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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

„Keine Betreuung zweiter Klasse“

13.04.2017

Sandkrug Die Nachfrage nach Betreuungsangeboten für Kinder in der Altersgruppe ein bis drei Jahre ist in der Gemeinde Hatten sprunghaft angestiegen. Im Raum Sandkrug haben Eltern deutlich mehr ihrer Sprösslinge angemeldet, als Krippenplätze verfügbar sind. Konkret könnte die Gemeinde 44,12 Prozent der Kinder unterbringen. Dem steht eine ungewöhnlich hohe Nachfrage von 72,55 Prozent gegenüber. Das wären 32 Kinder ohne einen Krippenplatz.

Im Raum Kirchhatten geht das Verhältnis dagegen zum Glück für die Kommune annähernd auf. Dort liegt die verfügbare Betreuungsquote (34,88 Prozent) nur knapp unter der Anmeldequote (37,21Prozent).

Schnelle Lösung gefragt

Dass in Sandkrug etwas bis zum Sommer geschehen muss, ist den Verantwortlichen klar – selbst, wenn doch noch ein paar Eltern ihre Meinung ändern sollten. Da nützt es auch nichts, dass die derzeitige Versorgungsquote für Krippenplätze höher liegt als die Zahl, die der Landkreis Oldenburg in seiner Planung als Orientierung festgelegt hat (40 Prozent). Bis zum 1. August eine neue Krippe zu bauen, scheitert allein schon an der fehlenden Zeit und so geht die Gemeinde einen anderen Weg.

An der Bümmersteder Straße hinter dem Jobcenter werden zurzeit Häuser von einem privaten Investor gebaut, die ursprünglich das Angebot an günstigen Mietwohnungen in Sandkrug erweitern sollten. Zwei dieser Häuser wird jetzt die Gemeinde nach Angaben von Bürgermeister Christian Pundt für die Dauer von fünf Jahren anmieten und dort sogenannte Großtagespflegestellen einrichten.

Informationsabend am 24. April

Für interessierte Eltern bietet die Gemeinde am Montag, 24. April, einen Informationsabend an, auf dem die Großtagespflege vorgestellt wird. Treffpunkt ist um 17 Uhr im Rathaus.

Die Kosten für einen Platz in der Großtagespflege bemessen sich an dem Einkommen der Erziehungsberechtigen. Der höchste Eigenanteil soll laut Anbieter bei 2,91 Euro pro Stunde liegen. Das Angebot ist zumindest bei voller Stundenzahl deutlich teurer als ein Krippenplatz in Hatten (maximal 277 Euro monatlich bei sieben Stunden pro Wochentag). Die Elternbeiträge für die Tagespflege sollen aber im Vergleich zu den Krippenbeiträgen im Landkreis Oldenburg im Mittelfeld liegen, so die Aussage der Verwaltung.

Im Angebot enthalten ist auch die Verpflegung der Kinder. Dabei handelt es sich um schockgefrorenes Essen, das angeliefert und von den Mitarbeiterinnen in einem Konvektomat erhitzt wird.

Die Großtagespflege soll in Zukunft nicht die regulären Krippen in der Gemeinde ablösen. Mittelfristig bleibe es beim Bau bzw. der Erweiterung bestehender Kindertagesstätten, so lautete der Tenor im jüngsten Schul-, Bildungs- und Kulturausschuss.

In einer Großtagespflegestelle werden bis zu zehn Kinder von einer Erzieherin und einer qualifizierten Tagespflegeperson – üblicherweise eine Tagesmutter – betreut. Der Betreiber steht für Sandkrug auch schon fest, ohne dass die Ratsfraktionen darüber diskutiert haben: Die Verwaltung hat sich nach Absprache mit dem Landkreis für den Verein Familienservice Weser-Ems aus Leer entschieden, der schon reichlich Erfahrungen mit diesem Betreuungskonzept hat.

Nach Angaben von Familienservice-Geschäftsführer Frank Gieselmann gehören die EWE, die Stadtwerke Oldenburg, CeWe Color und die Öffentliche Versicherung zu den Kunden, für deren Mitarbeiter der Verein seit Jahren eine betriebliche Kinderbetreuung anbietet. Der Verein macht zurzeit 1,5 Millionen Euro Umsatz im Nordwesten. Man könne, so Gieselmann, eine frühe Kinderbetreuung gut oder schlecht finden, aber wichtig sei: „Wir sind kein Ikea-Spieleparadies, wo der Nachwuchs eingeschlossen wird.“ Der geplante Standort und der Zuschnitt der Gebäude sei für die beiden Gruppen á zehn Kinder sehr gut geeignet, meint Gieselmann.

Nicht zweiter Klasse

Der neue Betreiber und auch die Gemeinde betonen die Flexibilität des neuen Angebotes. Eine Betreuung bis in die Nachmittagszeiten hinein sei möglich. Eltern, die keinen Krippenplatz bekommen, werden von der Gemeinde angeschrieben und auf das Angebot der Großtagespflegestelle hingewiesen. Den Vergleich mit den regulären kommunalen Krippen scheut der Verein nicht. „Das wird keine Betreuung zweiter Klasse“, verspricht Familienservice-Geschäftsführer Gieselmann.

Werner Fademrecht
Hatten
Redaktion Wardenburg
Tel:
04407 9988 2731

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