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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Erziehung: Kinder in Bewegung lernen fürs Leben

06.02.2016

Ganderkesee /Hude Leitern, abgedeckt mit Weichbodenmatten, führen vom Fußboden zur Oberseite eines Kastens. Oben auf dem Lederpolster türmen sich ringförmige Großbausteine, und dicke Taue baumeln von der Decke. „Das ist ein Eisberg“, erklärt Susanne Kattenbaum (51), staatlich geprüfte Motopädin und Tanzpädagogin, während drei Mädchen und zwei Jungen im Kindergartenalter bereits den Gipfel stürmen und an den Seilen baumeln.

Sorge, dass jemand herunterfallen oder sich verletzen könnte, hat Susanne Kattenbaum nicht – sie begleitet die Kinder bereits seit Monaten und weiß, was sie ihnen zutrauen kann. An diesem Nachmittag nutzt die Huderin mit ihrer mobilen Tanz- und Bewegungswerkstatt „Tanzzeit“ Räume des Ganderkeseer Jona-Kindergartens.

Nicht nur Kindergarten-, sondern auch Schulkinder kommen wöchentlich zu ihren Kursen in Ganderkesee, Hude, Delmenhorst und Oldenburg. Bei der Motopädie gehe es darum, durch Bewegungsangebote die Erziehung und Entwicklung zu begleiten, erklärt Susanne Kattenbaum, selbst dreifache Mutter. Die Effekte seien vielfältig: So würden etwa Selbstständigkeit, Kommunikationsfähigkeit und soziales Miteinander gefördert. Kinder würden lernen, Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen, ihre eigenen körperlichen Grenzen ausloten und ihre Kompetenzen entdecken – und erweitern.

„Zu mir kommen beispielsweise Eltern, die sagen, ihr Kind sei noch sehr ungelenkig oder noch nicht ausbalanciert, es falle oft hin oder es habe Probleme, mit anderen in Kontakt zu gehen“, beschreibt die gelernte Erzieherin und Sonderpädagogin mögliche Beweggründe von Eltern, sich an sie zu wenden. Auch die Heilpädagogen aus den Integrationsgruppen würden mitunter auf einen besonderen Förderbedarf einzelner Kinder hinweisen.

„Aber die Motopädie ist für jedes Kind gleichermaßen geeignet“, betont Susanne Kattenbaum, „ob mit oder ohne Förderschwerpunkt“. So sei manchen Eltern auch ganz einfach daran gelegen, dass ihre Kinder in der Kleingruppe von drei bis maximal fünf Kindern selbstsicherer oder in ihrer Motorik gestärkt würden.

Die Defizite sind es ohnehin nicht, worauf die Pädagogin ihr Augenmerk richtet. „Oft weiß ich nicht mal, welchen Förderbedarf ein Kind hat. Ich setze an den Kompetenzen und Stärken an und entwickle sie weiter“, sagt Susanne Kattenbaum.

Was sie meint, illustriert in der Bewegungshalle des Jona-Kindergartens ein kleines Mädchen, das einen Großbaustein durch den Raum schiebt. Das Seil, mit dem es den Stein gerade noch hinter sich hergezogen hat, hat sich gelöst. Als das Kind den Versuch unternimmt, das Seil wieder zu befestigen, und um Hilfe bittet, nimmt ihr Susanne Kattenbaum die Arbeit nicht etwa aus der Hand, sondern kniet sich neben die Kleine, um ihr Tipps zu geben. Dass der Knoten am Ende sitzt, ohne dass Susanne Kattenbaum wirklich eingegriffen hätte, macht das Kind sichtlich stolz.

„Ich mache mich rar“, kommentiert Susanne Kattenbaum ihren Ansatz. Wichtig seien ihr Rituale und eine Reflexion zum Schluss jeder Stunde. „Ich möchte, dass die Kinder immer mit einem positiven Gefühl nach Hause gehen – auch dann, wenn es vielleicht mal Streit gab.“

Karoline Schulz Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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