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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Mehr Kinder mit Ängsten vor Wasser

11.12.2019
Frage: In einer Petition an den Bundestag fordert die DLRG Investitionen in Schwimmbäder. Laut einer Umfrage können drei von fünf Grundschulkindern nicht sicher schwimmen. Ein Grund dafür ist, dass viele Grundschulen keinen Zugang zu einem Schwimmbad haben. Wie ist die Situation in der Gemeinde Ganderkesee?
Eggers: Ich gehe davon aus, dass es in den ersten beiden Schulklassen viele Kinder gibt, die noch nicht schwimmen können. Aber die Grundschulen appellieren schon bei der Einschulung an die Eltern, sich um einen Schwimmkurs zu kümmern, weil in den dritten Klassen das Schulschwimmen beginnt.
Frage: Also ist in der Gemeinde in Sachen Schwimmunterricht alles in Ordnung?
Eggers: Die Gemeinde Ganderkesee ist recht gut bestückt. Es gibt Schwimmausbildung am Fuchsberg, beim Schwimmverein und auch bei uns. Das Problem ist eher die Zeit: Wir haben im Hallenbad einmal in der Woche 45 Minuten für zehn bis zwölf Kinder, die ihr Seepferdchen oder ihr Schwimmabzeichen in Bronze machen wollen. Das dauert drei bis sechs Monate. Deshalb haben wir eine sehr lange Warteliste. Die Wartezeit beträgt etwa zwei Jahre, deshalb rate ich Eltern, ihre Kinder frühzeitig anzumelden. Aber selbst wenn wir mehr Zeit hätten, wäre es schwierig zu leisten, weil uns dann ehrenamtliche Ausbilder fehlen könnten.

Rat entscheidet über kostenlose Schwimmkurse

Etwa 80 bis 90 Prozent der Kinder in der Gemeinde Ganderkesee besitzen nach der Grundschulzeit das Bronze-Abzeichen. Doch rund 45 Kinder verlassen jährlich die Grundschule, ohne dass sie den früheren „Freischwimmer“ besitzen. Das geht aus einer Vorlage der Gemeindeverwaltung hervor. Durch den Bau eines neuen Kursbeckens am Freibad soll es ab 2021 bessere Kapazitäten zum Schwimmenlernen geben.

Außerdem plant die Verwaltung einen kostenlosen Schwimmkurs für Kinder, die nach der Grundschule kein Bronzeabzeichen haben.Dafür werden rund 3900 Euro veranschlagt.

Der Rat der Gemeinde entscheidet an diesem Donnerstag, 12. Dezember, über die kostenlosen Schwimmkurse. Die Sitzung beginnt um 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses an der Mühlenstraße 2-4.

Frage: Im Zuge des Freibad-Umbaus entsteht auch ein neues Kursbecken. Wie beurteilen Sie die Bädersituation in Ganderkesee?
Eggers: Durch Zuzüge hat der Bedarf an Schwimmunterricht für kleine Kinder sicher zugenommen, aber das Hallenbad ist nicht mitgewachsen. Zum Glück gibt es das Freibad, in dem man im Sommer zusätzlich etwas machen kann. Und auch das geplante Kursbecken, das beheizt werden soll, ist eine gute Sache, weil dort kleine Kinder schwimmen lernen können. Das ist eine große Entlastung für uns. Denn es gibt überall lange Wartelisten.
Frage: In welchem Alter können Kinder mit dem Schwimmenlernen beginnen?
Eggers: Bei uns fangen Kinder wegen der langen Warteliste mit sechs Jahren an. Aber es ist immer zu empfehlen, schon früh auch zuhause mit der Wassergewöhnung zu beginnen – zum Beispiel in der Badewanne oder in der Duschwanne.
Frage: Sie sind seit vielen Jahren in der DLRG als Trainerin aktiv. Hat sich in den vergangenen Jahren etwas verändert?
Eggers: Wir haben viel mehr Kinder mit Ängsten vor dem Wasser als früher.
Frage: Wie erklären Sie sich das?
Eggers: Viele Kinder gehen sehr früh in die Betreuung, und die Eltern sind beide voll berufstätig. Sie haben oft nicht die Zeit, die Kinder zum Beispiel durch Babyschwimmen an ein Schwimmbad zu gewöhnen.
Frage: Demnach können aber auch Eltern etwas tun, um ihre Kinder beim Schwimmenlernen zu unterstützen?
Eggers: Ja, die Familie muss auch mal ran. Schwimmen ist das Wichtigste überhaupt. Es ist eine sinnvolle Freizeitgestaltung, weil man sich bewegt und mit anderen etwas macht. Deshalb ist es gut, wenn die Familie schwimmen geht.
Frage: Der Rat der Gemeinde Ganderkesee spricht in seiner Sitzung am Donnerstag über kostenlose Schwimmkurse für Kinder, die nach der dritten oder vierten Klasse noch kein Bronze-Abzeichen haben (siehe Infobox). Was halten Sie davon?
Eggers: Ich finde es sinnvoll, wenn die Gemeinde das leistet. Häufig sind es Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund, die nicht schwimmen können, weil es in den Ländern, aus denen sie kommen, nicht so verbreitet ist. Auch arme deutsche Familien sollten davon profitieren. Manche Schwimmkurse können sich einige Familien einfach nicht leisten.
Antje Rickmeier Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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