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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

GESCHICHTE: Meisterhafter Maler kein Mann der Mitte

26.01.2008

WARDENBURG Hinter dem Wardenburger Ortseingang, gleich nach Feuerwehr und Polizei liegt etwas verborgen zur Linken die Hans-Fangmann-Straße. Sie erinnert an einen der kreativsten und produktivsten Künstler, der in der Gemeinde Wardenburg aufgewachsen ist und viele Jahre hier gelebt hat.

Der Wardenburger Heimatforscher Hans J. Ryszewski hat das Leben Fangmanns auch aus persönlichem Interesse recherchiert, handelt es sich doch um seinen Volksschullehrer im Zeitraum 1948 bis 1953.

Fangmann selbst erblickte am 28. August 1902 das Licht der Welt. Schnell wurde seine Begabung erkannt. Bereits mit fünf Jahren soll der Wardenburger von Malstift und Pinsel fasziniert worden sein. Die erste von 121 erhaltenen Zeichnung stammt aus dem Jahr 1919, der damals 17-Jährige hielt den Zug der Soldaten durch die Lindenallee im Bild fest.

Der Wardenburger, einziges Kind der Landwirte Anna-Katharina Fangmann, geborene Speckmann, und Heinrich Fangmann schlug als junger Mann die Lehrerlaufbahn ein. Bis 1924 besuchte er das Lehrerseminar in Oldenburg. Erste Stationen seiner pädagogischen Tätigkeit waren die Volksschulen Brettdorf, Osterscheps und Edewecht. Seine künstlerischen Neigungen traten dadurch aber nicht dauerhaft in den Hintergrund. Im Gegenteil: von 1930 bis 1933 studierte er Kunstgeschichte am Staatlichen Berufspädagogischen Institut in Köln. Fünf Jahre lang arbeitete er als Berufsschullehrer in Huntlosen, danach wechselte er an die Kreisberufsschule in Torgau an der Elbe. Hier bildete er parallel zur Schule 120 Auszubildende der Keramischen Werke von Villeroy & Boch aus. „So manche keramische Formen und Verzierungen sind von ihm entwickelt worden“, sagt Ryszewski. 1940 heiratete Fangmann die Tochter seines Nachbarn, die aus Wardenburg stammende Erna Hegeler (1905 bis 1997). 1944 wurde das Ehepaar Eltern eines

Sohnes.

1946 kehrte die Familie mit einem Flüchtlingstransport nach Wardenburg zurück, wo Fangmann noch im gleichen Jahr als Lehrer an der Volksschule unterrichtete. Zehn Jahre lehrte er hier, ehe der ausgebildete Gewerbe-Oberlehrer 1956 zur Kreisberufsschule Wildeshausen wechselte. 1962 musste er nach aus gesundheitlichen Gründen in den Vorruhestand wechseln. Jetzt widmete sich Fangmann noch intensiver als zuvor seiner geliebten Aquarellmalerei. „Viele seiner Landschaftsbilder zieren heute Wardenburger Wohnungen“, ist Ryszewski überzeugt. Fangmann war als Maler nicht nur Autodidakt, er war auch ein Mann, der nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen musste. So ist es zu erklären, dass nur zwei Ausstellungen im Wardenburger Rathaus stattfanden – die erste mit mehr als 80 Bildern im Jahr 1980, die zweite 2000.

Hans Fangmann starb vor 36 Jahren am 6. Januar 1972. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem Alten Friedhof in Wardenburg. Die Straße mit seinem Namen ist zweifellos eine Würdigung seiner Verdienste, aber nichts erinnert so nachdrücklich und treffend an ihn wie seine meisterhaften Bilder.

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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