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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Labradorhündin Lissi lernt das Schnüffeln

15.07.2017

Sandhatten Familie Oestermann muss gleich doppelt auf Diabetes achten, denn beide Kinder der Familie sind an Diabetes Typ 1 erkrankt. Sohn Felix, hat mit seinen sieben Jahren schon über drei Jahre Diabetes-Erfahrung und Tochter Laura ist als Neunjährige bereits seit anderthalb Jahren an der Stoffwechselstörung erkrankt.

Dies bedeutet vor allem für Mutter Bettina im Alltag, dass sie sich rund um die Uhr um Blutzucker messen, Insulineinheiten mit der Insulinpumpe abgeben und die Berechnung der Kohlenhydratmengen kümmern muss – an manchen Tagen eine enorme Zusatzbelastung.

Vor etwa sechs Monaten kam dann die schwarze Labradorhündin Lissi in die Familie. Bettina Oestermann hatte zuvor schon von der Ausbildung des Hundes zum Diabetes-Anzeige-Hund gelesen. Diese Assistenzhunde erschnüffeln aufgrund des veränderten Körpergeruchs im Fall einer Unterzuckerung frühzeitig, dass etwas mit dem Blutzucker nicht stimmt und zeigen dies durch ein speziell trainiertes Verhalten wie zum Beispiel Bellen, mit der Pfote kratzen oder Stupsen an.

Speziell nachts aber auch in der aktiven Freizeit mit viel Bewegung und daher häufig möglichen Blutzuckerschwankungen wäre es eine große Erleichterung für die Familie, wenn Lissi später Unterzuckerungen zuverlässig anzeigen könnte. Aufgrund ihrer enormen Nasenleistung können Hunde sehr feine Geruchsveränderungen wahrnehmen und daher frühzeitig z.B. auf einen drohenden Abfall des Blutzuckerspiegels hinweisen, bevor der Blutzucker so tief sinkt, dass sich ein Diabetiker unter Umständen nicht mehr allein helfen und mit Kohlenhydraten versorgen kann.

Die Ausbildung von Lissi hat im Juni begonnen. Sie lernt nun zunächst, sich für den Unterzuckerungsgeruch zu interessieren und auf Signal „Such“ die Nase einzusetzen. In auf den Hund abgestimmten Lernschritten dauert die Ausbildung etwa ein bis anderthalb Jahre und kostet zwischen 2500 bis 3000 Euro.

Die Olinde-Stiftung aus Rehden suchte nach einem „tierischen“ Projekt, denn der Gründerin war es schon zu Lebzeiten wichtig, die Arbeit von Assistenzhunden zu fördern. Als im April ein Beitrag der Sandhatterin Michaela Ristau, Ausbilderin von Diabetes-Anzeige-Hunden und selbst Diabetikerin, bei „Visite“ im NDR lief und auch Zeitungen über ihre Arbeit berichteten, hat die Olinde-Stiftung selber Kontakt aufgenommen und angeboten, die Ausbildung eines solchen Hundes mit zu finanzieren. Schnell fiel die Entscheidung aufgrund der diabetischen Doppelbelastung auf Familie Oestermann, die in Delmenhorst wohnt.

Ausbilderin Michaela Ristau freut sich genauso wie Familie Oestermann über die Unterstützung: „Es ist toll, dass es Stiftungen gibt, die Menschen in der Umsetzung solcher Wünsche unterstützen“. Dank der Stiftungsspende im Wert von 1000 Euro können auf jeden Fall bis zum Jahresende regelmäßige Trainingseinheiten alle zwei bis drei Wochen stattfinden.

Neben dem Diabetestraining muss ein junger Hund wie Lissi auch viel Grundgehorsam lernen, wie zum Beispiel gesittet an der Leine zu laufen, auf Signal zu kommen und im Umgang mit Artgenossen nicht zu wild und kontrollierbar zu sein.

Gerade Assistenzhunde. wie es Diabetes-Anzeige-Hunde sind, sollen in der Öffentlichkeit einen „guten“ Eindruck hinterlassen und mit ihren Menschen ein Team bilden. Auch daran wird in den nächsten Monaten dank der Spende der Olinde-Stiftung gearbeitet.

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NDR | Delmenhorst