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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

75 Jahre Nach Dem D-Day: Hobby-Forscher kämpft für das Erinnern

06.06.2019

Meierhafe „Ich werde ein paar Kerzen anzünden“, antwortet Gerd von Seggern auf die Frage, wie er den D-Day begehe. Zum 75. Mal jährt sich dieses Ereignis – die Landung der Alliierten in der Normandie. Seit rund 15 Jahren forscht der Hobby-Historiker aus Meierhafe zu diesem Thema.

Gerd von Seggern war schon immer ein „England-Fan“ – fast jedes Jahr reist er in das Vereinigte Königreich. Als er 2004 eine Ausstellung in Newhaven besuchte, kam er erstmals mit der Thematik in Kontakt – „das hat mich nicht mehr losgelassen“, sagte der 55-Jährige. Ein Freund schenkte ihm danach ein Buch, das diesen Abschnitt der Kriegsgeschichte näher beleuchtete. Das gab den Anstoß für seinen Forscherdrang. Besonders interessiert von Seggern sich für die Ereignisse am Küstenabschnitt Omaha Beach. Viele der an Land stürmenden Alliierten kamen dort ums Leben. Schnell ging es an die Internetrecherche: „Bestellt, gekauft, gelesen“, fasst der Hobbyforscher die Anfänge zusammen.

Thema nicht vergessen

Gerd von Seggern hofft seine Informationen auch in Schulen präsentieren zu können. Einmal ist dies bereits geschehen. „Mir ist es wichtig, dass dieses Thema am Leben bleibt“, sagt er und wünscht sich deshalb noch mehr Interesse von Bildungsträgern. Mit Blick auf das fortschreitende Alter der Zeitzeugen weist von Seggern auf die Dringlichkeit hin: „Irgendwann kann man sie nicht mehr fragen“. Seitens der Gemeinde Ganderkesee bestehe momentan kein Interesse an einer Ausstellung, sagt von Seggern, weshalb er nun mit der Gemeindeverwaltung in Stuhr in Verbindung stehe.

D-Day – Die Landung der Alliierten in der Normandie

Der D-Day bezeichnet die Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944. Dieser Tag markiert den Beginn der Operation Neptune, die letztlich zum Rückzug der deutschen Soldaten aus Frankreich und zur Wende im Zweiten Weltkrieg führte. In 24 Stunden kamen an den Stränden mehr als 150 000 Soldaten und 6000 Schiffe zum Einsatz. Durch den Angriff in der Normandie wurde eine Westfront eröffnet, so dass die Deutschen an zwei Fronten kämpfen mussten.

Die Operation Neptune wurde knapp ein Jahr lang geplant und sollte eigentlich einen Tag früher starten. Aufgrund der Wetterlage wurde der Einsatz jedoch verschoben. Die Befehlshaber der deutschen Wehrmacht wurden von den Alliierten überrascht, sie hatten den Angriff deutlich weiter im Westen erwartet. In kurzer Zeit wurde der „Atlantikwall“ überwunden. Der D-Day ist bis heute die größte Landungsoperation der Militärgeschichte.

Für seine bisherigen Ausstellungen traf der Heilerziehungspfleger teils kuriose Vorkehrungen: So informierte er den Verfassungsschutz, um wegen der verbotenen Symbole auf seinen Ausstellungsstücken nicht in Schwierigkeiten zu geraten. Vorsichtshalber wurde auch die Polizei angesprochen.

Von Seggern bekommt nach seinen Vorträgen viel positives Feedback, weshalb sich im Anschluss schon Zeitzeugen mit ihm in Verbindung setzten. Für den Amateur-Forscher ein echter Gewinn, da er so an weitere Informationen kommt, die sogar lokale Färbungen mitbringen können: „Dann kann man Einzelschicksale in den großen Kontext stellen.“

Immer noch Neues

Im Laufe der Jahre hat er eine Menge Informationen und auch Materialien angesammelt, die er immer wieder in die Ausstellung einpflegt – und regelmäßig kommt Neues hinzu: zuletzt der Deckel eines Funkkoffers und ein Helm, ebenso einige Originalaufnahmen der Landung am Omaha Beach.

Das Hobby kann er aber auch mal liegen lassen: Seit einem halben Jahr hat er nicht mehr viel recherchiert. Doch nun hat er wieder neues, umfängliches Bildmaterial erworben und das muss ausgewertet werden: „Jetzt gilt es die Sammlung zu erweitern und einen Vortrag vorzubereiten.“

Eintritt verlangt von Seggern für seine Ausstellungen und Vorträge nicht, er bittet aber um eine kleine Kriegsgräberspende. Durch diese Spenden werden Blumen für die Ruhestätten zweier britischer Bomberpiloten, die 1940 am Fahrener Weg abstürzten, finanziert. Mit dem Bruder von Douglas Warren Wilson, einem der Bomberpiloten, tauscht von Seggern regelmäßig Informationen und Materialien aus. Nach wie vor hält der Ganderkeseer den Kontakt per E-Mail aufrecht: „Im Februar oder März haben wir zuletzt geschrieben, ich hoffe es geht ihm gut.“

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