wollte“, erzählt Erich.

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Arbeit in Marokko

Durch einige Kontakte konnte er seinen Zivildienst als Entwicklungshelfer in Marokko ausüben. Hier kam ihm seine Ausbildung zugute, denn dort half er dabei, Werkstätten für Radio- und Fernsehtechnik einzurichten. Um sich verständigen zu können, hatte Erich Kurzawski extra Französisch gelernt. Nach gut zwei Jahren hieß es Abschied nehmen und seinen Freunden in Marokko „Au revoir“, also „Auf Wiedersehen“, zu sagen. Zusammen mit einem Kollegen aus Holland machte sich Erich wieder auf den Weg nach Deutschland. Dafür hatte er sich in Marokko ein Moped gekauft und selbst wieder fit gemacht, aber in Italien streikte der Motor. Mit dem defekten Motor ging es per Anhalter nach Rom und mit dem reparierten Motor wieder zurück. „Insgesamt benötigten wir fünf Wochen für die Rückreise“, erinnert sich Erich. Da hätte er noch nicht gedacht, dass das Wiedersehen in Marokko so schnell kommen würde: Sein Nachfolger hatte abgesagt und so ging es für Erich für ein Dreivierteljahr wieder zurück.

Nach insgesamt drei Jahren in Marokko begann er in Bonn als Diakon in der Jugendarbeit. Bei einer Schulung in Amsterdam lernte er seine spätere Ehefrau Monika kennen, die als Jugendleiterin in Bad Godesberg tätig war. Zusammen wechselten sie nach Remscheid, wo auch Tochter Susanne geboren wurde. Danach ging Erich als Jugendreferent nach Gelsenkirchen.

Zurück nach Falkenburg

Da Tochter Susanne das Klima im Ruhrpott nicht bekam, musste eine Luftveränderung her. Da passte es gut, dass Erich eine Anfrage bekam, ob er nicht eine Bildungseinrichtung für junge behinderte Menschen in Falkenburg aufbauen könnte. Er sagte sofort zu, zumal ihm das Dorf noch in sehr guter Erinnerung war. 1979 zog Familie Kurzawski um. Angefangen bei der Namensgebung „Laurentiushaus“, über die Aus- und Umbauarbeiten bis hin zu den vielen pädagogischen Konzepten begleiteten Erich und Monika dieses Projekt. „Tu den Mund auf für die Stummen“ war viele Jahre die Grundlage ihrer Arbeit. Es wurde ein Vorzeigeprojekt für ganz Niedersachsen.

Weil diese Arbeit keine Vollzeitstelle war, arbeitete Erich zusätzlich im Wichernstift Elmeloh. Berufsbegleitend machte er eine Ausbildung zum Erzieher und Sozialpädagogen. Weitere berufliche Stationen waren die Lebenshilfe und die Wohnungslosenhilfe in Bremen, wo er 15 Jahre lang arbeitete.

Um nach seiner beruflichen Tätigkeit nicht ins berühmte „Loch“ zu fallen, engagierte er sich beim Aufbau und der Organisation der ambulanten Hospizarbeit in Ganderkesee. Noch heute ist er Redaktionsmitglied der Hospizzeitung „Lebenszeiten“. Auch ist er mitverantwortlich für den Gemeindebrief der ev. Kirche. Nicht nur als Mitglied des Kirchenrates liegt ihm die Arbeit der Kirche sehr am Herzen, sondern auch als Leiter des Bläserkreises. Schon in jungen Jahren hatte sich die Musik zu einer Leidenschaft entwickelt. Blockflöte, Trompete und Gitarre, alles brachte er sich selber bei. Und heute spielt er gerne mit seinen Kollegen ein französisches Lied: „Oh, Champs-Elysees“.

Erich Kurzawski,Leiter des Arbeitskreises Flüchtlinge und des Bläserkreises der ev. Kirche

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