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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Mobbing: Motiv entwickelt ungewolltes Eigenleben

08.02.2017

Ganderkesee /Landkreis „Wissen Sie, was Ihr Kind mit dem Handy macht? – Schauen Sie hin!“ Unter diesem Motto ist jetzt an 20 Schulen, darunter auch Grundschulen, im Landkreis Oldenburg eine Aktion gestartet, die Eltern für Themen wie Cybermobbing sensibilisieren soll. Das hat sie auch – aber anders als von den Initiatoren geplant.

Bestandteil der Aktion sind Bodenaufkleber mit verschiedenen Motiven, die Gefahren des Internets aufzeigen. Aufgebracht wurden die Bodenaufkleber nun, in der Zeit der Elternsprechtage, an einigen Schulen, darunter mindestens zwei in der Gemeinde Ganderkesee, um möglichst viele Eltern zu erreichen.

Unter den Motiven ist auch eines, welches Cyber-Mobbing thematisiert, symbolisiert durch eine Textnachricht mit den Worten „Lisa ist fett und stinkt“.

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Eltern erbost

Das SMS-Motiv entwickelt nun aber ein Eigenleben, denn: Lisa ist ein relativ häufig vorkommender Name, Lisas gibt es an den Schulen mehrere – und nun werden sie in verschiedenen Fällen von ihren Mitschülern gehänselt, wie der NWZ  von Eltern mitgeteilt wurde. „Jeder mit nur ein wenig Menschenverstand kann sich doch ausmalen, was durch solche schriftlichen Aussagen hervorgerufen wird. Warum nimmt man da keinen Fantasienamen?“, heißt es beispielsweise in einer E-Mail an die Redaktion. Eine andere Mutter erzählt: „Viele Kinder haben den Spruch auf meine Tochter gemünzt. Die Kinder verstehen ja auch nicht, dass das eine Art Werbung sein soll.“ Die Folge: „Meine Tochter kam fix und fertig nach Hause.“ Die Schule reagierte umgehend und entfernte den Namen vom Aufkleber.

„Das war nie unsere Absicht“, so Martin Ahlrichs, Leiter des Jugendamts des Landkreises Oldenburg, auf Nachfrage der NWZ. Man sei erstaunt, welches Eigenleben das Motiv entwickelt hat. Auch beim Jugendamt hätten sich schon Eltern über das Motiv beschwert. „Wir diskutieren, wie wir damit umgehen, und suchen schnellstmöglich nach einer Lösung“, betont Ahlrichs. „Wir wollten keinem Kind durch die Aktion Kummer bereiten.“ Man sei bemüht, die Aufkleber auszutauschen oder den Namen unkenntlich zu machen. „Die Aktion läuft noch nicht an allen teilnehmenden Schulen“, so Ahlrichs, betroffen vom strittigen Motiv sind bisher also nur einzelne Schulen.

Nicht bedacht

In der Planung der Aktion habe man nicht gedacht, dass einzelne Aufkleber eine solche Reaktion hervorrufen können. „Wir wollten für Cyber-Mobbing sensibilisieren und nun zeigt sich, wie schnell Mobbing ausgelöst werden kann“, so Ahlrichs

Die Idee zu der Aktion ist in einer Arbeitsgruppe entstanden, die sich aus dem landkreisweiten Arbeitskreis „Schule trifft Beratung“ heraus gebildet hat. In diesem Arbeitskreis sind mehr als 60 Fachkräfte aus Schulen (Lehrer, Schulsozialarbeiter), aus der Jugendpflege, aus Beratungseinrichtungen, aus der Prävention und dem Jugendamt vertreten.

Aufarbeitung wichtig

Im Jugendamt und an den Schulen ist man um Schadensbegrenzung bemüht. „Wir stehen im engen Kontakt mit den Schulen“, so Ahlrichs. Die Thematisierung im Unterricht sei an vielen Schulen sowieso als zusätzlicher Schwerpunkt der Aktion geplant gewesen.

Eine Thematisierung, deren Dringlichkeit nun offenbar wurde. „Wie schnell der Satz ein Eigenleben entwickelt hat, zeigt, mit was für Problemen wir wirklich konfrontiert sind“, erklärt Jugendamtsleiter Ahlrichs. „Hier gilt es nun für alle Erwachsenen, mit den Kindern pädagogisch zu arbeiten“, so Ahlrichs.

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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